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Produktinformation
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Die Wand, von Marlen Haushofer. Thomas Glavinics Die Arbeit der Nacht. Letzter Überlebender in einer menschenleeren Welt zu sein, dies Thema hat Autoren seit jeher fasziniert. Doch keiner hat diesen Zustand derart existenzialistisch eingedampft wie McCarthy. Kein Baum, kein Strauch, keine Kreatur. Übrig ist nichts als das nackte Dasein. Wir kennen nicht den Anlass der Katastrophe, die Amerika in den nuklearen Winter gestürzt hat. Bleiben ohne Orientierung. Nur dieses erbarmungswürdige Bild wird uns eingebrannt: Der namenlose Vater und sein kleiner Sohn, ihren Einkaufswagen mit den wenigen Habseligkeiten über menschenleere Highways unter ewigem Ascheregen südwärts schiebend, in der Hoffnung auf ein wenig Wärme. Die, man ahnt es, nicht mehr zu finden sein wird!
Aus diesen frostigen Zutaten meiselt McCarthy Bilder von schauerlicher Gültigkeit. Die ständige Gefahr umherirrender Marodeure, die, grausigen Jenseitsgestalten gleich, auf der Suche nach Essbarem alles menschliche Verhalten abgelegt haben. Der Revolver des Vaters. Die verbliebenen zwei Patronen. Unmerklich jongliert McCarthy mit der Frage, ob in dieser apokalyptischen Kälte noch irgendein gütiger Gott am Wachen sei. Und bietet ebenso unmerklich eine Antwort an. Den Vater, der seinen kleinen Sohn in eiskalter Nacht unter der Plane wärmend an sich drückt. Ihn beschützend bis zum Ende. Seine letzte große Aufgabe. Spätestens jetzt wissen wir, was wir vor uns haben. Keinen Bruce Willis, keine Science fiction (was manche Mainstream-gewohnten Leser enttäuschte), -- sondern die zarte Geschichte einer großen Liebe in einer unwirtlichen Welt. Und dies fast ohne Worte! - Ravi Unger
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
132 von 137 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Welt nach dem Ende der Welt,
Von Heike Geilen (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 100 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Die Straße. Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich las schon einmal ein ähnlich schockierend herausragendes Buch über die Weltendzeit - Robert Merle's "Malevile".Auch dieses Buch ist eine Erzählung über die Welt nach dem Ende der Welt. Es ist eine Welt, in der fast alles fehlt, was wir mit dem Menschlichen verbinden. Größte Teile der Erde sind verbrannt. Wo immer die wenigen noch lebenden Menschen hinkommen, waten sie knöcheltief durch Asche. Die Sonne zeigt sich nicht mehr, und es wird immer kälter. Es gibt weder Tiere, noch Pflanzen. Außer wenigen, zufällig übrig gebliebenen Plastikgegenständen finden sich kaum mehr Farben, auch fast keine Geräusche. Nur zwei Menschen sind geblieben, ein Vater um die fünfzig und sein etwa zehnjähriger Sohn. Später im Buch werden sie noch anderen Menschen begegnen. Aber auch mit den Menschen, die sich überaus grausame Kämpfe ums Überleben liefern, geht es zu Ende in der Welt nach der Welt. McCarthy schildert nicht den Weltuntergang, er schildert die untergegangene Welt. Wir durchleben etwas, was sich wie der berüchtigte nukleare Winter ausnimmt, aber wir erfahren weder wie und warum genau die Welt untergegangen ist. Was bleibt, sind «der Mann» und «der Junge», ihre immer kargeren Worte und ihr zunehmend aussichtsloser Versuch, in der verbrannten Welt von Tag zu Tag zu überleben. Weil sie einen weiteren Winter in der kalten und bergigen Gegend nicht überleben würden, versuchen sie, sich über einen verschneiten Pass in den vermeintlich wärmeren Süden zum blauen Meer durchzuschlagen, was sie auch erreichen. Nur: Wird das Meer noch blau und der Süden wärmer sein? Außer der Wanderung zu diesem Ziel hat der Roman keine Handlung. Er besteht aus protokollartigen Notizen in der dritten Person. Aber McCarthys Minimalismus hat eine paradoxe Wirkung. Er verursacht beim Leser unglaubliche Teilnahme, Nachdenken und Herzklopfen. Grandios auch die ebenso schrecklichen wie schönen Schilderungen der postapokalyptischen Landschaft. "Die Straße" von Cormac McCarthy ist ein ungeheuerlicher und ungeheuer finsterer Roman. Er ist in seiner Grundstruktur kompromisslos radikal. Will man so etwas lesen? Ich weiß es nicht, auch nicht nachdem ich das Buch - sogar mit Spannung - ausgelesen habe. Ich bin durch eine Buchrezension in der "ZEIT" aufmerksam geworden und wollte mich diesem Roman stellen. "Nur wenige Bücher taugen als Wärmestube. Die großen Werke der Weltliteratur sind oftmals Expeditionen in die Nacht. Und bei Expeditionen zählen lediglich Mut und Präzision." McCarthy besitzt diese Tugenden. Er schwafelt nie. "Die Straße" ist kein Handbuch fürs Überleben. Aber sie zeigt, was es heißt zu überleben. Und: Es ist nicht nur schwarze Monotonie. Es ist auch die Geschichte einer Liebe zwischen Vater und Sohn, wie sie reiner und schöner kaum gedacht werden kann. Fazit: Ein Buch, das düsterer wäre, kann wahrscheinlich nicht geschrieben werden. Der Roman erzählt mit unglaublicher Schärfe und Entschiedenheit einen Alptraum, der schwer zu ertragen ist. Viele Bilder bleiben lange im Kopf und tauchen im Schlaf wieder auf. Die Sprache ist manchmal, besonders in den Dialogen, bis zur Monotonie verkürzt, wirkt dann allzu starr, aber - oder vielleicht gerade deswegen - voller Nähe. "Die Straße" entfaltet eine unerhörte Bildkraft, einen schroffen und dennoch poetischen Sog, dem man sich kaum entziehen kann, ist man erst einmal in die Geschichte hineingekommen. 5 Sterne zu vergeben wegen: "dieses Buch gefällt mir sehr" ist hier unzutreffend. Das Buch hat mich bewegt, geschockt, teilweise tief verstört, aber es ist großartige Literatur. Dafür 5 Sterne! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bewegend,
Rezension bezieht sich auf: Die Straße. Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Welt wie wir sie kennen ist vernichtet, und die Zerstörung ist total und umbarmherzig in ihrem Umfang.Die wenigen Menschen, oder wie es im Buch an einer Stelle heißt "lebenden Toten in einem Horrorfilm", die diese verbrannte, vergiftete und hoffnungslose Welt durchstreifen teilen sich in zwei Gruppen: Gesetzlose Rüberbanden welche längst ihre Menschlichkeit verloren haben und Jagd auf andere Menschen machen um diese als Nahrung zu verwenden und auf der anderen Seite ihre Opfer, geisterartige, zerlumpte, elende, kriechende, abgemagerte Gestalten, mehr Tier als Mensch, mehr tot als lebendig, welche die zerstörten und längst bis auf die Knochen geplünderten Städte nach essbarem durchsuchen. "Du willst nicht wissen von was für Dingen ich mich ernährt habe" erfahren wir von einem von ihnen. Was hat diese Katastrophe verursacht? Ein Atomkrieg, ein Meteoriteneinschlag, eine Umweltkatastrophe? Wir erfahren es nicht, und es ist auch nicht wichtig. Denn die postapokalyptische Horrorwelt die dem Leser präsentiert wird dient nur als Kulisse. Dieses Buch ist kein politisches Statement, keine Warnung vor dem drohenden Untergang a la "The Day After Tommorow", wer so etwas hier sucht ist fehl am Platze. Das Thema dieses Buches ist Hoffnung inmitten der Hoffnungslosigkeit, symbolisiert durch die Liebe, die Liebe eines Vaters zu seinem Sohn. Eben dieser Vater und sein Sohn, die beiden Hauptprotagonisten des Buches sind glückliche Überlebende der Katastrophe, wobei das "glücklich" mehr als fragwürdig scheint. "Es gab nur wenige Tage an denen ich die Toten nicht beneidete" erfahren wir vom Vater, welcher schwer krank nur durch den Willen seinem Sohn das Überleben zu sichern davon abgehalten wird durch den Tod dieser alptraumhaften Welt endgültig zu entfliehen. "Papa, was würdest du machen wenn ich sterben würde?" "Dann würde ich auch sterben wollen" "Damit du bei mir sein kannst?" "Ja, damit ich bei dir sein kann." Nur mit dem was sie am Leibe tragen und einigen wenigen Vorräten wandern die beiden durch das zerstörte und verbrannte, kalte und lebensfeindliche Ödland immer Richtung Süden, ständig bedroht von Hunger, dem eisigen Klima und Räuberbanden. Was hoffen sie dort zu finden? Der Leser merkt sehr bald dass der Vater selbst darauf keine Antwort hat. In einer Welt die allem Lebenswerten beraubt worden ist, sind der Vater und der Sohn "each the others world entire". In einer Welt die alles menschliche verloren hat ist die Beziehung zwischen Vater und Sohn die einzige Quelle von Menschlichkeit. Der Vater trägt einen Revolver mit sich, gefüllt mit zwei Kugeln. Dieser Revolver und eine damit verbundene Frage ziehen sich durch das gesamte Buch: Was wenn ich nicht mehr weitermachen kann, was wenn ich kurz vor dem Tod stehe, werde ich die Kraft haben meinem Sohn durch den Gnadenschuß ein Schicksal zu ersparen welches schlimmer als der Tod ist? Und dass so ein Schicksal in der von McCarthy beschriebenen Horrorwelt möglich und wahrscheinlich ist, daran hat nach kurzer Zeit auch der Leser keine Zweifel mehr. Das ist nicht das einzige, quälende Motiv dieses Buches. Der Vater ist einzig und allein auf das Überleben seines Sohnes fixiert und durch seine Liebe und Fürsorge zu diesem motiviert. Für Barmherzigkeit gegenüber anderen Menschen bleibt da in dieser Welt kein Platz. Fast verwischen die Grenzen zwischen den "Good guys", zu denen sich Vater und Sohn zählen, und den "Bad guys", wäre da nicht der Sohn, welcher sich durch sein naives, aber herzzereißendes Mitgefühl auszeichnet. Die Grenzen zwischen notwendigem Egoismus um das eigene Überleben zu sichern und mangelndem Mitgefühl für das Leiden anderer sind fließend und stellen ein ständiges moralisches Dilemma dar. Dieses Buch wird oft als düster beschrieben, und zu großen Teilen stimmt das auch. Für mich ist es aber vor allen Dingen ein Buch über Liebe und Hoffnung, über die Fähigkeit des Menschen sich für einen anderen ohne wenn und aber und allen Umständen zum Trotz aufzuopfern, vielleicht eine der wichtigsten Eigenschaften die uns auszeichnet. Diese positiven Aspekte werden für mich vor allen Dingen durch das Ende des Buches herborgehoben, welches, ohne zuviel zu verraten, unendlich traurig und doch ermutigend zugleich ist und micht zu Tränen bewegt hat. Eine absolute Empfehlung und 5 Sterne von mir. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unerbittlich bis zum bitteren Ende,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Straße. Roman (Gebundene Ausgabe)
Wer zu einem Buch Cormac McCarthys greift, weiß, was ihn erwartet: unerbittliche Literatur, angesiedelt zwischen poetischer Landschaftsbeschreibung und bisweilen unfassbarem Realismus, v.a. was menschliche Gewalt betrifft. Seine Protagonisten sind hilflos den Schicksalsschlägen ausgeliefert, und so muten die meisten Romane McCarthys wie antike Tragödien in modernem Kleid an."The Road" - "Die Straße" - zeigt uns ein aus diversen Weltuntergangsfilmen scheinbar vertrautes Szenario: eine postapokalyptische Welt, die nur noch grau von Asche ist und durch die die letzten Reste der heruntergekommenen Menschheit irren, mangels Essbarem auch nicht vor Kannibalismus zurückschreckend. McCarthy begleitet in seinem Roman einen Vater mit seinem minderjärigen Sohn auf dessen Wanderung durch das zerstörte Land in Richtung Meer, wo die beiden hoffen, eine bessere Situation vorzufinden - was sich als trügerische Illusion erweist. Erzählt wird dies in einer für McCarthy überraschend dürren, fast poesielosen Sprache, die in keinem Satz wirkliche Hoffnung aufkommen lässt und - so ging es zumindest mir bei der Lektüre im Gegensatz zu manch anderen Rezensenten - den Leser gefangen hält bis zum befürchteten Ende. So kompromisslos war McCarthy noch nie und dieses jüngste Werk ist ein weiterer, unabdingbarer Beweis für seine Qualität. Wenn etwas Weltliteratur ist, dann dieser Roman. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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