Die CD ist definitiv nur für Fans (von Horner oder Harrison), alle anderen dürften sich während des end- und strukturlosen Schlagwerkgeklappers zwischen "The Hit" und "Assault on Ryan's House" langweilen. "Apocalypto" läßt grüßen. "Braveheart" auch (gleich im Main Theme). Andererseits: Track 2 ("Attempt on the Royals") und Track 9 ("Boat Chase") führen wieder einmal vor Augen, Ohren, warum man (zumindest ich) eben doch nicht die Finger von James Horner lassen kann. Sie gehören m. E. sogar zum Innovativsten, was der Komponist bisher hervorgebracht hat. Beide Tracks leben von einer schillernden Orchestrierung, insbesondere die differenzierte Verwendung der Holzbläser macht Spaß zu hören. Verbunden mit den typischen Horner-Streicherschichten kippen die Stücke dauerhaft ins Dissonante, stärker als man es von ihm gewohnt ist. Track 9 setzt noch einen drauf und holt die Blechbläser ins Boot, dazu ausgefeiltes Schlagwerk. Verglichen mit dem Schmarren, den der Komponist heute abliefert, ist das wirklich Horner at his best. Solide fallen die "Closing Credits" aus, in denen Horner gemeinsam mit Sängerin Maggie Boyle (lieferte identischen Singsang in "Legenden der Leidenschaft") irisches Feeling verbreitet. In Interviews äußerte er sich eher zerknirscht über die Arbeitsbedingungen bei Paramount, vor allem bemängelte er die engen Produktionspläne. Das mag vielleicht den durchwachsenen Rest auf der CD erklären.