Seltsame Dinge geschehen. Eine Lehrersgattin, die durch eine Drahtschlinge umgebracht wird. Ein Ehemann, der sie misshandelt und sofort als Hauptverdächtiger geoutet wird. Jede Menge anderer Personen, die sich über gewisse Geschehnisse in einem Internat so seltsam verhalten, dass man genau spürt, dass etwas nicht stimmt, aber was genau "stinkt", kann man nicht 100%-ig sagen.
So geht es auch Komissarin Mona, die Stück für Stück versucht, der Wahrheit hinters Licht zu kommen. Leicht wird es ihr nicht gemacht - und auch dem Leser beim Kombinieren nicht. Aber trotzdem - oder gerade deshalb kommt bei diesem Buch keinerlei Langeweile auf.
"Die Stimmen" ist ein guter Beweis dafür, dass Thriller nicht immer nur von amerikanischen oder britischen Autoren geschrieben sein müssen. Es zeigt auch deutlich, dass Spannung durchaus in einem bayerischen Internat stattfinden kann und nicht nur immer auf den Straßen von New York oder sonst irgendwo über dem großen Teich.
Alles in allem ein gutes Buch das hier und da sogar Erinnerungen an seine eigene Schulzeit aufkommen lässt. Marcel Reich-Ranicki würde es wahrscheinlich nicht gefallen, aber mir gefällt es.