Daß man klassische Musik nicht nur einfach hören und genießen, sondern auch tiefergehender interpretieren kann, ist bekannt. Vielfach ist ein solches Verständnis für den Laien aufgrund fehlender theoretischer Kenntnis kaum möglich, wer hier tiefer einsteigen will, muß auf entsprechende Literatur zurückgreifen. Die Sinfonien sind meistens der Einstieg in Beethovens Werk (oder in die Klassische Musik überhaupt), umso interessanter ist hier eine Einführung in das Werk sowie die gerade bei Beethoven interessante und wichtige Einordnung in das zeitliche und persönliche Umfeld des Komponisten. Die neun Sinfonienen werden von neun verschiedenen Bearbeitern erläutert, dementsprechend unterschiedlich ist das Niveau der Verständlichkeit - zwar sind wohl alle noch auch für Nicht-MusikerInnen verständlich, einige wenige sind da aber schon hart an der Grenze. Markante bzw. wichtige Passagen sind oft mit Notenbeispielen bzw. Partiturauszügen dokumentiert, da ist es schon hilfreich, wenn man Noten lesen kann. Insgesamt wird man aber auf jeden Fall von den Erläuterungen zu den einzelnen Sätzen der Stücke profitieren. Zu jeder Sinfonie finden sich dazu noch ein thematisch entsprechendes Essay und Dokumente (Briefe des Komponisten, Konzertkritiken) aus der Enstehungszeit des Werkes. Gerade bei Beethovens Musik, die ja den Übergang von der Wiener Hochklassik zur Romantik vollzieht und auch in dieser Hinsicht Musikgeschichte geschrieben hat, sind die - nicht immer begeisterte - Reaktion des damaligen Publikums und die Probleme Beethovens mit Verlegern und mit sich selbst sehr aufschlußreich. Auch eine kommentierte Biographie des Künstlers mitsamt dem Versuch einer Charakterstudie fehlt nicht. Insgesamt ein Buch, das die Freude nicht nur an Beethovens Sinfonien ungemein vertieft. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)