Charlotte Links Buch "Sturmzeit" kannte ich bereits aus der Verfilmung im Fernsehen. Von daher waren mir einige Personen bekannt, besonders Maksim, der im Film von Ben Becker gespielt wurde. Vermutlich ist mir die Romanfigur daher besonders sympathisch gewesen. Der Film ist dem Roman gut nachempfunden worden, was bei nur wenigen Verfilmungen der Fall ist. Schon damals war ich gespannt darauf, das Buch zu lesen. Und ich muss sagen, das Buch ist fesselnd!! Man taucht ein in das Leben der Familie Degnelly, die im Laufe des Buches immer größer wird durch Familienzuwachs, Heirat, Freundschaft, etc. Man wächst hinein in diese Familiengeschichte, die im ehemaligen Ostpreussen, auf dem Gut von der Familie Degnelly beginnt und dann über Berlin, Frankreich, Russland, Berlin wieder auf dem Gut der Familie endet. Durch den ersten Weltkrieg, die Kämpfe in Europa, der russischen Revolution bis hin zur Wirtschaftskrise der 20er Jahre spannt sich der geschichtliche Bogen. Charlotte Link hat das Grauen des Krieges, die Gefahren der Flüchtlinge und auch das dekadente Leben der High Society so nah beschrieben, das man fasziniert eintaucht in diese Familiensaga und das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag.
Ein kurzer Einblick: Die Geschichte beginnt 1914 auf dem Gut von Felicias Großeltern. Durch Eintritt des ersten Weltkrieges beginnt die Familie in alle Richtungen auseinanderzulaufen; ihre Brüder ziehen begeistert in den Krieg, der Großvater liegt im Sterben, ihre Tante Belle lebt mit ihrer Familie in Petrograd in Russland, wo schon bald die russische Revolution wütet. Felicia, verliebt in einen Revolutionär, heiratet einen anderen und kann doch ihre große Liebe nicht vergessen. Über allem stehen der Grauen und die Unsinnigkeit des Krieges, Hungersnöte, Krankheiten, Tod, Lügen, Familiengeheimnisse, Intriegen und natürlich die Liebe. Viel Spaß beim Lesen!!