Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einmalig schöne Übersetzung dieses Klassikers!, 25. Juli 2004
Von Ein Kunde
Zur "Insel"-Ausgabe: Die vorliegende Übersetzung von Grete Rambach ist orginalgetreu und trifft genau die Stimmung des englischen Orginals (auf keinen Fall "Manesse" Ausgabe kaufen, die ist miserabel und sehr blumig übersetzt!!). Zum Buch: Um es mit den Worten von Virginia Woolf zu sagen:...sie (Emily) konnte vom Moor sprechen, und schon blies der Wind, und es grollte der Donner. Besser kann man es nicht ausdrücken. Dieses Buch ist eines der schönsten das jemals geschrieben wurde.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zerstörerische Leidenschaft, 13. Dezember 2003
"1801 - Soeben bin ich von einem Besuch bei meinem Gutsherren zurückgekehrt - diesem einsiedlerischen Nachbarn, der mir noch zu schaffen machen wird. Was für eine schöne Gegend! Ich denke, in ganz England hätte ich keinen zweiten Ort finden können, an dem sich so abgeschieden vom gesellschaftlichen Trubel leben ließe. Ein wahres Paradies für Menschenfeinde - und Mr. Heathcliff und ich sind genau die rechten zwei, um diese Einöde miteinander zu teilen."So beginnt die Geschichte von "Wuthering Heights", einem Anwesen in der Moorlandschaft Yorkshires. Nachdem Mr. Lockwood die Bekanntschaft seines mürrischen Gutsherren Mr. Heathcliff gemacht hat, ist er neugierig, warum dieser sich zu einem solch unfreundlichen Zeitgenossen entwickelt hat. Haushälterin Mrs. Ellen Dean, die auf dem Anwesen aufgewachsen ist, entführt Lockwood und den Leser in die Vergangenheit und erzählt von den Familien Earnshaw, Linton und Heathcliff, deren Geschicke fest miteinander verwoben sind. Eine Geschichte von unbändiger Liebe und tiefem Hass. Selten habe ich eine Geschichte gelesen, die derart tief berührt. Faszinierend, wie die Autorin Emily Brontë, die selbst zurückgezogen im väterlichen Pfarrhaus lebte, es vermag, diese leidenschaftlichen Gefühle zu schildern. Statt von Romantik erzählt sie von einer zerstörerischen Liebe, aus der ein nicht enden wollender Hass erwächst. Kein Wunder, dass dieses Werk in seinem Erscheinungsjahr 1847 die Leserschaft erschütterte.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mystisches Meisterwerk, 18. März 2009
Wenn eine Welt im ewig Gleichen zu erstarren, wenn eine Gesellschaft - hier eine kleine Dorfgemeinschaft - in ihrem Trott zu ersticken droht und die Menschen nur noch aus Gewohnheit aneinander festhalten und ihr alltägliches Einerlei, das sie nicht wirklich glücklich macht, als "stilles Glück" bezeichnen, dann kann eine Katastrophe Reinigung und Neubeginn sein.
Emily Bronte lässt in ihrem einzigen Roman die dämonischen Kräfte der Hölle wirken - durch einen einzelnen Menschen, der sowohl grenzenlosen Hass bis zur Entmenschlichung als auch die extreme Form der puren Liebe in sich trägt und wie eine Naturgewalt durch die biedere Ländlichkeit fegt.
Heathcliff wird von Mr Earnshaw als Findelkind aus Liverpool in das Kaff Gimmerton irgendwo in Yorkshire gebracht. Zusammen mit Earnshaws Kindern Cathy und Hindley wächst der rätselhafte Junge, der wenig spricht und von einer düsteren Intelligenz besessen ist, auf dem Hof Wuthering Heights auf. In der jungenhaften Cathy findet Heathcliff nicht nur eine Schwester und Freundin, sondern sein Ideal, seine ewige Liebe. Er vergöttert sie, unterwirft sich, obwohl er selbst sonst äußerst starrsinnig ist, ganz ihrem Willen und hält es daher für selbstverständlich, dass er sie natürlich später einmal zur Frau bekommen wird.
Auftritt Edgar Linton, des etwas anämischen Sohns des reichsten Gutsherren der Gegend. Edgar ist phlegmatisch und langweilig, das, was man heute einen Gutmenschen nennen würde, doch er sieht gut aus und ist reich. Cathy, die ähnlich wie Jane Austens Heldinnen durchaus pragmatisch und standesbewusst denkt, entscheidet sich Edgar zu heiraten. Zwar ist dies offensichtlich eine Vernunftehe, obwohl sie auch Edgar durchaus Zuneigung entgegen bringt, doch für Heathcliff bricht im wahrsten Sinne die Welt zusammen.
Er verlässt das Dorf und kehrt nach Jahren als reicher Mann zurück. Allein die bauernschlaue Hausdame Nellie Dean, die Erzählerin der Geschichte, erkennt, dass Heathcliff sich nicht nur zum Positiven verändert hat. Er ist wahnsinnig geworden und in seinem Wahn geht es ihn nicht mehr um die Erfüllung seiner Liebe, sondern um die Vernichtung von allem, was ihn kränkte und seinen jungenhaften Lebenstraum zunichte machte.
"Heathcliffs Wüten vermag Leser bis heute zu schockieren" schrieb ein Interpret. Wenn man sich die Geschehenisse real vorstellt, ist diese Einschätzung korrekt: Heathcliff geht teils im wörtlichen Sinne über Leichen (dabei ermordet er selbst vielleicht nur eine der Figuren handgreiflich, die anderen treibt er in den Tod), lügt, intrigiert, misshandelt seelisch und körperlich, erniedrigt und benutzt andere. Erstaunlicherweise schafft es niemand, sich ihm zu widersetzen. Zu unerwartet überrumpelt wird man durch diese atavistische Gewalt, die sich skrupellos über Gesetz, Moral und jeden Funken menschlichen Anstands hinwegsetzt.
Doch als der Leser schon denkt, die ganze Welt versinkt in Gimmerton im Elend, tauchen Hoffnungsfunken auf, die - oh Wunder! - selbst dem unerbittlichen und bitterbösen Heathcliff Erlösung und Seelenheil versprechen.
Die neue Welt, die sich nun auftut, ist besser als die alte, die Charaktere stärker durch die erlittene Zeit des Chaos.
Ein knorriges, ungewöhnliches Meisterwerk einiger nicht weniger exzentrischen Autorin, die mal den Ausspruch gebracht haben soll, dass sie den Haushund sämtlichen menschlichen Wesen vorzieht.
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