Hier haben wir genau das, was uns neuerdings wieder so ärgert: „ ... Europäer, die durch den Krieg entnervt und verbraucht waren und ihre besten Jahre hinter sich hatten ..." So dachte die Amis nämlich schon nach dem ersten Weltkrieg. Und dennoch hatte Paris für sie einen ganz besonderen Zauber. Gegen Ende des Buches merken wir, dass an den Ungeheuerlichkeiten, die offenbar nur in Paris passieren können, zwei Menschen zerbrochen sind: Paris ist eben nicht nur gut, um da lässig in Cafes rum zu sitzen, Paris ist auch das Sünden-Babel. Außerdem ärgert einen womöglich dieser breitbeinige „männliche Humanismus" von Hemingway, der gerade weiblichen Leserinnen tierisch auf die Nüsse gehen kann (obwohl ich gerade merke, dass man das so eigentlich nicht formulieren kann); und mich ärgert dieser einfache Mann aus dem Volk, der seinen Shakespeare zitiert, den er aber sicherheitshalber als „Tintenkleckser" bezeichnet, weil es sie ja alle solche Rauhbeine sind; und dieser merkwürdige Bruch, der entsteht, wenn der Autor sich direkt an die Leser wendet (was heute nicht mehr so modern wirkt wie damals; es soll ja auch eine Pardie sein), ist eigentlich auch eher ärgerlich. Aber was soll ich mich ärgern: Es ist ein tolles Buch.