Das Buch "The Hours" von Michael Cunningham habe ich mir gekauft, weil ich vor einiger Zeit den gleichnamigen Film gesehen habe, der mich sehr beeindruckte.
Parallel wird ein Tag im Leben von drei Frauen in verschiedenen Jahrzehnten geschildert. Da ist das Jahr 1923. Virginia Woolf lebt zusammen mit ihrem Mann auf dem Land, wo sie sich nach schwerer psychischer Krankheit erholen soll. Virginia sehnt sich jedoch nach dem Großstadttrubel in London. Sie müht sich aktuell damit, für ihren neuen Roman mit dem Titel -Mrs. Dalloway- den richtigen Einstieg zu finden. Am Ende des Tages weiß sie zumindest, dass ihre Hauptdarstellerin nicht sterben wird sondern ein "verrückter Poet" und dass sie mit ihrem Mann wieder nach London ziehen werden. Dann wird der Leser bekannt gemacht mit Laura Brown, die 1949 in einer typisch amerikanischen Vorortsiedlung lebt. Sie fühlt sich gefesselt in ihrem Hausfrauendasein und nimmt sich ein Stück Freiheit, in dem sie alleine in ein Hotel flüchtet und dort den Roman -Mrs. Dalloway von Virginia Woolf- liest. Am Ende des Tages kehrt sie doch zu Mann und Kind zurück. Die dritte Protagonistin Clarissa Vaughn agiert im New York der 90er Jahre. Sie will für ihren todkranken Jugendfreund, der einen Schriftstellerpreis erhalten soll, eine Party ausrichten. Von diesem Freund wird sie -Mrs. Dalloway- genannt. Der "Poet" entzieht sich jedoch auf tragische Weise dem bevorstehenden Ereignis. Clarissa Vaughn lernt am Ende des Tages Mrs. Laura Brown kennen, die 80jährige Mutter des Jugendfreundes.
Zunächst war es etwas verwirrend, den Überblick über die einzelnen Personen zu behalten. Ständig wurde zwischen den einzelnen Frauen gewechselt. Aber mit ein paar Notizen und dem Film in Kopf klappte es dann ganz gut. Ich geriet beim Lesen schnell in einen regelrechten Sog, wollte wissen, wie es in den nächsten Stunden bei den drei Frauen weitergeht, was sie denken, fühlen, machen werden. Alle drei sind auf magische Weise miteinander verbunden.
Allerdings muss ich sagen, dass mich der Film weit mehr beeindruckt hat. Es kam dort eine eigentümliche Stimmung rüber, die mich sehr fesselte. Der Film hält sich inhaltlich sehr eng an das Buch. Daher ist es auf jeden Fall lesenswert. Trotzdem würde ich in diesem Fall dem Film den Vorzug geben. Aber entscheidet selbst.