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Die Stunde der Rebellen: Begegnungen mit dem Kongo
 
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Die Stunde der Rebellen: Begegnungen mit dem Kongo [Taschenbuch]

Lieve Joris , Thomas Hauth , Rosemarie Still
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: Malik (September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3890293514
  • ISBN-13: 978-3890293516
  • Originaltitel: Het uur van dde rebellen
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,8 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 337.842 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Lieve Joris
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Waldreiche grüne Hügel und Dörfer überziehen das östliche Hochland des Kongo. 1967 wird hier Assani als einziger Sohn einer Familie von Tutsi geboren. Im-mer schon zogen die Menschen in diesem Grenz­gebiet zu Ruanda und Burundi auf der Suche nach Nahrung umher - ohne feste Zugehörigkeit zu einer Region, ohne politische Überzeugung, ohne Hass. Erst die ethnischen Unruhen und das Morden im Nach­barland zwingen auch Assani, sich auf eine Seite zu stellen. Nur auf sich selbst vertrauend, wird er bald zum gefürchteten Rebellenführer, der eine Armee von Kinder­sol­daten befehligt - eine kongolesische Kar­­­r­iere. Assani überlebt Buschgefechte und Auf­­stän­de in der Haupt­stadt Kinshasa. Schließlich begegnet er in Präsi­dent Laurent-Désiré Kabila seinem größten Geg­ner.

Über den Autor

Die Belgierin Lieve Joris, 1953 geboren, ist eine der herausragenden europäischen Reiseerzählerinnen. Zu den Themen ihrer vielfach preisgekrönten Bücher gehören Ungarn, Syrien, der Nahe Osten sowie immer wieder Schwarzafrika. Vor allem den Kongo, wo ihr Onkel als Missionar tätig war, hat sie vielfach bereist. Auf Deutsch liegen vor »Die Tore von Damaskus« und »Der Tanz des Leoparden«. Lieve Joris lebt in Amsterdam.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
objektive Berichterstattung 20. Februar 2009
Von Reisender
Format:Taschenbuch
Lieve Joris, die belgische Reisejournalistin, kennt sich aus, denn sie war mehrfach längere Zeit vor Ort gewesen, was für eine objektive Berichterstattung aus einem fremden Land unumgänglich zu sein scheint.

Nach >Das schwarze Herz Afrikas< und >Der Tanz des Leoparden< ist >Die Stunde der Rebellen< das dritte Buch von ihr über den Kongo (ehemals Zaire). Die beiden ersten Bücher sind detailgenaue Reiseberichte und Skizzen, die dem Leser intensive Blicke auf den Kongo und seine Bevölkerung gewähren und dabei die Zeit unter Mobutu und nach dessen Sturz beleuchten. Das neue Buch beschreibt die komplizierten Zusammenhänge der politischen Veränderungen, der Bürgerkriege und der ethnischen Konflikte im Kongo und den angrenzenden Gebieten mit zeitlichem Schwerpunkt 1990er Jahre bis 2004. Im Mittelpunkt steht das Leben eines kongolesischen Mannes, der vom Kuhhirten zum Rebellenführer aufsteigt. Seine Vorfahren stammen aus Ruanda oder Burundi und sind Tutsi. Im Kampf für sein Volk wird er Täter und Opfer zugleich. Mit dieser Biographie gelingt es der Autorin dem Leser die ganze Komplexität der Ereignisse dieser Zeit im Kongo zu verdeutlichen und leichter begreifbar zu machen.

Eigentlich ist es schade, dass umfangreiche aktuelle Informationen aus großen Teilen Afrikas in unseren Medien noch immer Nischenstatus besitzen und kaum ausführlich behandelt werden. Ich frage mich jedes Mal, wenn beispielsweise die ARD aus ihren Auslandsstudios in Kairo, Nairobi und in Südafrika berichtet, ob überhaupt jemand von denen in den abgelegenen Regionen Schwarzafrikas war und selbst recherchiert hat.

Der Kongo ist bis heute nicht zur Ruhe gekommen, die unendliche Chaosgeschichte geht weiter. Ich wünsche mir die Fortsetzung der Berichterstattung aus dem Kongo durch Lieve Joris, unvoreingenommenen und so nah am Geschehen wie bisher.
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Format:Taschenbuch
Ein Buch, dass ein paar Fragen beantwortet und 100 neue aufwirft - ein bißchen hilflos kam ich mir da schon vor. Zwar macht Joris hier anders als bei ihren vorherigen Kongo-Erzählungen genaue Zeit- und Ortsangaben, es gibt eine Landkarte und ein Glossar. Dennoch überfordert den Leser die Vielzahl an nicht richtig eingeführten Charakteren - ganz abgesehen von den sowieso extrem komplexen Problemen des Landes und seiner zwei Kriege 1997 und 1998, die sie schildert. Schwierig ist auch die schwimmende Grenze zwischen Dokumentation und Fiktion. Allzu oft gibt Joris innerste Gedanken ihrer Hauptfigur Assani preis, die man eher einem allwissenden Erzähler fiktionaler Literatur zuordnen würde, obwohl es sich um eine wahre Geschichte handeln soll, höchstens zugespitzt und verdichtet.

Nach wie vor schätze ich Joris' sachliche Art der Berichterstattung, in der nichts verurteilt wird. So befehligt ihr Protagonist Assani zwar eine Armee von Kindersoldaten, die er zum Teil selbst rekrutiert und "ausbildet", und wahrscheinlich ist er mitverantwortlich für grausames Massenmorden, auch von Zivilisten, im Osten des Landes. Gleichzeitig schildert sie überzeugend, dass Assani vollkommen unfreiwillig in diese Situation gezwungen wurde, dass er zunehmend selbst bedroht ist und eigentlich in diesem Land bzw. unter den Voraussetzungen der tribalistischen Ideologie Mobtutus bzw. Kabilas (sen. wie jun.) keine Chance auf Zugehörigkeit, keine Daseinsberechtigung hat.

"Warum solltest Du nicht lange leben?"
"Erstens, weil ich Afrikaner bin, zweitens, weil ich Kongolese bin, drittens Tutsi und außerdem ... Munyamulenge!" (S. 169)

- Für die Einen ist er dies, für die anderen das - und für Irgendjemanden immer der Feind. Der Kongo ist keine Nation (ein Narr, der das erwartet hat) und scheint es aufgrund von Kriegen, wechselnden Allianzen der Führungselite, Agitation und Pogromen bis auf weiteres auch nicht werden zu können. So klar war mir das nicht. Natürlich ist der Begriff der "Nation" ein oktroyiertes Konstrukt, aber die Vielzahl der Konfliktlinien innerhalb der Bevölkerung, die so extrem gereizt sind und immer wieder von Demagogen angefacht werden, insbesondere gegen ruandophone Gruppen, ist doch außerordentlich ernüchternd.
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