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Die Straße
 
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Die Straße (Taschenbuch)

von Cormac McCarthy (Autor), Nikolaus Stingl (Übersetzer)
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (39 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Was ist da bloß aus Amerika auf unsere Büchertische niedergegangen? Drüben bemühte man bereits alttestamentarische Vergleiche. McCarthys frühere, düstere Werke kündigten einen solchen Wurf schon länger an. Nun aber, angesichts dieses finsteren Kreuzweges eines Vaters und seines Jungen durch ein schwarz verregnetes Endzeitamerika, wirken sie wie harmlose Fingerübungen. McCarthys Vision der letzten Menschheitstage nimmt sich aus, als wären Die Nacht der lebenden Toten in einem wahnwitzigen Remix wiederauferstanden. Ein verstörendes Stück Literatur. Man erschauert! Und erwacht!

Die Wand, von Marlen Haushofer. Thomas Glavinics Die Arbeit der Nacht. Letzter Überlebender in einer menschenleeren Welt zu sein, dies Thema hat Autoren seit jeher fasziniert. Doch keiner hat diesen Zustand derart existenzialistisch eingedampft wie McCarthy. Kein Baum, kein Strauch, keine Kreatur. Übrig ist nichts als das nackte Dasein. Wir kennen nicht den Anlass der Katastrophe, die Amerika in den nuklearen Winter gestürzt hat. Bleiben ohne Orientierung. Nur dieses erbarmungswürdige Bild wird uns eingebrannt: Der namenlose Vater und sein kleiner Sohn, ihren Einkaufswagen mit den wenigen Habseligkeiten über menschenleere Highways unter ewigem Ascheregen südwärts schiebend, in der Hoffnung auf ein wenig Wärme. Die, man ahnt es, nicht mehr zu finden sein wird!

Aus diesen frostigen Zutaten meiselt McCarthy Bilder von schauerlicher Gültigkeit. Die ständige Gefahr umherirrender Marodeure, die, grausigen Jenseitsgestalten gleich, auf der Suche nach Essbarem alles menschliche Verhalten abgelegt haben. Der Revolver des Vaters. Die verbliebenen zwei Patronen. Unmerklich jongliert McCarthy mit der Frage, ob in dieser apokalyptischen Kälte noch irgendein gütiger Gott am Wachen sei. Und bietet ebenso unmerklich eine Antwort an. Den Vater, der seinen kleinen Sohn in eiskalter Nacht unter der Plane wärmend an sich drückt. Ihn beschützend bis zum Ende. Seine letzte große Aufgabe. Spätestens jetzt wissen wir, was wir vor uns haben. Keinen Bruce Willis, keine Science fiction (was manche Mainstream-gewohnten Leser enttäuschte), -- sondern die zarte Geschichte einer großen Liebe in einer unwirtlichen Welt. Und dies fast ohne Worte! -– Ravi Unger



Kurzbeschreibung

Ein Vater und sein Sohn wandern durch ein verbranntes Amerika. Nichts bewegt sich in der zerstörten Landschaft, nur die Asche im Wind. Es ist eiskalt, der Schnee grau. Ihr Ziel ist die Küste, obwohl sie nicht wissen, was sie dort erwartet. Sie haben nichts als einen Revolver mit zwei Schuss Munition, ihre Kleider am Leib, eine Einkaufskarre mit der nötigsten Habe - und einander. "Die Straße" ist die bewegende Geschichte einer Reise, die keine Hoffnung lässt, nur die verzweifelte Liebe des Vaters zu seinem kränkelnden Sohn. Von der US-amerikanischen Kritik als "Meisterwerk" (Booklist) und als "das dem Alten Testament am nächsten kommende Buch der Literaturgeschichte" (Publishers Weekly) apostrophiert, ist dies der Höhepunkt von McCarthys außergewöhnlichem literarischem Werk. Es ist ein Roman über die letzten Dinge, über das Schlimmste und Beste, zu dem die Menschheit fähig ist: ultimative Zerstörung, verzweifeltes Durchhaltevermögen und, nicht zuletzt, die Zärtlichkeit und Zuneigung, die Menschen im Angesicht der Vernichtung Kraft zum Überleben geben.

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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Grau in Grau, 13. Oktober 2009
Von Schwalbenkönig - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Dieses Buch ist ein waschechtes Meisterwerk. Hat man erst die anfängliche Hürde des ungewöhnlichen Stils (keine Namen, keine Kapitel, keine klassische Anrede) überwunden, wird man unweigerlich zu einem Teil dieser trostlosen, gottverlassenen Welt, in der es nur das nahende Ende, einen Vater, seinen Sohn und ihre bittere Verbundenheit zueinander gibt. Und natürlich das Grau. Immer wieder grau. Nicht, weil dieses Wort ständig auftaucht, sondern weil man es spürt. Das Grau als verträumte Hoffnung, als realistische Hoffnungslosigkeit, als Kontrast zu der babarischen Härte, als Einsamkeit, als lauernder Tod. Hier passiert im Grunde nicht viel und auch die 250 Seiten sind schnell verschlungen. Doch nach dem grandiosen Ende hatte ich das Gefühl, ich hätte eine komplette Lebensgeschichte, ein Werk von mammutartigen Ausmassen gelesen. Und das sollte eigentlich alles sagen! Unbedingt lesen!

PS: Auf die Verfilmung bin ich schon ziemlich gespannt und ich finde, dass mit Viggo Mortensen der perfekte Darsteller gefunden wurde
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144 von 163 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Welt nach dem Ende der Welt, 2. April 2007
Von Heike Geilen (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Ich las schon einmal ein ähnlich schockierend herausragendes Buch über die Weltendzeit - Robert Merle's "Malevile".

Auch dieses Buch ist eine Erzählung über die Welt nach dem Ende der Welt.
Es ist eine Welt, in der fast alles fehlt, was wir mit dem Menschlichen verbinden. Größte Teile der Erde sind verbrannt. Wo immer die wenigen noch lebenden Menschen hinkommen, waten sie knöcheltief durch Asche. Die Sonne zeigt sich nicht mehr, und es wird immer kälter.
Es gibt weder Tiere, noch Pflanzen. Außer wenigen, zufällig übrig gebliebenen Plastikgegenständen finden sich kaum mehr Farben, auch fast keine Geräusche.
Nur zwei Menschen sind geblieben, ein Vater um die fünfzig und sein etwa zehnjähriger Sohn. Später im Buch werden sie noch anderen Menschen begegnen. Aber auch mit den Menschen, die sich überaus grausame Kämpfe ums Überleben liefern, geht es zu Ende in der Welt nach der Welt.

McCarthy schildert nicht den Weltuntergang, er schildert die untergegangene Welt.
Wir durchleben etwas, was sich wie der berüchtigte nukleare Winter ausnimmt, aber wir erfahren weder wie und warum genau die Welt untergegangen ist.

Was bleibt, sind «der Mann» und «der Junge», ihre immer kargeren Worte und ihr zunehmend aussichtsloser Versuch, in der verbrannten Welt von Tag zu Tag zu überleben. Weil sie einen weiteren Winter in der kalten und bergigen Gegend nicht überleben würden, versuchen sie, sich über einen verschneiten Pass in den vermeintlich wärmeren Süden zum blauen Meer durchzuschlagen, was sie auch erreichen.
Nur: Wird das Meer noch blau und der Süden wärmer sein?

Außer der Wanderung zu diesem Ziel hat der Roman keine Handlung. Er besteht aus protokollartigen Notizen in der dritten Person. Aber McCarthys Minimalismus hat eine paradoxe Wirkung. Er verursacht beim Leser unglaubliche Teilnahme, Nachdenken und Herzklopfen. Grandios auch die ebenso schrecklichen wie schönen Schilderungen der postapokalyptischen Landschaft.

"Die Straße" von Cormac McCarthy ist ein ungeheuerlicher und ungeheuer finsterer Roman. Er ist in seiner Grundstruktur kompromisslos radikal.

Will man so etwas lesen?

Ich weiß es nicht, auch nicht nachdem ich das Buch - sogar mit Spannung - ausgelesen habe.
Ich bin durch eine Buchrezension in der "ZEIT" aufmerksam geworden und wollte mich diesem Roman stellen.

"Nur wenige Bücher taugen als Wärmestube. Die großen Werke der Weltliteratur sind oftmals Expeditionen in die Nacht. Und bei Expeditionen zählen lediglich Mut und Präzision."
McCarthy besitzt diese Tugenden. Er schwafelt nie.

"Die Straße" ist kein Handbuch fürs Überleben. Aber sie zeigt, was es heißt zu überleben.
Und: Es ist nicht nur schwarze Monotonie. Es ist auch die Geschichte einer Liebe zwischen Vater und Sohn, wie sie reiner und schöner kaum gedacht werden kann.

Fazit:
Ein Buch, das düsterer wäre, kann wahrscheinlich nicht geschrieben werden.

Der Roman erzählt mit unglaublicher Schärfe und Entschiedenheit einen Alptraum, der schwer zu ertragen ist. Viele Bilder bleiben lange im Kopf und tauchen im Schlaf wieder auf. Die Sprache ist manchmal, besonders in den Dialogen, bis zur Monotonie verkürzt, wirkt dann allzu starr, aber - oder vielleicht gerade deswegen - voller Nähe.

"Die Straße" entfaltet eine unerhörte Bildkraft, einen schroffen und dennoch poetischen Sog, dem man sich kaum entziehen kann, ist man erst einmal in die Geschichte hineingekommen.

5 Sterne zu vergeben wegen: "dieses Buch gefällt mir sehr" ist hier unzutreffend.
Das Buch hat mich bewegt, geschockt, teilweise tief verstört, aber es ist großartige Literatur.
Dafür 5 Sterne!
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35 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Unerbittlich bis zum bitteren Ende, 17. April 2007
Wer zu einem Buch Cormac McCarthys greift, weiß, was ihn erwartet: unerbittliche Literatur, angesiedelt zwischen poetischer Landschaftsbeschreibung und bisweilen unfassbarem Realismus, v.a. was menschliche Gewalt betrifft. Seine Protagonisten sind hilflos den Schicksalsschlägen ausgeliefert, und so muten die meisten Romane McCarthys wie antike Tragödien in modernem Kleid an.
"The Road" - "Die Straße" - zeigt uns ein aus diversen Weltuntergangsfilmen scheinbar vertrautes Szenario: eine postapokalyptische Welt, die nur noch grau von Asche ist und durch die die letzten Reste der heruntergekommenen Menschheit irren, mangels Essbarem auch nicht vor Kannibalismus zurückschreckend. McCarthy begleitet in seinem Roman einen Vater mit seinem minderjärigen Sohn auf dessen Wanderung durch das zerstörte Land in Richtung Meer, wo die beiden hoffen, eine bessere Situation vorzufinden - was sich als trügerische Illusion erweist.
Erzählt wird dies in einer für McCarthy überraschend dürren, fast poesielosen Sprache, die in keinem Satz wirkliche Hoffnung aufkommen lässt und - so ging es zumindest mir bei der Lektüre im Gegensatz zu manch anderen Rezensenten - den Leser gefangen hält bis zum befürchteten Ende. So kompromisslos war McCarthy noch nie und dieses jüngste Werk ist ein weiterer, unabdingbarer Beweis für seine Qualität. Wenn etwas Weltliteratur ist, dann dieser Roman.
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