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Was zukünftige Soziologen und Historiker aus dieser Tatsache schließen werden? Keine Frage: Humor ist etwas Zeitbezogenes. Was 1983, das Jahr, in dem dieser Film entstanden ist, für lustig befunden wurde, mag heute banal und flach erscheinen. Wobei die Frage erlaubt sein muss: War der Humor von Die Supernasen nicht auch 1983 schon banal und flach? Nein, an dieser Stelle soll über diese Frage gar nicht diskutiert werden, denn eine Diskussion würde zu keinem Ergebnis gelangen. Tatsache ist: Im Zuge der 80er-Jahre-Retrowelle steht dieser Film jenseits üblicher Kritiken. Es kommt gar nicht drauf an, ob dieser Film banal und sein Humor flach ist. Es kommt darauf an, ob er die 80er-Jahre widerspiegelt. Und siehe einmal an: Ja, er spiegelt die 80er-Jahre wider, zumindest die frühen.
Der Film selbst erzählt die Geschichte der beiden Detektive Tommy und Mike, die einem Direktorenehepaar helfen. Mehr gibt es zur Geschichte nicht zu sagen, denn es passiert schlicht und ergreifend nicht mehr. So bleibt der Blick ganz auf die Zeit fokussiert, auf die Kleidung, die coolen Sprüche, die Musik (von Inker + Hamilton -- erinnert sich noch jemand an diese beiden?). Und plötzlich wird aus Die Supernasen ein Rückblick auf ein Zeitalter, in dem Männer noch dauergewelltes Haar und Frauen bunte Ohrringe tragen durften. Eine Zeit, die heute in Büchern wie Generation Golf von Florian Illies oder Die sagenhaften 80er von Dieter Rehnen ihre Wiederauferstehung feiern. So wird aus Die Supernasen ein verklärter Rückblick auf ein Zeitalter, an das sich viele nur mit Grausen erinnern, das für andere jedoch einfach nur unterschätzt wurde. --Christian Lukas
Über die inhaltliche und handwerkliche Qualität des Films läßt sich streiten, aber man sieht den (zugegebenermaßen völlig unbegabten) Hauptdarstellern an, welches Vergnügen sie bei der Arbeit gehabt haben. Daß der Film stümperhaft inszeniert ist, darüber muß man hinwegsehen.
Schaltet man also vor Betätigen der "Play"-Taste jeglichen cineastischen Anspruch und gesunden Menschenverstand aus, dann wird man von den Supernasen auf eine unvergeßliche Zeitreise in die frühen Achtziger eingeladen, die einfach nur Spaß macht. Dieser Film ist wie ein guter Wein: Er mußte zwanzig Jahre reifen, ehe er seine Qualitäten als unterhaltsame Zeitgeistrevue entwickeln konnte. 1983 wäre er höchstens zwei Sterne wert gewesen! Auf nach Bad Spänzer!
Ein Manko: Die vorliegende Neuauflage als VHS-Cassette ist technisch nicht optimal umgesetzt. Das Bild erscheint oft kontrastarm.
Ach, ja: Das Mike-Krüger-Interview am Ende ist zwar sehr informativ, aber äußerst dilletantisch aufgezeichnet worden. Als Kulisse dient offenbar ein Büro mit Magnettafel, die Beleuchtung ist schlecht und man versteht kaum ein Wort.
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