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am 8. Februar 2011
Entertainment Weekly hat "Die Straße" 2008 zum besten Buch der letzten 25 Jahre gekürt. Nun behaupte ich nicht, sämtliche Literatur dieses Zeitraums zu kennen, aber ich bin geneigt, dieser Bewertung zuzustimmen. Noch niemals hat mich ein Buch derart berührt, ja geradezu mein Herz zerrissen! Der Roman ist nicht rührselig oder gar schnulzig, aber in seiner Eindringlichkeit und Konsequenz nicht zu überbieten. Die Bedingungslosigkeit, mit welcher der Mann seinen Sohn liebt und versucht "das Feuer", also ihre Würde als Menschen zu bewahren geht einem nahe. Von der ersten Sekunde an fühlt man intensiv mit Vater und Sohn. Spätestens, wenn nach dem ersten Drittel des Buches im Leser die Erkenntnis reift, dass in dieser trostlosen, verkommenen Welt nicht mit Rettung oder gar einem kitschigen Happy End zu rechnen ist, beginnt man den Hunger, die Kälte und die Hoffnungslosigkeit schmerzhaft mit den Protagonisten zu fühlen. Nahezu verzweifelt begleitet man die beiden auf ihrer Reise und immer dann, wenn ihnen das kleine Glück vergönnt ist, etwas zu essen oder einen halbwegs sicheren Unterschlupf für ein paar Tage zu finden, geht einem das Herz auf. Und doch bangt man bei jedem Umblättern in der Ahnung, dass das Glück nicht von Dauer sein wird. Der Vater verschleißt sich selbst, um seinen über alles geliebten Sohn vor den marodierenden Kannibalen und Sklavenhaltern zu retten. Er will "das Feuer bewahren" und droht darüber seine eigene Menschlichkeit zu verlieren. Es ist der Junge, der das irgendwann nicht mehr erträgt und ein Mindestmaß an Moral in diese Welt zurückbringt, die sonst nur noch den nackten Kampf ums physische Überleben kennt. Die ständigen Fragen des Sohnes, ob sie noch "die Guten" seien sind auch eigentlich an den Leser gerichtet: Vater und Sohn in der Geschichte können angesichts der Tragik einer untergegangenen Welt eigentlich nichts entbehren und tun es dennoch. Für uns Leser würde etwas mehr Menschlichkeit ein bedeutend geringeres Opfer darstellen.

Ich bin nicht religiös, aber als der Vater den Gedanken formuliert "wenn [der Junge] nicht das Wort Gottes ist, dann hat Gott nie gesprochen", hatte ich - selbst Vater eines Sohnes - einen Kloß im Hals. Das tragische Ende ist unausweichlich. Es bricht einem das Herz und rührt zu Tränen. Zum Glück gönnt uns Autor McCarthy wenigstens einen kleinen Hoffnungsschimmer zum Abschluss - das Feuer ist noch nicht erloschen.

Mein Eindruck ist noch frisch. Ich habe das Buch in den letzten beiden Tagen gelesen und erst gestern nacht mit Tränen in den Augen zugeklappt. Doch ich bin sicher, dass mich diese Geschichte auf lange Zeit nicht loslassen wird. Ich vergebe zum allerersten mal 5 Sterne.
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am 16. Juli 2009
"In einer Schublade fand er eine Kerze. Keine Möglichkeit, sie anzuzünden. Er steckte sie ein. Im grauen Licht ging er hinaus, blieb stehen und erkannte einen Moment lang die absolute Wahrheit der Welt. Das kalte, unerbitterliche Kreisen der hinterlassenschaftslosen Erde. Erbarmungslose Dunkelheit. Die blinden Hunde der Sonne in ihrem Lauf.
Das alles vernichtende schwarze Vakuum des Universums."

McCarthy weiß, wie er formulieren muss, um eine sonst unscheinbare Situation auf die erhabenste Stufe des Erfassbaren zu bringen. Natürlich muss man im Kontext des Romans, über zwei Überlebende einer nicht näher definierten Katastrophe, bleiben und genau da liegt diese unglaubliche Intensität. Es ist das Verhältnis, das Vater und Sohn haben, über die Frage einer höheren Macht oder doch das Bewahren der Menschlichkeit, das wichtiger ist und zusammenhält, auf das kein Unheil geschehe.

Was Christian Brückner hier vollbringt, ist genau diese Atmosphäre und Menschlichkeit der Figuren wiederzugeben. Egal ob er den Vater, den Sohn oder einen Kannibalen verkörpert: Immer war ich überwältigt davon, dass er kindliche Unschuld, Trauer und Hoffnungslosigkeit vereinen konnte und dabei nie mit Pathos oder Übereifer an die Sache heranging. Es sind die Ruhe und vor allem die Pausen, die das Geschehen so eindringlich erscheinen lassen. Brückner selbst weiß: "Ohne die Pause wird das Wort zur Qual".

Über die Qualität eines Hörbuchs kann man ja nicht sehr viel sagen, aber trotzdem kurz dazu: Kein Geraschel etwaiger Blätter, klar verständlicher Ton in "sprecherfreundlicher" Umgebung (d.h. die Stimme erhält genügend "Raum" und kommt voll zur Geltung, was leider nicht bei jedem Hörbuch der Fall ist.)

Das Hörbuch ist für mich uneingeschränkt empfehlenswert und lässt einen das Buch wahrscheinlich noch intensiver erleben, als wenn man es selbst liest.
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Ich las schon einmal ein ähnlich schockierend herausragendes Buch über die Weltendzeit - Robert Merle's "Malevile".

Auch dieses Buch ist eine Erzählung über die Welt nach dem Ende der Welt.
Es ist eine Welt, in der fast alles fehlt, was wir mit dem Menschlichen verbinden. Größte Teile der Erde sind verbrannt. Wo immer die wenigen noch lebenden Menschen hinkommen, waten sie knöcheltief durch Asche. Die Sonne zeigt sich nicht mehr, und es wird immer kälter.
Es gibt weder Tiere, noch Pflanzen. Außer wenigen, zufällig übrig gebliebenen Plastikgegenständen finden sich kaum mehr Farben, auch fast keine Geräusche.
Nur zwei Menschen sind geblieben, ein Vater um die fünfzig und sein etwa zehnjähriger Sohn. Später im Buch werden sie noch anderen Menschen begegnen. Aber auch mit den Menschen, die sich überaus grausame Kämpfe ums Überleben liefern, geht es zu Ende in der Welt nach der Welt.

McCarthy schildert nicht den Weltuntergang, er schildert die untergegangene Welt.
Wir durchleben etwas, was sich wie der berüchtigte nukleare Winter ausnimmt, aber wir erfahren weder wie und warum genau die Welt untergegangen ist.

Was bleibt, sind «der Mann» und «der Junge», ihre immer kargeren Worte und ihr zunehmend aussichtsloser Versuch, in der verbrannten Welt von Tag zu Tag zu überleben. Weil sie einen weiteren Winter in der kalten und bergigen Gegend nicht überleben würden, versuchen sie, sich über einen verschneiten Pass in den vermeintlich wärmeren Süden zum blauen Meer durchzuschlagen, was sie auch erreichen.
Nur: Wird das Meer noch blau und der Süden wärmer sein?

Außer der Wanderung zu diesem Ziel hat der Roman keine Handlung. Er besteht aus protokollartigen Notizen in der dritten Person. Aber McCarthys Minimalismus hat eine paradoxe Wirkung. Er verursacht beim Leser unglaubliche Teilnahme, Nachdenken und Herzklopfen. Grandios auch die ebenso schrecklichen wie schönen Schilderungen der postapokalyptischen Landschaft.

"Die Straße" von Cormac McCarthy ist ein ungeheuerlicher und ungeheuer finsterer Roman. Er ist in seiner Grundstruktur kompromisslos radikal.

Will man so etwas lesen?

Ich weiß es nicht, auch nicht nachdem ich das Buch - sogar mit Spannung - ausgelesen habe.
Ich bin durch eine Buchrezension in der "ZEIT" aufmerksam geworden und wollte mich diesem Roman stellen.

"Nur wenige Bücher taugen als Wärmestube. Die großen Werke der Weltliteratur sind oftmals Expeditionen in die Nacht. Und bei Expeditionen zählen lediglich Mut und Präzision."
McCarthy besitzt diese Tugenden. Er schwafelt nie.

"Die Straße" ist kein Handbuch fürs Überleben. Aber sie zeigt, was es heißt zu überleben.
Und: Es ist nicht nur schwarze Monotonie. Es ist auch die Geschichte einer Liebe zwischen Vater und Sohn, wie sie reiner und schöner kaum gedacht werden kann.

Fazit:
Ein Buch, das düsterer wäre, kann wahrscheinlich nicht geschrieben werden.

Der Roman erzählt mit unglaublicher Schärfe und Entschiedenheit einen Alptraum, der schwer zu ertragen ist. Viele Bilder bleiben lange im Kopf und tauchen im Schlaf wieder auf. Die Sprache ist manchmal, besonders in den Dialogen, bis zur Monotonie verkürzt, wirkt dann allzu starr, aber - oder vielleicht gerade deswegen - voller Nähe.

"Die Straße" entfaltet eine unerhörte Bildkraft, einen schroffen und dennoch poetischen Sog, dem man sich kaum entziehen kann, ist man erst einmal in die Geschichte hineingekommen.

5 Sterne zu vergeben wegen: "dieses Buch gefällt mir sehr" ist hier unzutreffend.
Das Buch hat mich bewegt, geschockt, teilweise tief verstört, aber es ist großartige Literatur.
Dafür 5 Sterne!
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am 27. Juni 2007
Die Welt wie wir sie kennen ist vernichtet, und die Zerstörung ist total und umbarmherzig in ihrem Umfang.

Die wenigen Menschen, oder wie es im Buch an einer Stelle heißt "lebenden Toten in einem Horrorfilm", die diese verbrannte, vergiftete und hoffnungslose Welt durchstreifen teilen sich in zwei Gruppen: Gesetzlose Rüberbanden welche längst ihre Menschlichkeit verloren haben und Jagd auf andere Menschen machen um diese als Nahrung zu verwenden und auf der anderen Seite ihre Opfer, geisterartige, zerlumpte, elende, kriechende, abgemagerte Gestalten, mehr Tier als Mensch, mehr tot als lebendig, welche die zerstörten und längst bis auf die Knochen geplünderten Städte nach essbarem durchsuchen. "Du willst nicht wissen von was für Dingen ich mich ernährt habe" erfahren wir von einem von ihnen.

Was hat diese Katastrophe verursacht? Ein Atomkrieg, ein Meteoriteneinschlag, eine Umweltkatastrophe?

Wir erfahren es nicht, und es ist auch nicht wichtig. Denn die postapokalyptische Horrorwelt die dem Leser präsentiert wird dient nur als Kulisse. Dieses Buch ist kein politisches Statement, keine Warnung vor dem drohenden Untergang a la "The Day After Tommorow", wer so etwas hier sucht ist fehl am Platze.

Das Thema dieses Buches ist Hoffnung inmitten der Hoffnungslosigkeit, symbolisiert durch die Liebe, die Liebe eines Vaters zu seinem Sohn.

Eben dieser Vater und sein Sohn, die beiden Hauptprotagonisten des Buches sind glückliche Überlebende der Katastrophe, wobei das "glücklich" mehr als fragwürdig scheint. "Es gab nur wenige Tage an denen ich die Toten nicht beneidete" erfahren wir vom Vater, welcher schwer krank nur durch den Willen seinem Sohn das Überleben zu sichern davon abgehalten wird durch den Tod dieser alptraumhaften Welt endgültig zu entfliehen.

"Papa, was würdest du machen wenn ich sterben würde?"

"Dann würde ich auch sterben wollen"

"Damit du bei mir sein kannst?"

"Ja, damit ich bei dir sein kann."

Nur mit dem was sie am Leibe tragen und einigen wenigen Vorräten wandern die beiden durch das zerstörte und verbrannte, kalte und lebensfeindliche Ödland immer Richtung Süden, ständig bedroht von Hunger, dem eisigen Klima und Räuberbanden. Was hoffen sie dort zu finden? Der Leser merkt sehr bald dass der Vater selbst darauf keine Antwort hat.

In einer Welt die allem Lebenswerten beraubt worden ist, sind der Vater und der Sohn "each the others world entire".

In einer Welt die alles menschliche verloren hat ist die Beziehung zwischen Vater und Sohn die einzige Quelle von Menschlichkeit.

Der Vater trägt einen Revolver mit sich, gefüllt mit zwei Kugeln. Dieser Revolver und eine damit verbundene Frage ziehen sich durch das gesamte Buch: Was wenn ich nicht mehr weitermachen kann, was wenn ich kurz vor dem Tod stehe, werde ich die Kraft haben meinem Sohn durch den Gnadenschuß ein Schicksal zu ersparen welches schlimmer als der Tod ist? Und dass so ein Schicksal in der von McCarthy beschriebenen Horrorwelt möglich und wahrscheinlich ist, daran hat nach kurzer Zeit auch der Leser keine Zweifel mehr.

Das ist nicht das einzige, quälende Motiv dieses Buches.

Der Vater ist einzig und allein auf das Überleben seines Sohnes fixiert und durch seine Liebe und Fürsorge zu diesem motiviert.

Für Barmherzigkeit gegenüber anderen Menschen bleibt da in dieser Welt kein Platz. Fast verwischen die Grenzen zwischen den "Good guys", zu denen sich Vater und Sohn zählen, und den "Bad guys", wäre da nicht der Sohn, welcher sich durch sein naives, aber herzzereißendes Mitgefühl auszeichnet.

Die Grenzen zwischen notwendigem Egoismus um das eigene Überleben zu sichern und mangelndem Mitgefühl für das Leiden anderer sind fließend und stellen ein ständiges moralisches Dilemma dar.

Dieses Buch wird oft als düster beschrieben, und zu großen Teilen stimmt das auch. Für mich ist es aber vor allen Dingen ein Buch über Liebe und Hoffnung, über die Fähigkeit des Menschen sich für einen anderen ohne wenn und aber und allen Umständen zum Trotz aufzuopfern, vielleicht eine der wichtigsten Eigenschaften die uns auszeichnet. Diese positiven Aspekte werden für mich vor allen Dingen durch das Ende des Buches herborgehoben, welches, ohne zuviel zu verraten, unendlich traurig und doch ermutigend zugleich ist und micht zu Tränen bewegt hat.

Eine absolute Empfehlung und 5 Sterne von mir.
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In den 80er Jahren waren Endzeitromane mit Darstellungen einer Zeit nach einem thermonuklearen Schlagabtausch und dem darauf folgenden nulearen Winter sehr verbreitet. Das was die Überlebenden tun um zu überleben und welche unterschiedlichen Herangehensweisen sie zeigen ist auch nicht unbedingt neu. Der düstere Stil mit der vergleichsweise nüchternen sprachlichen Darstellung erinnert an Robert C O'Briens "Z for Zachariah", wobei dieses Buch - als Jugendbuch konzipiert - wegen seiner Thematik sogar noch düsterer ist als "Die Straße".

Menschen geben sich auf oder machen weiter. Manche halten dabei bestimmte humanitäre Standards ein, andere überleben um jeden Preis. Dies ist alles nicht wirklichneu, aber eine lange Zeit nach dem Ende des Kalten Krieges wird es hier noch einmal ganz eindrucksvoll wachgerufen. Was besonders für Leserinnen und Leser, die nicht in dieser Zeit gelebt haben - oder damals nicht viel dazu gelesen haben - sehr beeindruckend sein dürfte. Für mich war es eher - in negativer Hinsicht - ein wenig nostalgisch. Aber sicherlich sind die Betrachtungen zum Verhalten von Menschen in Extremsituationen bedenkenswert und alleine deswegen lohnt es sich, dieses Buch zu lesen.
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am 3. Januar 2011
... das seinesgleichen sucht.

Eine Welt aus Asche. Ein schwarzer Himmel. Horden von Plünderern, die jedes letzte Gefühl von Moral über Bord geworfen haben.
Ein Mann und ein Kind - ein Revolver und zwei Patronen.

Düsteres Endzeit-Szenario von Altmeister McCarthy. Sein minimalistisch anmutender Schreibstil verstärkt beim Lesen die Emotionen aufs Schärfste, und läßt einen desöfteren aufgewühlt zurück. Er erklärt uns nicht, wie es zu dieser Katastrophe kam, aber man spürt in jeder Zeile, dass die Spezies Mensch dafür verantwortlich ist.
Viel wichtiger jedoch ist die Entwicklung der Überlebenden. McCarthy stellt alle vor dieselben Probleme - und jeder Mensch hat die Wahl, wie er von nun an sein Schicksal meistert. Roh, barbarisch, gewalttätig - oder aber mit einem letzten Rest Ethik im Innern, einem letzten Funken Anstand und Güte. Wie die Liebe des Protagonisten zu seinem Sohn.

Mag jemand McCarthys Art zu Schreiben seltsam düngen (keine Anführungszeichen bei Dialogen usw.), so sollte man sich davon nicht schrecken lassen. Wie kein anderer pinselt er einem die Landschaften mit all seinen Szenarien ins Gesicht. Und zwar so, dass sie kleben bleiben, sich in jede Pore drängen und sich figurativ mitsamt Gerüchen und Gefühlen vor das Auge des geneigten Lesers schälen.
McCarthy mahnt nicht, er erhebt niemals den Zeigefinger. Er braucht das auch nicht. Er wirft den Leser in seine apokalyptische Landschaft, mitten in all das Misstrauen, den unbeschreiblichen Horror, der Kälte und dem Grau der Asche - und dem letzten Rest Liebe, der nur wenigen geblieben ist.

McCarthy wirft mit diesem Roman die Frage des "Menschseins" auf: Wie weit würde ich, du, er, sie und jeder andere gehen? Wie weit Menschen in extremen Situationen gehen, weiß jeder, der noch alle Nadeln an der Tanne hat. Man muss ja nur die Augen aufmachen und sich die Welt ansehen. Doch McCarthy schafft es, im Leser selbst spürbar Gefühle zu wecken, Gedanken aufzupeitschen inwieweit man sich selbst unter Kontrolle hätte, wäre man einer solchen Apokalypse ausgeliefert. Wie lange würden die letzten Reste von Anstand und Moral halten? Wer würde sich opfern für einen anderen Menschen?

Ein grandioses Werk von einem grandiosen Schrifsteller. Punkt, Aus, Amen.
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am 12. Mai 2007
McCarthy hat mit diesem buch eine geschichte über elend, verzweiflung, hoffnung, angst, abscheu, ekel, freude, zuversicht, liebe und zärtlichkeit komponiert. In teilweise gewaltigen stimmungsbildern führt er uns viele attribute des menschen vor augen, die ihn am ende seines weges (der strasse) begleiten. Ein erschütterndes werk das aber dennoch voller zuversicht und hoffnung ist. McCarthy hat einen schreibstil, der kurz und prägnant vieles auf den punkt bringt und somit eine ungemein dichte aussgekraft besitzt.

Das buch hat mich schockiert, berührt und gerührt, und wie kaum eines je zuvor hat es mich noch lange beschäftigt. Unbedingt lesen, wenn man mit apokalyptischen bildern gedanklich umgehen kann und auch möchte.
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am 23. Oktober 2009
Nichts was ich in den letzten Jahren gelesen habe - und das war einiges - hat mich so beeindruckt und bewegt wie dieses Buch. Erzählt wird von der Welt nach dem Ende der Welt. Ein Junge und sein Vater ziehen, ausgestattet mit einem Revolver, 2 Schuss Munition und einem Einkaufswagen durch ein völlig ausgebranntes Amerika. Vielleicht ist es auch die ganze Welt. Wie es dazu kam bleibt offen. Es gibt keine Begründung, kein vordergründiges Moralisieren im Sinne von 'Seht her, das passiert, wenn ihr mit der Welt so weiter macht'. Der Leser wird einfach mit der alptraumhaften Situation dieser nahezu letzten Vertreter der Menschheit konfrontiert. Die beiden wollen vom Landesinneren zur Küste, in der vagen Hoffnung irgendwo auf "die Guten" und vielleicht doch noch auf intakte Reste einer Zivilisation zu treffen. Auf ihrem Weg gibt es nichts, was das Weiterleben lohnen würde: Regen, Schnee und giftige Luft. Bäume und Tiere - alles ist tot und verbrannt. Die Städte sind verlassen. Die wenigen Menschen, auf die sie treffen, das sind in der Sprache des Jungen "die Bösen": abgezehrte, arme Menschen, Kannibalen. Und inmitten dieser Welt gibt es diese einzigartige Liebe des Vaters zu seinem Sohn. Darin liegt das Geheimnis dieses Buches. Wie dieser, selbst vom Tode gezeichnete, Mann in den meisterhaft knappen Dialogen dem Sohn immer wieder Mut machen will, wie der Sohn in seiner hellsichtigen Angst die Absicht des Vaters und dessen eigene Verzweiflung angesichts der globalen Sinnlosigkeit immer wieder durchschaut, das hat etwas so Berührendes, wie ich es noch nirgends gelesen habe. Der Schluss des Buches lässt einen vagen Hoffnungsschimmer erscheinen, was nicht zum Rest des Buches passt. Das ist aber auch der einzige Schwachpunkt.
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am 18. Dezember 2009
Die Straße handelt von einem namenlosen Vater und seinem Sohn, die eine postapokalyptische Welt durchwandern. Der Vater ist sich sicher, dass sie aufgrund der Kälte einen weiteren Winter nicht überleben werden. Deshalb machen sie sich auf den Weg nach Süden in Richtung Meer, einem alten Highway folgend, in der Hoffnung dort eine bessere Zukunft zu finden.

Der Mann besitzt einen Revolver mit zwei Kugeln, ihr einziges Mittel, um sich zu schützen oder eventuell das Leben zu nehmen.

Immer wieder muss der Vater dem Jungen moralische Fragen beantworten und versucht dabei die Werte einer Welt zu verteidigen, die es so längst nicht mehr gibt.

Der amerikanischen Autor Cormac McCarthy gewann (mit recht) den Pulitzer Preis für diesen Roman.

Ein Alptraum. Man stellt sich fast zwangsläufig selbst die Frage, wenn man das Buch liest, wie würde ich wohl in solch einer Situation reagieren bzw. agieren und hofft, daß man nie selber zu einer Antwort oder Handlung gezwungen wird.

Krieg, nein danke!

Ein Meisterwerk.
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am 13. Oktober 2009
Dieses Buch ist ein waschechtes Meisterwerk. Hat man erst die anfängliche Hürde des ungewöhnlichen Stils (keine Namen, keine Kapitel, keine klassische Anrede) überwunden, wird man unweigerlich zu einem Teil dieser trostlosen, gottverlassenen Welt, in der es nur das nahende Ende, einen Vater, seinen Sohn und ihre bittere Verbundenheit zueinander gibt. Und natürlich das Grau. Immer wieder grau. Nicht, weil dieses Wort ständig auftaucht, sondern weil man es spürt. Das Grau als verträumte Hoffnung, als realistische Hoffnungslosigkeit, als Kontrast zu der babarischen Härte, als Einsamkeit, als lauernder Tod. Hier passiert im Grunde nicht viel und auch die 250 Seiten sind schnell verschlungen. Doch nach dem grandiosen Ende hatte ich das Gefühl, ich hätte eine komplette Lebensgeschichte, ein Werk von mammutartigen Ausmassen gelesen. Und das sollte eigentlich alles sagen! Unbedingt lesen!

PS: Auf die Verfilmung bin ich schon ziemlich gespannt und ich finde, dass mit Viggo Mortensen der perfekte Darsteller gefunden wurde
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