Die Suchtfibel von Ralf Schneider ist mittlerweile zu einem Standartwerk für Betroffene geworden. In klarer Darstellung werden u.a. die Wirkungsweise und körperlichen Auswirkungen von Alkohol und zentrale Strategien, um gegen Alkoholprobleme angehen zu können vorgestellt. Ärgerlich dabei ist allerdings, dass der Verfasser wiederholt veraltete und wissenschaftlich wiederlegte Konzepte wie den "Phasenverlauf des Alkoholismus" nach Jellinek (aus den 50er Jahren)in das Buch aufgenommen hat. Solche Schemata können dazu beitragen, dass Menschen mit Alkoholproblemen, die ihr Sozialleben (noch) gut im Griff haben, mal wieder einen Grund dafür geliefert bekommen, dass "das alles" mit ihnen nicht allzuviel zu tun hat. Man bemerkt, dass der Verfasser als Psychologe in einer Suchtklinik arbeitet und viele praxisrelevante Information des Buches Ergebnis der alltäglichen Arbeit ist, wobei eben nur eine Minderheit von Menschen mit Alkoholproblemen jemals mit solchen Einrichtungen in Kontakt kommen. Für Menschen, die sich über ihren Alkoholkonsum Gedanken machen, ist das Buch deshalb nur eingeschränkt zu empfehlen.