Werte Leserin, werter Leser dieser Rezension! Wenn eine der folgenden Aussagen auf Sie zutrifft, so kaufen Sie dieses Buch lieber nicht, - Sie brauchen es nicht.
-- Ich habe schon mehrere Bücher von Jan Uwe Rogge, Jesper Juul & Co gelesen.
-- Ich habe ein abgeschlossenes oder abgebrochenes Pädagogik-Studium hinter mir.
-- Ich arbeite als Kleinkind-Pädagogin in einem Kindergarten oder als Lehrer in einer Grundschule.
-- Ich arbeite als Psychotherapeut oder Psychiater mit Schwerpunkt Kinder und Jugendliche.
-- Ich weiß ohnehin schon alles über Erziehungsfragen.
-- Ich habe zwei bis fünf Kinder großgezogen, die heute schon erwachsen sind.
-- Ich habe einmal die Sendung Super Nanny gesehen, und finde Katharina Saalfrank so abscheulich, dass ich ihr Foto nicht mehr sehen kann.
Wer ein oder mehrmals mit ja geantwortet hat, gehört nicht zum Zielpublikum. Allen anderen sei dieser Basiskurs für die enormen Herausforderungen einer Elternschaft wärmstens empfohlen. Vor allem jungen (werdenden), sowie verunsicherten oder überforderten Eltern möchte ich dieses kleine Buch ans Herz legen. Es ist ein Ratgeber im besten Sinne des Wortes, in dem das scheinbar Selbstverständliche ausgesprochen wird, das im Alltag gar nicht so leicht zu verwirklichen ist. Zitat: "Eltern zu sein bedeutet >Liebe zu geben >miteinander zu reden >Anerkennung zu zeigen und >Vorbild zu sein." Und es wird anschaulich beschrieben, wie das ganz konkret im familiären Alltag verwirklicht werden kann.
Randbemerkung zur TV-Serie: Frau Saalfrank hat am Beginn ihrer Karriere als Super Nanny einige Fehler gemacht, die inzwischen korrigiert wurden. Trotzdem gibt es immer noch viele gescheite Leute, die auf das Reality-Format herabsehen und es verunglimpfen. Zu Unrecht, wie ich meine. Akademische Überheblichkeit ist unangebracht.
Zurück zum Buch: Es ist unvergleichlich informativer, als die Fernseh-Serie. Es muß sich auch nicht an Einschaltquoten ausrichten. Es ist sehr warm und auf dem Punkt. Es konzentriert sich auf das Allerwichtigste. Es ist verständlich für jedermann und sehr pragmatisch. Es macht Freude, wenn wichtige Dinge des Lebens auf eine so schlichte, klare und unmittelbar einleuchtende Weise formuliert sind. Darüber hinaus ist die Autorin um einen ausgewogenen Erziehungsstil bemüht, zwischen den Polen autoritär und laissez faire. Selbst dem schärfsten Super Nanny-Kritiker dürfte es schwer fallen, gravierende Fehler zu finden.