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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
70 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Straße: Noch nie hat mich ein Buch derart berührt,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Straße (Taschenbuch)
Entertainment Weekly hat "Die Straße" 2008 zum besten Buch der letzten 25 Jahre gekürt. Nun behaupte ich nicht, sämtliche Literatur dieses Zeitraums zu kennen, aber ich bin geneigt, dieser Bewertung zuzustimmen. Noch niemals hat mich ein Buch derart berührt, ja geradezu mein Herz zerrissen! Der Roman ist nicht rührselig oder gar schnulzig, aber in seiner Eindringlichkeit und Konsequenz nicht zu überbieten. Die Bedingungslosigkeit, mit welcher der Mann seinen Sohn liebt und versucht "das Feuer", also ihre Würde als Menschen zu bewahren geht einem nahe. Von der ersten Sekunde an fühlt man intensiv mit Vater und Sohn. Spätestens, wenn nach dem ersten Drittel des Buches im Leser die Erkenntnis reift, dass in dieser trostlosen, verkommenen Welt nicht mit Rettung oder gar einem kitschigen Happy End zu rechnen ist, beginnt man den Hunger, die Kälte und die Hoffnungslosigkeit schmerzhaft mit den Protagonisten zu fühlen. Nahezu verzweifelt begleitet man die beiden auf ihrer Reise und immer dann, wenn ihnen das kleine Glück vergönnt ist, etwas zu essen oder einen halbwegs sicheren Unterschlupf für ein paar Tage zu finden, geht einem das Herz auf. Und doch bangt man bei jedem Umblättern in der Ahnung, dass das Glück nicht von Dauer sein wird. Der Vater verschleißt sich selbst, um seinen über alles geliebten Sohn vor den marodierenden Kannibalen und Sklavenhaltern zu retten. Er will "das Feuer bewahren" und droht darüber seine eigene Menschlichkeit zu verlieren. Es ist der Junge, der das irgendwann nicht mehr erträgt und ein Mindestmaß an Moral in diese Welt zurückbringt, die sonst nur noch den nackten Kampf ums physische Überleben kennt. Die ständigen Fragen des Sohnes, ob sie noch "die Guten" seien sind auch eigentlich an den Leser gerichtet: Vater und Sohn in der Geschichte können angesichts der Tragik einer untergegangenen Welt eigentlich nichts entbehren und tun es dennoch. Für uns Leser würde etwas mehr Menschlichkeit ein bedeutend geringeres Opfer darstellen.Ich bin nicht religiös, aber als der Vater den Gedanken formuliert "wenn [der Junge] nicht das Wort Gottes ist, dann hat Gott nie gesprochen", hatte ich - selbst Vater eines Sohnes - einen Kloß im Hals. Das tragische Ende ist unausweichlich. Es bricht einem das Herz und rührt zu Tränen. Zum Glück gönnt uns Autor McCarthy wenigstens einen kleinen Hoffnungsschimmer zum Abschluss - das Feuer ist noch nicht erloschen. Mein Eindruck ist noch frisch. Ich habe das Buch in den letzten beiden Tagen gelesen und erst gestern nacht mit Tränen in den Augen zugeklappt. Doch ich bin sicher, dass mich diese Geschichte auf lange Zeit nicht loslassen wird. Ich vergebe zum allerersten mal 5 Sterne. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
kurze persönliche Anmerkung,
Rezension bezieht sich auf: Die Straße (Taschenbuch)
Da die oben erscheinenden Rezensionen alles schon sagen, was ich auch sagen würde, kann ich hier nur zustimmen. Allerdings habe ich, das Buch frisch zu Ende gelesen, noch ein paar persönliche Anmerkungen, die ich einfach loswerden muss:Ich möchte alle Leser mit einer Empfänglichkeit für depressive Stimmungen warnen, insbesondere solche, die selbst Kinder haben (ich habe auch zwei). Die Geschichte geht wirklich von der ersten Seite an unter die Haut und hat mit "Unterhaltungsbelletristik" m.E. nichts zu tun. Ich fand die Handlung von Anfang an wirklich beängstigend, und die Tragik und Dramatik der Ereignisse nehmen, bis auf zwei, drei Ausnahmen, zum Ende hin kontinuierlich zu. Wer bei den letzten Seiten des Buches nicht heult, hat keine eigenen Kinder oder aber ein emotionales Problem - das meine ich ernst. Noch eine Warnung: Wer eine Actionstory erwartet, kauft sich besser einen Clancy-Roman. Die sind auch gut, aber eben ganz anders. Gleiches gilt für Leser, die keine Metaphern mögen oder mit der teils anspruchsvollen Sprache nicht zurechtkommen. Die Dialoge sind übrigens meiner Meinung nach unglaublich authentisch und gut. Allein ihretwegen lohnt es sich, das Buch zu lesen. Auch wenn die Zeichen der wörtlichen Rede vergessen wurden... ;) Von mir also 5 Sterne und nochmal die eindringliche Empfehlung, sich vorher zu überlegen, was man da in die Hand nimmt. Ein verstörendes Buch, das den Leser jeden Abend vor dem Schlafengehen mit einem Klumpen im Bauch zurück lässt. Da hilft auch der "Hoffnungsschimmer" am Ende nicht viel. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
44 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unglaublich traurig, unglaublich düster, unglaublich gut,
Rezension bezieht sich auf: Die Straße (Taschenbuch)
Nichts was ich in den letzten Jahren gelesen habe - und das war einiges - hat mich so beeindruckt und bewegt wie dieses Buch. Erzählt wird von der Welt nach dem Ende der Welt. Ein Junge und sein Vater ziehen, ausgestattet mit einem Revolver, 2 Schuss Munition und einem Einkaufswagen durch ein völlig ausgebranntes Amerika. Vielleicht ist es auch die ganze Welt. Wie es dazu kam bleibt offen. Es gibt keine Begründung, kein vordergründiges Moralisieren im Sinne von 'Seht her, das passiert, wenn ihr mit der Welt so weiter macht'. Der Leser wird einfach mit der alptraumhaften Situation dieser nahezu letzten Vertreter der Menschheit konfrontiert. Die beiden wollen vom Landesinneren zur Küste, in der vagen Hoffnung irgendwo auf "die Guten" und vielleicht doch noch auf intakte Reste einer Zivilisation zu treffen. Auf ihrem Weg gibt es nichts, was das Weiterleben lohnen würde: Regen, Schnee und giftige Luft. Bäume und Tiere - alles ist tot und verbrannt. Die Städte sind verlassen. Die wenigen Menschen, auf die sie treffen, das sind in der Sprache des Jungen "die Bösen": abgezehrte, arme Menschen, Kannibalen. Und inmitten dieser Welt gibt es diese einzigartige Liebe des Vaters zu seinem Sohn. Darin liegt das Geheimnis dieses Buches. Wie dieser, selbst vom Tode gezeichnete, Mann in den meisterhaft knappen Dialogen dem Sohn immer wieder Mut machen will, wie der Sohn in seiner hellsichtigen Angst die Absicht des Vaters und dessen eigene Verzweiflung angesichts der globalen Sinnlosigkeit immer wieder durchschaut, das hat etwas so Berührendes, wie ich es noch nirgends gelesen habe. Der Schluss des Buches lässt einen vagen Hoffnungsschimmer erscheinen, was nicht zum Rest des Buches passt. Das ist aber auch der einzige Schwachpunkt.
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