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Die Stunde der Wahrheit? Studienausgabe: Zum Verhältnis der Wissenschaft zu Politik, Wirtschaft, Medien in der Wissensgesellschaft
 
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Die Stunde der Wahrheit? Studienausgabe: Zum Verhältnis der Wissenschaft zu Politik, Wirtschaft, Medien in der Wissensgesellschaft [Taschenbuch]

Peter Weingart
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 397 Seiten
  • Verlag: Velbrück Wissenschaft; Auflage: 2. Auflabe 2005 (30. April 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3934730981
  • ISBN-13: 978-3934730984
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 13,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 339.885 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Zeit, 22.03.2001
Ulf von Rauchhaupt ist von dem Buch über die Frage, ob Wissenschaft dabei ist, ihr Ansehen und ihre Autorität zu verlieren, sehr angetan. Er lobt den Bielefelder Autor für seine "handfesten Thesen" und den Verzicht auf jegliche "Theorieschnörkel", die die Lektüre unnötig erschweren könnten. Zwar seien die Symptome für den Prestigeverlust der Wissenschaft, die die Studie aufführt, keineswegs neu, doch habe es Weingart trotzdem verstanden, ein gewinnbringendes Buch zu schreiben. Das liegt, wie der Rezensent meint, vor allem am "Reichtum an wohlgeordneten Fakten" und der "historischen Tiefenschärfe", mit der der Autor sein Thema untersucht.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Gegenwärtig erleben wir die Auflösung der Wissenschaft als Institution in ihrer seit dem Ende des 18. Jahrhunderts überkommenen Gestalt. Wissensgesellschaften sind nicht nur durch die vermehrte Produktion und Anwendung wissenschaftlichen Wissens in der Gesellschaft charakterisiert, sondern gleichzeitig durch eine veränderte Art und Weise der Wissensproduktion. Neben der Verwissenschaftlichung der Gesellschaft vollzieht sich eine Vergesellschaftung der Wissenschaft.

Seit Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich die akademische Wis-senschaft zu einem gesellschaftlichen Funktionssystem, das sich intern immer weiter ausdifferenzierte (immer neue Disziplinen und Teildisziplinen erfand), nach außen relativ geschlossen war und - wenigstens dem Anspruch nach - eine selbstgesteuerte Entwicklung nahm. Wissenschaftliche Forschung be-mühte sich, durch Reduktion und Vereinfachung der Natur auf Zusammenhänge, die im Laborexperiment erfaßt und kontrolliert werden können, zu allgemeinen Naturgesetzen zu gelangen. Anwendbar war dieses Wissen in dem Maße, wie sich natürliche Verhältnisse auch außerhalb des Labors auf Laborbedingungen hin "normieren" ließen. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts macht das Funktionssystem Wissenschaft gravierende epistemische und institutionelle Veränderungen durch. Wissenschaft als Institution löst sich aus ihrer bisherigen sozialen Isolierung; die Grenzen zwischen universitärer Grundlagenforschung und angewandter Industrieforschung verwischen sich; Wissensproduktion ist nicht mehr vorrangig auf die Suche nach Naturgesetzen gerichtet; die Forschung wendet sich vom Laborexperiment ab und arbeitet eher an Modellen und Simulationen; die Einteilung in Disziplinen ist nicht mehr der entscheidende Organisationsrahmen der Forschung. Mit einem Wort, die soziale Distanz zwischen akademischer Wissenschaft und Öffentlichkeit schrumpft. Diese engere Anbindung der Erkenntnisproduktion an soziale Anwendungskontexte stürzt das wissenschaftliche Wissen in vielfache Legitimationskrisen. Der Versuch der Politik, ihre Entscheidungen durch wissenschaftliche Expertise zu rechtfertigen, bringt die Wissenschaft in Verbindung mit den politischen Lagern und involviert sie in deren Konflikte. Im Dauerclinch zwischen Gutachtern und Gegengutachtern verliert wissenschaftliches Fachwissen seine Glaubwürdigkeit. Vielleicht am schwersten wiegt aber, daß die Schrumpfung der Distanz zwischen der Wissenschaft und den anderen gesellschaftlichen Systemen den Wissensbegriff selbst verändert. Denn diese relative Distanz der akademischen Wissensproduktion zu sozialen Interessen - Status, Macht und ökonomischer Ertrag - war vielleicht die soziale Voraussetzung für die "Objektivität" wissenschaftlicher Erkenntnis. Der anwendungsorientierten Wissenschaft fällt es schwer, die Erwartungen zu erfüllen, die man traditionell der Wissenschaft gegenüber hegt - nämlich "objektives", sicheres, gewisses Wissen zu liefern. Schlägt also jetzt der Wahrheit die Stunde? -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Stephan Kleiber HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Gleich zu Beginn stellt Peter Weingart die Frage, ob wir auf dem Weg in die Wissensgesellschaft sind und erläutert verschiedene Diagnosen zum Wandel von Wissenschaft und Gesellschaft.

Im Weiteren problematisiert er den zunehmenden Distanzverlust der Wissenschaft
- zur Politik
- zur Wirtschaft und
- zu den Medien.
Sehr differenziert zeigt er entstehende Abhängigkeiten und Interessenkonflikte auf, die letzten Endes alle in einer Legitimationskrise wissenschaftlichen Wissens und der Wissenschaft an sich münden, wenn auch nicht deren Ende bedeuten.

Nach diesem Buch erscheinen o.g. Beziehungen nicht weniger komplex als sie nun mal sind, doch um einiges greifbarer.

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