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Die Stunde der Dilettanten: Wie wir uns verschaukeln lassen Gebundene Ausgabe – 6. Februar 2012

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Paul Zsolnay Verlag; Auflage: 5 (6. Februar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3552055541
  • ISBN-13: 978-3552055544
  • Größe und/oder Gewicht: 13,5 x 2,4 x 21 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 296.199 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Rietzschel hat fleißig Banalitäten und Peinlichkeiten gesammelt, die als Einzelne weder tragisch noch neu sind. Begleitet von melancholisch-satirischen Kommentaren fügt er aber seine Puzzelsteinchen zu einem Deutschland-Bild, das einigermaßen erschüttert. Wer aber Rietzschels an- und streckenweise aufregenden Essay zur Hand nimmt, demonstriert schon damit fröhlichen Trotz gegen seinen Pessimismus - und natürlich gegen den grassierenden Dilettantismus." Peter Carstens, Deutschlandfunk, 27.02.2012
"Brillant geschrieben." Franziska Augstein, Augsteins Auslese, 07.03.2012
"Eine scharfzüngige Zeit- und Gesellschaftsdiagnose - ein Weckruf für ein saturiertes Bürgertum." Rudolf Mitlöhner, Die Furche, 22.03.2012
"Die rabiate Intervention eines Citoyen - ein Buch, das darauf gewartet hat, geschrieben zu werden. Man sieht die Hochstapler nicht nur mit anderen Augen, man hört sie auch mit anderen Ohren ( ). Man sieht bestätigt, was man eher geahnt als gewusst hat." Henryk M. Broder, Die Welt, 24.02.2012

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

38 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von SA.M.T am 1. März 2012
"Der größte Vorzug schöner Geschichten, nämlich vergangen zu sein, ist der Geschichte des Dilettantismus noch nicht zugewachsen" - So steht es bereits ziemlich am Anfang des Buches geschrieben. Es ist dies der Auftakt einer Rede, wenn man so will, bei der das Auditorium immer geknickter in den Reihen sitzen wird, weil es erkennt, wie sehr es bereits vom Dilettantismus eingenommen sind - auch im eigenen Tun! Der in seinen Formulierungen äußert talentierte Autor spannt einen Bogen von den ersten Dilettanten über die Ausbreitung, die Machtentfaltung, den Schulen bis hin zu den Medien. Und er nimmt sich bei Gott kein Blatt vor den Mund! Einiges, was da zu lesen steht, birgt Sprengstoff in sich, nicht, weil es eine polemische Behauptung ist, sondern weil einen die Erkenntnis der Richtigkeit wie ein Keulenschlag trifft. Und anders als bei Sarazins "Deutschland schafft sich ab" werden hier keine ethnischen Minderheiten als Sündeböcke herangezogen,nein, wir selbst sind es, die zulassen, dass die Mittelmäßigkeit zum erstrebenswerten Ziel ernannt wird.

"Der Dilettant reduziert alles, womit er sich befasst, auf das Maß seiner eigenen Vorstellungskraft", steht geschrieben. Damit kritisiert Thomas Rietzschel jenen Umstand, dass wir unsere alte Kultur (von der Sprache angefangen) einfach ignorieren, nicht mehr bereit sind darüber zu lesen oder nachzudenken oder gar zu lernen, mit dem Ergebnis, dass als Ideenpool nur noch die eigenen untrainierten Synapsen bleiben. Und so fragt der Autor weiter: "Mit welcher Geniedichte dürfen wir gegenwärtig überhaupt noch rechnen?" um weiters resigniert festzustellen: "Wir verlieren die Fähigkeit eine Entwicklung überhaupt noch als solche wahrzunehmen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Rumpelstilzchen am 10. Mai 2012
Ein großartiges Buch, das den geistigen Notstand einer Gesellschaft und insbesondere deren 'Elite' den Spiegel vorhält, einer Gesellschaft, die in Politik, Wirtschaft, Bildung und Kultur von Dilettanten beherrscht wird, denen es überhaupt nicht darauf ankommt, Probleme zu lösen, wofür sie eigentlich von uns allen viel zu hoch bezahlt werden, sondern die getrieben werden von Eitelkeit, Macht- und Habgier. Zu aktuellen Figuren wie Guttenberg und Wulff spannt Thomas Rietzschel einen kenntnisreichen Bogen von der Geschichte des Dilettantismus. Daß es dabei keineswegs um harmlose 'menschliche Schwächen' geht, sondern um Existenzfragen, zeigen uns Deutschen exemplarische Figuren des Dilettantismus wie Wilhelm II. und Hitler, die Europa in die größten Katastrophen des 20. Jahrhunderts geführt haben. Brillant geschrieben, bildet das Buch eine sinnvolle Ergänzung zu Michael Schmidt-Salomons »Keine Macht den Doofen!« Empfehlenswert dazu auch die Diskussion im »Nachtstudio« des ZDF vom 19.2.2012 und die Besprechung im Büchermarkt des Deutschlandfunks.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Helmut Bernemann am 24. Februar 2013
Verifizierter Kauf
Thomas Rietzschel ist eine sehr amüsante und unterhaltsame Beschreibung des herrschenden Zeitgeistes, des Dilettantismus gelungen! Obwohl jeder Leser die Auswirkungen des Dilettantismus' hinreichend im täglichen Leben erfährt, ist es doch ein Vergnügen, seinen Beschreibungen zu folgen. Jeder kennt das Dilemma um den Berliner Großflughafens, das Desaster um Stuttgart21, der Elbphilharmonie, der dilettantischen Eurorettung, usw., und fragt sich, wie so etwas in unserer modernen Gesellschaft passieren kann?!

"Der Dilettant reduziert alles auf das Maß seines Vorstellungsvermögens", schreibt Rietzschel. Wissen um Zusammenhänge sind überflüssig, oder sogar hinderlich. Am Beispiel von Joschka Fischer beschreibt er sehr aufschlußreich, wie sich in dessen bildungsentleertem Hohlraum das unerschütterliche Selbstbewußsein des Dilettanten entwickeln konnte.

Ein sich epidemisch ausbreitender Dilettantismus sei der Grund für alle "erfolgreich gescheiterten Projekte!, wie Rietzschel schreibt. Er verschweigt nicht die positiven Aspekte des Dilettantismus. Der ausgelebte Spieltrieb des Menschen hätte uns schließlich in die Moderne geführt, Computer erfunden, auf den Mond geschossen. Männer, deren Mut und Aktivismus durch kein Fachwissen getrübt worden wäre, hätten den Schatz des Priamos ausgegraben oder es, wie Fraunhofer, zum überragenden Physiker gebracht. Wo Fachleute lieber die Finger von Dingen ließen, weil sie wußten, was alles schiefgehen könne, hätten die Dilettanten mutig und ahnungslos zugegriffen! Letztlich habe dies den technischen Fortschritt enorm vorangetrieben!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von SBB am 17. November 2012
Das Buch ist gar nicht schlecht, etwas langatmig und reitet doch teils ziemlich auf einem Thema herum. Manche Aspekte werden so breit getreten, dass sie am Ende die Höhe einer Dotierung eines Chip-Die haben. Aber ich habe es dennoch gern gelesen. Der Zeigefinger des Autors geht kräftig herum, was mir fehlt sind Lösungsansätze und Ideen - das fehlt. Das ein oder andere Thema wirkt unausgegoren und in sich unvollständig, teils sogar abgerissen. Ab der Mitte des Buches kam mir der Gedanke, dass der Autor sich umbedingt selbst an die Nase fassen sollte. Insgesamt hat das Buch aber meine Erwartungen erfüllt und ich kann sagen: Es ist lesenswert.
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