Aus der Amazon.de-Redaktion
Ein Kontinent auf dem Weg zur Weltmacht titelt Elisabeth Pond ihr Buch über das neue Europa. Auch wenn es für ein abschließendes Urteil noch zu früh ist, so steht doch eines heute schon fest: Europa hat noch einen sehr weiten Weg vor sich, bevor es eine Weltmacht werden wird. Es steckt also schon eine gehörige Portion Optimismus in Elizabeth Ponds Prognose, und doch sind die Fortschritte des letzten Jahrzehnts unübersehbar. Der Eiserne Vorhang ist gefallen, Deutschland ist wiedervereinigt, und zum ersten Mal in seiner Geschichte wird es in Europa eine gemeinsame Währung geben, den Euro. Selbst die einstigen Gegner Polen, Ungarn und Tschechien sind Mitglieder der Nato und bald auch der EU, und doch bleibt in diesem Bild der Harmonie ein Makel bestehen: Jugoslawien.
In Jugoslawien hat Europa versagt. Die Gemeinschaft war nicht fähig, den Konflikt einzudämmen, geschweige denn, eine wirkliche Lösung herbeizuführen. Es bedurfte der massiven Intervention der USA, um in Bosnien und im Kosovo Frieden zu schaffen. Ein trügerischer Frieden, der jederzeit wieder an den alten Gegensätzen zerbrechen kann. Der Konflikt im ehemaligen Jugoslawien beweist einmal mehr, dass Europa von einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik noch weit entfernt ist. Es gibt es also noch, das alte Europa der Nationalstaaten, die höchstens auf dem Wirtschaftssektor Einigkeit demonstrieren, sofern es ihren Eigeninteressen nützt. Und es gehört mehr dazu, als ökonomische Macht, um die Rolle einer Weltmacht zu übernehmen. Wird Europa stark genug sein, um die Aufgaben des 21. Jahrhunderts zu bewältigen? Eine spannende Frage, auf die Elizabeth Pond einige bemerkenswerte Antworten bereit hält.--Stephan Fingerle
Kurzbeschreibung
Von der Ära nationalistischen Denkens hin zur gemeinsamen Verantwortung als Weltmacht: Europa hat sich von Grund auf gewandelt. Als postnationale Konföderation beginnt der Kontinent eine maßgebliche Rolle in der Weltpolitik zu spielen. Dabei stehen Europa viele Herausforderungen bevor, so die Einschätzung der Autorin. Zu ihnen zählen die Einbindung des wiedervereinigten Deutschlands, die Schaffung eines einheitlichen Wirtschafts- und Währungsraums sowie die Einigung auf eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik.