Pressestimmen
"Die Synthese des Yoga" führt nicht nur ins Zentrum der Philosophie von Sri Aurobindo. Sie könnte vielmehr all denjenigen weiterhelfen, die unter mehr oder weniger kompetenter Führung sich in die Theorie und Praxis des Yoga eingelassen haben. In meisterhafter Gedankenführung und Sprache zeigt Sri Aurobindo das Wesentliche aller Yogawege auf und erläutert ihre Geheimnisse in einer auch dem Europäer verständlichen Weise, so daß man nicht mehr den Eindruck des Fremdartigen hat wie bei anderen Büchern zu diesem Thema... Zu rühmen sind auch die Ausstattung des Buches, die sorgfältige Übersetzung von Heinz Kappes und die Anfügung eines Glossariums der Sanskrit-Ausdrücke, welches größtenteils aus Erläuterungen von Sri Aurobindo selbst zusammengestellt ist. - Deutsches Ärzteblatt, Hamburg
Deutsches Ärzteblatt, Hamburg
"Die Synthese des Yoga" führt nicht nur ins Zentrum der Philosophie von Sri Aurobindo. Sie könnte vielmehr all denjenigen weiterhelfen, die unter mehr oder weniger kompetenter Führung sich in die Theorie und Praxis des Yoga eingelassen haben. In meisterhafter Gedankenführung und Sprache zeigt Sri Aurobindo das Wesentliche aller Yogawege auf und erläutert ihre Geheimnisse in einer auch dem Europäer verständlichen Weise, so daß man nicht mehr den Eindruck des Fremdartigen hat wie bei anderen Büchern zu diesem Thema... Zu rühmen sind auch die Ausstattung des Buches, die sorgfältige Übersetzung von Heinz Kappes und die Anfügung eines Glossariums der Sanskrit-Ausdrücke, welches größtenteils aus Erläuterungen von Sri Aurobindo selbst zusammengestellt ist. - Deutsches Ärzteblatt, Hamburg
Kurzbeschreibung
Die Synthese des Yoga ist weit über alle Yoga-Literatur hinaus gigantische Oberschau, Kompendium der psychologischen Einsicht und Anleitung zum Ausschöpfen der äußersten psychischen Möglichkeiten des Menschen. Der Leser gewinnt intensive Erkenntnis der Strukturen und Techniken der verschiedenen Yoga-Wege - angefangen beim Hatha-Yoga, über den dreifachen Weg von Karma-, Bhakti- und Jnana-Yoga bis zum Tantra-Yoga -, die Interdependenz all dieser Wege und ihres Zusammenfallens im Integralen Yoga.Für Sri Aurobindo ist Integraler Yoga das für jeden Menschen und für die den Einzelnen übergreifende gesamtmenschheitliche Evolution gültige Wachstumsgesetz. Obwohl konsequent auf das Ziel äußerster Bewusstseinsintensivierung, auf das Supramentale und das Einswerden mit dem Göttlichen angelegt, wird die materielle Basis nicht in Mißkredit gebracht. Das Werk ist deshalb ein "Buch des Lebens für alle", wie es unter dem Motto der bezeichnenden Definition Sri Aurobindos steht: "Alles Leben ist Yoga." Zugleich ist es ein Standardwerk von Psychologie und Philosophie. Aber anders als in der europäischen Philosophie bleibt das Werk nie in der intellektuellen Erkenntnis verhaftet. Es geht um Praxis, um Wandlung des Menschen, um Veränderung der Art. Die Mutation des heutigen Menschen zum "surhomme" (Teilhard de Chardin) erscheint auch bedeutenden Europäern als Ausweg und Aufgabe. Mit seiner Erfahrung des Supramentals ist Sri Aurobindo diesen Weg gegangen und damit Wegweiser ..."Zwei notwendige Wirkensweisen der Natur spielen in den größeren Erscheinungsformen der menschlichen Aktivität stets eine Rolle, und zwar in unseren gewöhnlichen Tätigkeiten ebenso wie dort, wo wir nach außergewöhnlichen Sphären und nach Erfüllung streben, nach dem, was uns erhaben und göttlich erscheint. Erstens trachtet jede solche Gestaltung nach einer harmonisierten Vielfalt und Ganzheit die sich wieder in verschiedene Kanäle einer besonderen Bemühung und Tendenz aufteilt, um sich danach erneut in einer umfassenderen und machtvolleren Synthese zu vereinigen. Zweitens ist es ein zwingendes Gesetz für eine wirkungsvolle Manifestation, sich in Formen hinein zu entfalten. Jede Wahrheit und Praxis jedoch, die zu starr ausgeformt wird, veraltet und verliert viel, wenn nicht alles, von ihrem Wert. Sie muß ständig durch frische Ströme des Geistes erneuert werden, die den toten oder sterbenden Träger zu neuem Leben erwecken und ihn umwandeln, wenn er ein neues Leben erwerben soll.""Die Synthese des Yoga" führt nicht nur ins Zentrum der Philosophie von Sri Aurobindo. Sie könnte vielmehr all denjenigen weiterhelfen, die unter mehr oder weniger kompetenter Führung sich in die Theorie und Praxis des Yoga eingelassen haben. In meisterhafter Gedankenführung und Sprache zeigt Sri Aurobindo das Wesentliche aller Yogawege auf und erläutert ihre Geheimnisse in einer auch dem Europäer verständlichen Weise, so daß man nicht mehr den Eindruck des Fremdartigen hat wie bei anderen Büchern zu diesem Thema... Zu rühmen sind auch die Ausstattung des Buches, die sorgfältige Übersetzung von Heinz Kappes und die Anfügung eines Glossariums der Sanskrit-Ausdrücke, welches größtenteils aus Erläuterungen von Sri Aurobindo selbst zusammengestellt ist. - Deutsches Ärzteblatt, HamburgSri Aurobindo wurde am 15. August 1872 in Kalkutta geboren. Sein Vater sandte ihn früh nach England, damit er "ernsthafte Studien" betreibe, wie es in gewissen anglisierten Kreisen Indiens Brauch war. 1893 kehrte er in seine Heimat zurück und engagierte sich bald im politischen Kampf zur Befreiung seines Landes. Gleichzeitig und parallel dazu begann er seine innere Forschung - den "Yoga" -, nicht um in die höheren Sphären zu entfliehen, sondern als Handlungsmittel für seine revolutionären Tätigkeiten gegen den englischen Unterdrücker. Er verbrachte ein Jahr. In einem Jahr der erzwungenen Isolation in Untersuchungshaft wurde ihm bewußt, daß die Besetzung seines Landes durch eine Fremdmacht nur die Facette eines weitaus umfassenderen Problems war, nämlich der Transformation der menschlichen Natur. "Es erfordert nicht nur einen Aufstand gegen das britische Weltreich, sondern einen Aufstand gegen die gesamte universelle Natur!" rief er aus.
Autorenportrait
Sri Aurobindo wurde am 15. August 1872 in Kalkutta geboren. Sein Vater sandte ihn früh nach England, damit er "ernsthafte Studien" betreibe, wie es in gewissen anglisierten Kreisen Indiens Brauch war. 1893 kehrte er in seine Heimat zurück und engagierte sich bald im politischen Kampf zur Befreiung seines Landes. Gleichzeitig und parallel dazu begann er seine innere Forschung - den "Yoga" -, nicht um in die höheren Sphären zu entfliehen, sondern als Handlungsmittel für seine revolutionären Tätigkeiten gegen den englischen Unterdrücker. In einem Jahr der erzwungenen Isolation in Untersuchungshaft wurde ihm bewußt, daß die Besetzung seines Landes durch eine Fremdmacht nur die Facette eines weitaus umfassenderen Problems war, nämlich der Transformation der menschlichen Natur. "Es erfordert nicht nur einen Aufstand gegen das britische Weltreich, sondern einen Aufstand gegen die gesamte universelle Natur!" rief er aus.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
"Zwei notwendige Wirkensweisen der Natur spielen in den größeren Erscheinungsformen der menschlichen Aktivität stets eine Rolle, und zwar in unseren gewöhnlichen Tätigkeiten ebenso wie dort, wo wir nach außergewöhnlichen Sphären und nach Erfüllung streben, nach dem, was uns erhaben und göttlich erscheint. Erstens trachtet jede solche Gestaltung nach einer harmonisierten Vielfalt und Ganzheit die sich wieder in verschiedene Kanäle einer besonderen Bemühung und Tendenz aufteilt, um sich danach erneut in einer umfassenderen und machtvolleren Synthese zu vereinigen. Zweitens ist es ein zwingendes Gesetz für eine wirkungsvolle Manifestation, sich in Formen hinein zu entfalten. Jede Wahrheit und Praxis jedoch, die zu starr ausgeformt wird, veraltet und verliert viel, wenn nicht alles, von ihrem Wert. Sie muß ständig durch frische Ströme des Geistes erneuert werden, die den toten oder sterbenden Träger zu neuem Leben erwecken und ihn umwandeln, wenn er ein neues Leben erwerben soll."
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Aus dem 1. Kapitel: Leben und Yoga Zwei notwendige Wirkensweisen der Natur spielen in den größeren Erscheinungsformen der menschlichen Aktivität stets eine Rolle, und zwar in unseren gewöhnlichen Tätigkeiten ebenso wie dort, wo wir nach außergewöhnlichen Sphären und nach Erfüllung streben, nach dem, was uns erhaben und göttlich erscheint. Erstens trachtet jede solche Gestaltung nach einer harmonisierten Vielfalt und Ganzheit die sich wieder in verschiedene Kanäle einer besonderen Bemühung und Tendenz aufteilt, um sich danach erneut in einer umfassenderen und machtvolleren Synthese zu vereinigen. Zweitens ist es ein zwingendes Gesetz für eine wirkungsvolle Manifestation, sich in Formen hinein zu entfalten. Jede Wahrheit und Praxis jedoch, die zu starr ausgeformt wird, veraltet und verliert viel, wenn nicht alles, von ihrem Wert. Sie muß ständig durch frische Ströme des Geistes erneuert werden, die den toten oder sterbenden Träger zu neuem Leben erwecken und ihn umwandeln, wenn er ein neues Leben erwerben soll. Ständig wiedergeboren zu werden, ist die Voraussetzung für materielle Unsterblichkeit. Wir leben in einer Zeit, die in schweren Geburtswehen liegt. Alle Formen des Denkens und Handelns, die sich bislang als sehr zweckmäßig erwiesen haben oder insgeheim beharrlich festgehalten wurden, werden einer äußersten Prüfung unterworfen und erhalten so die Gelegenheit zu ihrer Wiedergeburt. Die Welt stellt sich heute als ein gewaltiger Kessel der Medea dar, in den alles, in Stücke zerschnitten, hineingeworfen, Experimenten unterworfen, zusammengesetzt und immer wieder neu zusammengesetzt wird, damit es entweder zugrundegeht und das Material für neue Gestaltung liefert oder damit es verjüngt und umgewandelt daraus hervorgeht zu einer neuen Daseinsbestimmung.
Der Yoga Indiens trägt in sich die kraftvolle Möglichkeit, eines dieser dynamischen Elemente im künftigen Leben der Menschheit zu werden. Seinem Wesen nach ist er eine spezielle Betätigung oder Formulierung gewisser starker Mächte der Natur. Er teilt sich darum in spezielle Richtungen und ist auf verschiedene Art formuliert. Er ist das Kind unvordenklicher Zeiten, das sich durch seine Vitalität und Wahrheit bis in unsere modernen Zeiten hinein erhalten hat. Jetzt taucht der Yoga aus seinen geheimen Schulen und asketischen Einsiedeleien, in die er sich geflüchtet hatte, wieder auf und sucht sich seinen Platz in der zukünftigen Gesamtsumme der lebendigen Entfaltung und Verwendung menschlicher Kräfte. Zuerst muß er aber sich selbst wieder entdecken. Er muß innerhalb dieser allgemeinen Wahrheit den eigenen tiefsten Wahrheitsgrund seines Wesens und jene unvergängliche Absicht der Natur, die er darstellt, herausbringen und durch den Wert dieser neuen Selbsterkenntnis und Selbsteinschätzung seine eigene, neu erworbene und umfassende Synthese entdecken. Wenn sich der Yoga so reorganisiert, wird er leichter und machtvoller in das neu gestaltete Leben der Menschen eingehen, das seine praktischen Methoden nach innen bis in deren geheimste Heiligtümer und empor bis in die höchsten Höhen ihrer Existenz und Persönlichkeit hinzuführen versprechen.
Bei rechter Betrachtung von Leben und Yoga erkennen wir, daß alles Leben bewußt oder unbewußt Yoga ist. Unter Yoga verstehen wir das methodische Bemühen, zur Selbstvollendung zu gelangen, indem wir alle Kräfte und Anlagen, die in unserem Wesen verborgen sind, zum Ausdruck bringen und unser individuelles Menschsein mit dem universalen und transzendenten Sein, das wir partiell im Menschen und im Kosmos geoffenbart sehen, einen. Wenn wir hinter diese Erscheinungen schauen, erkennen wir, daß alles Leben ein ungeheurer Yoga der Natur ist, die ihre Vollkommenheit in immer umfassenderer Offenbarung ihrer Machtmöglichkeiten ausdrücken und sich mit ihrer eigenen göttlichen Wirklichkeit zur Einung bringen will. Im Menschen, ihrem Denker, erschafft sie sich zum ersten Mal auf der Erde das seines Selbst bewußte Werkzeug und den Vollstrecker ihres Willens, wodurch dieser große Zweck rascher und machtvoller zustande gebracht werden kann. Man könnte mit den Worten des Swami Vivekananda den Yoga als ein Mittel auffassen, wodurch wir unsere eigene Entwicklung in ein einziges Leben, in ein paar Jahre oder sogar in wenige Monate dieses körperlichen Daseins zusammenzudrängen vermögen. Demnach stellt ein gegebenes Yoga-System nur eine Auswahl oder eine Konzentration der allgemeinen Methoden der Natur in begrenzteren, aber kraftvolleren Formen der Intensität dar, durch die es jene allgemeinen Methoden ersetzt, die von der Großen Mutter bei ihrer gewaltig emporsteigenden Schöpfungsarbeit jetzt noch unexakt, weitläufig, in gemächlichen Bewegungen, mit einem sichtlich ungeheuren Verschleiß an Material und Energie, wenn auch unter Anwendung einer immer vollkommeneren Kombination, verwendet werden. Nur ein solches Verständnis des Yoga als einer Intensivierung aller Naturkräfte kann die Grundlage für eine gesunde rationale Synthese der Yoga-Methoden darstellen. Dann erscheint der Yoga nicht länger als etwas Mysteriöses und Abnormes, das keine Beziehung zu den gewöhnlichen Abläufen der Welt-Energie oder zu der Absicht hat, die sie in ihren beiden großen Bewegungen der subjektiven und objektiven Selbst-Erfüllung im Auge hat. Vielmehr offenbart sich der Yoga als die außergewöhnlich intensive Anwendung von Kräften, die die Natur bereits sichtbar machte oder fortschreitend in ihren weniger hervorragenden, aber allgemeineren Verfahrensweisen organisiert.