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Die Bilderwelt unserer abendländischen Kultur ist unendlich reich und spiegelt ein jahrtausendealtes religiöses Erbe. In den großen symbolischen Bildern wie Kreuz und Kelch, Blut und Brot, Wasser und Wein wird dieses Erbe bewahrt. Bis heute prägen diese Bilder unser Denken und unser Weltbild. Doch das haben wir vergessen. Wir haben unser religiöses Erbe einem so heftigen Bildersturm ausgesetzt, dass es unter unseren Händen verfällt. So tappen wir im Dunkeln umher, in einer metaphysischen Obdachlosigkeit mit einer unbestimmten Sehnsucht nach Glaube, Geborgenheit und Sinn.
Bis heute bestimmen die alten religiösen Bilder auch unseren Kalender. Die Symbole des Westens sind eingraviert in unseren Jahreslauf, sind aufbewahrt in unseren Fest- und Feiertagen, und alle Versuche, sie aus unserem Leben zu eliminieren, sind bislang gescheitert. Der Jahreslauf ist wie eine Landkarte, auf der die großen Themen des Menschseins - Geburt, Tod und Auferstehung - mit dem Lauf der Sonne durch den Tierkreis und mit den Bildern der Jahreszeiten verknüpft sind. Natur und Religion sind seit je eine unauflösliche Einheit. Von Anbeginn an wird die Geburt des Lichtes im dunklen Winter gefeiert, wird die Auferstehung des Gottes mit der Auferstehung der Natur im Frühling parallelisiert. "Die Symbole des Westens" ist ein Versuch, unter den Trümmern der Moderne die Grundmauern der eigenen religiösen Tradition wiederzufinden und damit eine tiefere Seite des Seins.
Aus dem Inhalt:
Januar. Die Zeit. Anfang und Augenblick
Februar. Das Fleisch. Ausschweifungen und Askese
März. Die Unterwelt. Hölle und Teufel
April. Das Kreuz. Erniedrigung und Erlösung
Mai. Die Madonna. Heilige, Huren und Hexen
Juni. Die Natur. Gärten und Pfade, die sich verzweigen
Juli. Die Liebe. Geschlechtliche und Göttliche
August. Das Meer. Tiefe, Traum und Trug
September. Ernte und Opfer. Mordgeschichten
Oktober. Das Alter. Verlust, Verfall und ein Versprechen
November. Der Tod. Abschied und Auferstehung
Dezember. Das Licht. Hoffnung und Neugeburt
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