Durch die ersten beiden spannenden Teile weiter neugierig und begeistert gewesen (meine Familie stammt ebenfalls aus Ostpreußen und musste flüchten und ich selbst lebe ebenfalls in München) ist der dritte Band enttäuschend. Die Beschreibung der Figuren beschränkt sich häufig nur auf die Bekleidung in der beschriebenen Szene und bleibt in Klischees stecken. Die sehr guten erzählerischen Fähigkeiten der Autorin rutschen somit in das Genre der Trivialliteratur ab, was auch durch das äußerst mangelhafte Wissen über die Ex-DDR verstärkt wird, das Boulevardzeitungen entnommen zu sein scheint. Bei sorgfältigerer Recherche wären klischeehafte Darstellungen in Schwarz-Weiß-Malerei übelster Art und voller Fehler (auch geografischer) nicht passiert. Sie wüsste beispielweise, dass es keine Getränkedosen gab, Jugendliche erst mit 14 in die FDJ gedrängt wurden, Abrechnungen der Krankenkasse nicht an Patienten erfolgte usw. usf. Oder ist das "künstlerische Freiheit".....? Schade, damit liegt der Gedanke nah, dass auch andere Beschreibungen (Ostpreußen, Kalifornien) inhaltlich unglaubhaft und oberflächlich sind.