Ursula Summ hat die Trennkost zwar nicht erfunden, manchmal könnte man dies aber meinen, so präsent ist die Frau mit ihren Büchern zur Materie.
Und, das muss man ihr positiv zu Gute halten, sie ist im positiven Sinne eine Überzeugungstäterin ohne missionarisch aufdringlich zu wirken. Sie hat eine Reihe eigener Erfahrungen aus ihren Seminaren in ihre Kochbücher einfließen lassen. Das hinterlässt insgesamt einen sympathischen Eindruck.
Ok, ich weiß, dass die moderne Wissenschaft die theoretischen Grundlagen der Trennkost ad absurdum führt. Keinem modernen Mediziner leuchtet mehr ein, wieso die getrennte Einnahme von Kohlehydraten und Eiweißen den von der Trennkosttheorie bezeichneten Effekt haben soll.
Auch wird die Unterteilung der Lebensmittel in Eiweiß- und Kohlehydrategruppe natürlich von der kritischen Medizin in Frage gestellt.
Im Laufe der Jahre sind natürlich auch eine Reihe von Groß- und Dummschwätzern (übles Beispiel: Anthony Robbins) auf den Zug aufgesprungen und haben die Trennkost in einer Weise vermarktet, die ihr nicht unbedingt positiv bekommen ist.
Aber sei es wie es will: 3 Punkte können auch die schärfsten Kritiker der Trennkost nicht verleugnen:
1. Es ist wahrscheinlich die einzige Diät, mit der man wirklich abnehmen kann. Ich kenne selber Leute mit erstaunlichem Gewichtsverlust dank Trennkostumstellung.
2. Es ist auch nach meiner Erfahrung eine Tatsache, dass eine Trennkostmahlzeit einfach weniger ermüdet macht als eine normale Mahlzeit. Insbesondere im Büroalltag spielt das eine wichtige Rolle. Nicht wenige Büroangestellte verzichten auf das Mittagessen, um dem 14-Uhr-Loch zu entgehen. Da ist ein Trennkostmittagessen in jedem Fall die gesündere Alternative.
3. Trennkost-Mahlzeiten sind leicht und schnell zuzubereiten. Ein Argument für Singles und Berufstätige. Das Argument der Fehlernährung, das von manchen Medizinern vorgebracht wird, mag in Extremfällen zutreffen, scheint mir aber bei normaler Ernährung wenig stichhaltig. Strikt vegetarische Ernährung dürfte da wegen des fehlenden Eiweißanteils beispielsweise riskanter sein. Außerdem gibt es ja genügend Angebote an Nahrungsergänzungsstoffen.
Fazit: Das vorliegende Buch ist als Einstieg in die Trennkost vorzüglich geeignet. Sogar einige Widersprüchlichkeiten, die in früheren Werken von Frau Summ bei der Lebensmitteleinteilung enthalten waren, sind beseitigt (allerdings nicht alle - z. B. taucht Eigelb in zwei verschiedenen Gruppen auf). Die Rezepte sind leicht nachzukochen, gut gegliedert in Leichte und Huaptgerichte einerseits und Eiweiß-, Kohlehydratgerichte andererseits. Auch die Anzahl der Rezepte bietet etwas mehr Auswahl als in den anderen Büchern der Autorin. Dafür muss man hier halt auf Farbtafeln verzichten.