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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fast ein Meisterwerk, 23. September 2009
"Der Mann" und "der Junge", Vater und Sohn, gehen die kalten Strassen in einem zerstörten Nordamerika entlang, auf dem Weg in den hoffentlich wärmeren Süden, ans Meer. Warum das Land verbrannt ist, bleibt im Dunkel. Die Sonne ist von Aschewolken verhüllt, weshalb es sehr kalt wird. Die meisten Menschen sind tot und viele Gebäude zerstört. Das grösste Problem für Vater und Sohn sind die Beschaffung von Lebensmitteln und andere Überlebende, die dieses Problem durch Kannibalismus lösen...
Wow: Durch die Berichte zum Film auf den Roman aufmerksam geworden, habe ich das - mit 250 Seiten recht kurze - Buch in wenigen Tagen verschlungen. McCarthy schreibt in einer minimalistischen, extrem treffenden Sprache, ohne Kennzeichnung der direkten Rede. Damit wird das geschilderte Grauen noch eindringlicher, das Denken und Fühlen der beiden Hauptpersonen noch exakter nachfühlbar. Das einzige, was "den Mann" am Leben hält, sind die Liebe zu seinem Sohn und die Hoffnung, dass es im Süden besser und wärmer werden könnte. Etwas enttäuschend ist der Schluss.
FAZIT: Eindringliches und spannendes Beinahe-Meisterwerk mit schwachem Ende.
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56 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unbeschreiblich, 19. August 2008
Ein Vater und sein Sohn durchqueren ein postapokalyptisches Amerika. Alles ist verbrannt, der Himmel ist verdunkelt, es ist kalt, die meisten Tiere und Pflanzen haben nicht überlebt. Beide folgen einer Straße mit dem Ziel, die Küste zu erreichen. Sie wissen zwar nicht, was sie dort erwartet, hoffen aber, dort den kommenden Winter in einem toten Land zu überstehen. Sie tragen nur ihre Kleidung und Rucksack am Leib, schieben einen Einkaufswagen mit dem nötigsten vor sich her und haben einen Revolver mit den letzten beiden Patronen griffbereit, um ihrem Leben notfalls ein Ende zu setzen.
Ohne zuviel verraten zu wollen: Starker Tobak, "Die Straße" fesselt durch das realitätsnahe Grauen. Ich habe selten ein Buch mit einem derart verzweifelten Grandton gelesen. Ungeheuer finster, trostlos, beklemmend und traurig. Cormac McCarthy beschreibt nicht genau, was mit der Welt passiert ist, welche Katastrophe eingetreten ist. Es gibt nur ein paar kurze Rückblicke, die aber nicht viel verraten, sondern einen nur spekulieren lassen. Aber das spielt gar keine Rolle, denn McCarthy erzählt nicht von der Katastophe, sondern von der Welt nach der Apokalypse. Die Geschichte erzählt keine Endzeitaction, sondern ein Drama rund um den Überlebenskampf des namenlosen Vaters und seines Sohnes in einer sterbenden Welt und ihrer verrottenden Zivilisation. Die ständige Suche nach Nahrung, brauchbaren Gegeständen, der Kampf gegen das Wetter und der ständigen Angst vor anderen Menschen, der ständige Überlebenskampf der Protagonisten, all das ist schon spannend genug. Das Ende der Zivilisation und die verrohende Gesellschaft zeigt sich nur ein ein paar Augenblicken, aber wenn, dann drastisch. Das Buch hat immer wieder Momente, die einem wie mit dem Vorschlaghammer treffen (wie etwa die Ereignisse im Haus ab Seite 100).
Der Schreibstil ist etwas ungewöhnlich, denn McCarthy verzichtet auf die klassische wörtliche Rede mit Anführungszeichen und eine klare Kapiteleinteilung. Die Sprache ist oft knapp, fast karg. Allerdings gewöhnt man sich schon nach wenigen Seiten daran, und möchte das Buch dann gar nicht mehr aus der Hand legen. Mit 252 Seiten relativ kurz, von mir aus hätte es das dreifache sein können. Ein Roman, an dem man nicht vorbeikommt.
Die Verfilmung ist übrigens bereits abgedreht und kommt nächstes Jahr (Ende Januar) in die Kinos. Hauptdarsteller sind (zum Glück nicht Will Smith und sein Sohn...) Viggo Mortensen (Vater), Kodi Smit-McPhee (Sohn).
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19 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Grau in grau, 10. August 2009
Dieses Buch ist ein waschechtes Meisterwerk. Hat man erst die anfängliche Hürde des ungewöhnlichen Stils (keine Namen, keine Kapitel, keine klassische Anrede) überwunden, wird man unweigerlich zu einem Teil dieser trostlosen, gottverlassenen Welt, in der es nur das nahende Ende, einen Vater, seinen Sohn und ihre bittere Verbundenheit zueinander gibt. Und natürlich das Grau. Immer wieder grau. Nicht, weil dieses Wort ständig auftaucht, sondern weil man es spürt. Das Grau als verträumte Hoffnung, als realistische Hoffnungslosigkeit, als Kontrast zu der babarischen Härte, als Einsamkeit, als lauernder Tod. Hier passiert im Grunde nicht viel und auch die 250 Seiten sind schnell verschlungen. Doch nach dem grandiosen Ende hatte ich das Gefühl, ich hätte eine komplette Lebensgeschichte, ein Werk von mammutartigen Ausmassen gelesen. Und das sollte eigentlich alles sagen! Unbedingt lesen!
PS: Auf die Verfilmung bin ich schon ziemlich gespannt und ich finde, dass mit Viggo Mortensen der perfekte Darsteller gefunden wurde
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