Ein Buch siebeneinhalb Jahre nach dessen Kaufdatum zu bewerten, gehört oftmals nicht zu den leichtesten Übungen.
Ganz anders hier. Als ich es vor wenigen Tagen zufälligerweise wieder in die Hand nahm, beschlich mich das gleiche Gefühl wie Anfang 2002: Symptombehandlung gegen Ursachenforschung.
Auf die Ursache von Streitereien wird maximal in 3 - 5 banalen Schlüsselsätzen eingegangen. Dabei wäre es gerade heutigentags immens wichtig, dem Leser zu verdeutlichen, worauf ein Streit möglicherweise beruhen kann. Ob nun ein schnödes Missverständnis auf Grund einer falschen Wortwahl oder eine derbe Grenzverletzung der anderen Person - basierend auf unüberlegtem Handeln.
Wie soll aber jemand einen Streit beilegen können, wenn er dessen Ursache nicht ermittelt bzw. nicht kennt? Doch dafür gibt es inzwischen ja die professionellen Vermittler, bspw. die Autorin.
Wie arm dran muss eine Gesellschaft eigentlich sein, wenn völlig fremde Schlichter dafür bezahlt werden, die eigenen - oft hausgemachten - Probleme zu lösen? Gewiss haben Außenstehende eine andere Sicht auf die Dinge, doch einen Beruf daraus zu machen... Nein, danke. (Aber das ist nur meine persönliche Meinung. Jeder andere muss nach seiner eigenen Fasson selig werden.)
Das Buch gehört für mich schlussendlich in die Kategorie: Bücher, die die Welt nicht braucht. Selbst meine Auszubildenden haben sich damals köstlich über die Ideen der Autorin und deren Co-Autorin amüsiert.