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Die Stunde der Dilettanten: Wie wir uns verschaukeln lassen
 
 
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Die Stunde der Dilettanten: Wie wir uns verschaukeln lassen [Gebundene Ausgabe]

Thomas Rietzschel
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Paul Zsolnay Verlag Ges. m.b.H.; Auflage: 4 (6. Februar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3552055541
  • ISBN-13: 978-3552055544
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 10.562 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Rietzschel hat fleißig Banalitäten und Peinlichkeiten gesammelt, die als Einzelne weder tragisch noch neu sind. Begleitet von melancholisch-satirischen Kommentaren fügt er aber seine Puzzelsteinchen zu einem Deutschland-Bild, das einigermaßen erschüttert. Wer aber Rietzschels an- und streckenweise aufregenden Essay zur Hand nimmt, demonstriert schon damit fröhlichen Trotz gegen seinen Pessimismus - und natürlich gegen den grassierenden Dilettantismus." Peter Carstens, Deutschlandfunk, 27.02.2012 "Brillant geschrieben." Franziska Augstein, Augsteins Auslese, 07.03.2012 "Eine scharfzüngige Zeit- und Gesellschaftsdiagnose - ein Weckruf für ein saturiertes Bürgertum." Rudolf Mitlöhner, Die Furche, 22.03.2012 "Die rabiate Intervention eines Citoyen - ein Buch, das darauf gewartet hat, geschrieben zu werden. Man sieht die Hochstapler nicht nur mit anderen Augen, man hört sie auch mit anderen Ohren (…). Man sieht bestätigt, was man eher geahnt als gewusst hat." Henryk M. Broder, Die Welt, 24.02.2012

Kurzbeschreibung

Ob die Spekulationen der Banker, die Rettungsschirme, die die Regierenden aufspannen, oder die Reformen in der Bildungs- und der Gesundheitspolitik - niemand durchschaut mehr die Mechanismen, auf die wir uns täglich verlassen müssen. Gibt es sie denn überhaupt noch, die Experten? Es hat den Anschein, als wäre der Dilettant zum modernen Charakter par excellence geworden. Sänger ohne Stimme treten in diesem Buch ebenso auf wie Maler ohne Talent, Banker ohne Vermögen und Politiker ohne politische Überzeugung - von Angela Merkel bis Günther Jauch, von Wendelin Wiedeking bis Karl-Theodor zu Guttenberg, von Lena Meyer-Landrut bis Thomas Middelhoff.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von SA.M.T TOP 1000 REZENSENT
"Der größte Vorzug schöner Geschichten, nämlich vergangen zu sein, ist der Geschichte des Dilettantismus noch nicht zugewachsen" - So steht es bereits ziemlich am Anfang des Buches geschrieben. Es ist dies der Auftakt einer Rede, wenn man so will, bei der das Auditorium immer geknickter in den Reihen sitzen wird, weil es erkennt, wie sehr es bereits vom Dilettantismus eingenommen sind - auch im eigenen Tun! Der in seinen Formulierungen äußert talentierte Autor spannt einen Bogen von den ersten Dilettanten über die Ausbreitung, die Machtentfaltung, den Schulen bis hin zu den Medien. Und er nimmt sich bei Gott kein Blatt vor den Mund! Einiges, was da zu lesen steht, birgt Sprengstoff in sich, nicht, weil es eine polemische Behauptung ist, sondern weil einen die Erkenntnis der Richtigkeit wie ein Keulenschlag trifft. Und anders als bei Sarazins "Deutschland schafft sich ab" werden hier keine ethnischen Minderheiten als Sündeböcke herangezogen,nein, wir selbst sind es, die zulassen, dass die Mittelmäßigkeit zum erstrebenswerten Ziel ernannt wird.

"Der Dilettant reduziert alles, womit er sich befasst, auf das Maß seiner eigenen Vorstellungskraft", steht geschrieben. Damit kritisiert Thomas Rietzschel jenen Umstand, dass wir unsere alte Kultur (von der Sprache angefangen) einfach ignorieren, nicht mehr bereit sind darüber zu lesen oder nachzudenken oder gar zu lernen, mit dem Ergebnis, dass als Ideenpool nur noch die eigenen untrainierten Synapsen bleiben. Und so fragt der Autor weiter: "Mit welcher Geniedichte dürfen wir gegenwärtig überhaupt noch rechnen?" um weiters resigniert festzustellen: "Wir verlieren die Fähigkeit eine Entwicklung überhaupt noch als solche wahrzunehmen. Um nicht den Anschluss zu verlieren, bleibt keine Zeit sich Gedanken über das Geworden-sein zu machen."

Dieses Buch ist ein Weckruf an den Intellekt des Menschen. Es ist aber auch ein Schuss vor den Bug, der aufzeigt, wo wir landen werden, wenn weiterhin nur eines gilt: "Wir feiern, was wir zu feiern haben, am liebsten uns selbst."

Einige Zitate aus dem Buch werden veranschaulichen, welches Potenzial zwischen den Blättern steckt:
"Am wechselnden Zeitgeist kann sich keine Gesellschaft dauerhaft orientieren - weder ästhetisch noch ethisch."
"Die entscheidende Frage ist, ob überhaupt noch die gemeinschaftliche Vorstellung existiert, dass es etwas geben könnte, bei dem as auf mehr als den eigenen Vorteil ankommt, das es um seiner selbst Willen zu bewahren gilt."
"Der anmaßende Dilettant ist jener, der mit einer Inbrunst davon überzeugt ist, dass "ER" zu sein völlig genügt, um emporgehoben und bewundert zu werden."
"Als Dilettant bewahrt einen das Unwissen vor der Furcht des Versagens. Wer die Schwierigkeiten seines Vorhabens nicht abschätzen kann, handelt oftmals beherzter."
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
brillant 10. Mai 2012
Ein großartiges Buch, das den geistigen Notstand einer Gesellschaft und insbesondere deren 'Elite' den Spiegel vorhält, einer Gesellschaft, die in Politik, Wirtschaft, Bildung und Kultur von Dilettanten beherrscht wird, denen es überhaupt nicht darauf ankommt, Probleme zu lösen, wofür sie eigentlich von uns allen viel zu hoch bezahlt werden, sondern die getrieben werden von Eitelkeit, Macht- und Habgier. Zu aktuellen Figuren wie Guttenberg und Wulff spannt Thomas Rietzschel einen kenntnisreichen Bogen von der Geschichte des Dilettantismus. Daß es dabei keineswegs um harmlose 'menschliche Schwächen' geht, sondern um Existenzfragen, zeigen uns Deutschen exemplarische Figuren des Dilettantismus wie Wilhelm II. und Hitler, die Europa in die größten Katastrophen des 20. Jahrhunderts geführt haben. Brillant geschrieben, bildet das Buch eine sinnvolle Ergänzung zu Michael Schmidt-Salomons »Keine Macht den Doofen!« Empfehlenswert dazu auch die Diskussion im »Nachtstudio« des ZDF vom 19.2.2012 und die Besprechung im Büchermarkt des Deutschlandfunks.
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42 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Dilettanten überall 16. Februar 2012
Von Amazon bestätigter Kauf
Dilettanten in Politik, Wirtschaft,Kunst und Medien: Unfachmännisch, unsachgemaäß, fehlerhaft, stümperhaft und oberflächlich sind die wenig schmeichelhaften Eigenschaften eines Dilettanten.
Ich bin auf das Buch durch ein zweiseitiges, sehr gelungenes, sympatisches Interview in einer Tageszeitung aufmerksam geworden und habe es spontan gekauft. Überrascht stellte ich fest, dass ich auf zwei Zeitungsseiten fast ebensoviel über Dilettanten erfahren habe, wie in dem ganzen 250 Seiten umfassenden Buch! Beim Lesen bzw. "Überfliegen" finde ich wenig Neues oder Gedanken, die ich nicht ohnehin schon gehabt habe.
Der Autor beschreibt den Zustand unserer gegenwärtigen Gesellschaft, geht aber nicht genügend auf die Ursachen ein, die zu diesem Dilettantismus geführt haben und vermutlich in der Vergangenheit zu suchen wären. Seine diesbezügliche Spurensuche im Tessin überzeugt mich nicht. Die Frage ist doch, warum unsere Gesellschaft keine charismatischen Genies wie Kennedy, Picasso oder Hemingway mehr hervorbringt und unsere Umwelt so schnelllebig, oberflächlich und austauschbar geworden ist. Meiner Meinung nach hätte er untersuchen müssen, inwieweit die westliche Welt dekatent und leistungsmüde geworden ist, zurückfällt und dabei ist, ihre Führungsrolle in der Welt zu verspielen. Er spricht von Orientierungslosigkeit und dass "wir nicht als Zuseher am Rande eines Vulkans sitzen, sondern mittendrin" aber ich vermisse den Tiefgang mit dem der Autor besser herausarbeitet, warum es dazu kam. Von Bildungsnotstand und Turboschule ist einige Seiten lang die Rede, was mir aber, wie gesagt zu kurz gegriffen erscheint.
Offen bleibt auch, wohin uns die Zukunft führen wird. Orwellsche Visionen, was mit der Macht des Internets (z.B. facebook) künftig anzufangen wäre, werden erwähnt, aber leider nicht definiert und nicht weiter verfolgt.
Fazit: Abgesehen davon, dass mir das Buch nicht besonders gefällt, kann ich mir auch nicht andere Personenkreise vorstellen, welche die Geduld haben könnten, dieses Buch mit Interesse zu lesen.
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