Glutsand ist nach Dschinnland und Wunschkrieg der abschließende Band der Sturmkönige und kann praktisch nicht eigenständig gelesen oder gehört werden, da die ausführliche Handlung der vorangegangenen Teile nahtlos fortgesetzt wird.
Andreas Fröhlich liest natürlich wieder eindringlich und überzeugend.
Lange Passagen liest er mit verzerrter Stimme, z.B. in der Rolle des Narbennarr. Bei einem weniger begnadeten Sprecher würde das vielleicht lächerlich wirken, doch bei Andreas Fröhlich funktioniert es.
Manche der Nebenfiguren (z.B. Nachtgesicht, Ifranji), die inzwischen Teil der Gruppe sind, wurden vom Autor nicht sehr mit ausgeprägtem Charakter ausgestattet, es fehlt an Eigenständigkeit Bei den Hauptfiguren sieht es anders aus, bei ihnen geht es auch darum, wie sie sich im Laufe der Handlung verändern.
Kai Meyer setzt auf ein geradliniges Vorantreiben der Handlung mit vielen Actioneinlagen, die je nach Hörgeschmack überzeugend oder langweilig wirken können. Vereinzelt gibt es auch durchaus packende Szenen, aber auch viel Leerlauf. Bis zu CD 4 schleppt sich das Hörbuch streckenweise doch sehr zäh voran.
Was dann aber doch einiges wieder rausreißt, ist das groß angelegte Finale. Hier sind die guten Beschreibungen dieser Fantasywelt rund um Bagdad, der Ruinenstadt Skarabapur und um zu mit all seinen Gestalten besonders eindrucksvoll. Daraus entstehen eindrucksvolle Bilder vor dem inneren Auge des Zuhörers und auch wieder eine starke Atmosphäre, die ein Markenzeichen dieser Reihe von Kai Meyer darstellt.
Insgesamt sind die Dialoge deutlich die Schwäche des Buches, da sie nicht immer ganz passend wirken wollen, sich merkwürdig verzetteln und mit einigen Wiederholungen ausgestattet sind.
Sehr ansprechend ist aber wieder die Covergestaltung, diesmal in einem Gelbton gehalten und sehr gut passend zu den blauen und roten Cover von Teil 1 und 2.