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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Gesichte in der Geschichte in der Geschichte, 14. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Stimme der Finsternis (Taschenbuch)
Dieser kurze Roman, eigentlich eher eine Novelle, basiert auf der allerersten Kurzgeschichte von Tad Williams aus dem Jahr 1988 und wurde dann von Williams gemeinsam mit der Autorin Nina Kiriki Hoffman zu einer Novelle erweitert. Als Inspiration dienten hier die orientalischen Märchen von 1001 Nacht. Die Überlebenden einer von Banditen überfallenen Karawane befinden sich auf dem beschwerlichen Rückweg in ihre Heimat. Doch Nacht für Nacht werden sie von einer unheimlichen Kreatur überfallen und ein weiterer Kamerad verliert sein Leben. Doch dann kommen sie auf die Idee, durch das Erzählen von Geschichten die Kreatur zu besänftigen. Und tatsächlich, die Idee funktioniert bis die Kreatur selbst sie zu einem Wettstreit im Geschichten erzählen herausfordert. Dem Erzähler der traurigsten Geschichte soll der Sieg gehören. Die wenigen Überlebenden willigen in den Handel ein. Der Ausgang wird hier nicht verraten. Diese Novelle zählt zu den unbekannteren Werken von Tad Williams, der vor allem in Deutschland durch seine mehrbändigen Fantasy und SF Zyklen berühmt wurde. Doch auch diese Novelle, die mehr einem Kunstmärchen gleicht, verdient Beachtung. Die eigentliche Handlung ist eher nebensächlich, doch das Thema der Novelle, das Geschichtenerzählen, ist ein Hauptthema in allen Werken von Williams und ein Schlüssel zu seinem Werk. Menschen brauchen Geschichten, um ihr Leben zu verstehen und manchmal, wie hier der Fall, zu retten. Geschichten sind ein elementarer Bestandteil der menschlichen Natur und ohne Geschichten können Menschen nur eine trostlose Existenz führen, die gar kein wirkliches Leben mehr ist (wie die Kreatur in der Novelle). Die Geschichte und die Sprache haben Macht über Menschen und ihr Schicksal und dies verdeutlicht Williams' kleines Büchlein auf das Beste. Eine wunderschöne Geschichte über das Geschichten erzählen.
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5.0 von 5 Sternen
Kurzweilig, atmosphärisch, poetisch, 23. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Stimme der Finsternis (Taschenbuch)
"Die Stimme der Finsternis"ist eine gleichnamige Kurzgeschichte des Autors Tad Williams, welche in einer Zusammenarbeit mit der Schriftstellerin Nina Kiriki Hoffman inhaltlich erweitert wurde. Tad Williams ist vorallem für seine umfangreichen Zyklen von "Osten Ard"und "Otherland"bekannt. Das vorliegende Büchlein verschwindet neben diesen etwas zwischen Stühlen und Bänken, obwohl auch dies mehr Beachtung verdient hätte. Eine reichbeladene Karawane nimmt den Weg durch ein finsteres, dicht bewaldetes Gebiet im Kaukasus. An einem warmen Lagerfeuer, werden sie eines Nachts von berittenen Banditen überfallen. Einige fallen im Kampf, die Gruppe verliert einen Teil der Vorräte. Die Überlebenden beschliessen daraufhin den dichten Wald zu verlassen und den Weg über das offene Gelände im Gebirge zu nehmen. Die Reisenden sind abergläubisch, sie erzählen sich Geschichten über legendäre Gefahren, die in diesem Gebiet lauern sollen. Eine dieser Geschichten schildert, dass im Gebirge ein Vampir beheimatet sein soll. In der Nähe des Gebirges rasten sie also erneut. Am nächsten Morgen fehlt einer der Männer. Sie reisen weiter, erhöhen ihr Tempo. Wieder verschwindet jemand. Ihnen wird nun klar, dass an den Geschichten wohl mehr dran ist, als sie gedacht hatten. Das Entsetzen packt sie immer rascher. Sie wissen, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis schliesslich alle dem unbekannten Horror zum Opfer fallen. Einem der Männer fällt ein, dass eine andere Legende besagt, die einzige Rettung vor diesem Vampir sei, ihn mit Geschichten zu unterhalten, damit er die Zeit vergisst und die Männer letztendlich für die unterhaltende Leistung verschonen würde. Da sich die Kreatur bereitwillig darauf einlässt, versuchen sie so ihr Glück... Tad Williams nimmt sich reichlich Zeit Atmosphäre und Spannung in der Geschichte zu entwickeln. Der Erzähler der Geschichte ist ein Händlerfürst aus Bagdad, den wir im Prolog kennen lernen. Freudig lädt dieser seine Freunde zum unbekümmerten Schlemmen und Fasten in sein Haus ein. Hier erzählen sie sich Geschichten aus der 1002. Nacht und vergangenen Tagen. Auch der Hausherr gibt eine seiner Geschichten aus früheren Zeiten als Soldat zu seinem Besten. Hier beginnt die eigentliche Geschichte der Karawane. Bis der Vampir die Bühne betritt, ist ein Drittel des Buches gelesen. Der Autor schafft es aber so, in dieser Zeit viel an Spannung und Spekulation für den Leser aufzubauen. Die Geschichte scheint zuerst einen sehr berechenbaren und linearen Verlauf zu nehmen. Hier kann Tad Williams den Leser überraschen, zuviel sei hier aber nicht verraten. Mit den Geschichten, mit welchen unsere Protagonisten um ihr Leben reden, tischt uns Williams eine abwechslungs- und ideenreiche Ansammlung von Kurzgeschichten auf, welche viel Tiefgang aufweisen und durch eine arabisch-mythische Phantasie geprägt sind. Jede dieser Geschichten besitzt ein ironisch-moralisches Ende mit einer bestimmten Pointe. Es ist aufregend zu lesen, wie die Todeskandidaten versuchen, mit gekonnter Rhetorik oder Dichtung ihre Geschichten darzulegen, um dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Die Geschichte des Vampirs selbst ist tieftraurig. Darin und danach wird der Leser noch einmal überrascht und von der Erzählung an sich gepackt. Fazit: Dieses 169-seitige Büchlein überzeugt durch die gekonnt aufgebaute Atmosphäre arabischer Mythologie, sowie den grossen Ideenreichtum, welche die phantastischen Geschichten versprühen. Die Grundidee ist an sich ist klasse. Ein kleines Juwel für sehr vergnügliche, kurzweilige Lesestunden.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gute Unterhaltung, 14. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Stimme der Finsternis (Taschenbuch)
Dieser kurze Roman ist schnell und einfach zu lesen. Meines Erachtens sogar eine Spur zu einfach. Zur Geschichte: Es handelt von einer Karawane, die zuerst überfallen wird und dessen Überlebende anschließend auf der Flucht in das Gebiet eines Vampirs gelangen. Jede Nacht verschwindet ein Kamerad und die Überlebenden befinden sich in Angst und Schrecken, bis sie versuchen, den Vampir die gesamte Nacht hindurch mit Geschichtenerzählen am Morden zu hindern. Und es funktioniert, der Vampir ist zwar anwesend, aber lauscht den Geschichten und es wird kein weiterer Freund ermordet. Nach einigen Tagen langweilt sich der Vampir ob der mittlerweile einfallslosen Geschichten und bietet den Überlebenden eine Wette an, da er sie mittlerweile sogar in sein Herz geschlossen hat: Wenn einer der Kameraden eine traurigere Geschichte als er selber erzählen kann, dann dürfen alle lebend abziehen. Wenn der Vampir selbst die traurigste Geschichte zum Besten gibt, dann muss einer sterben, die restlichen dürfen ungehindert sein Gebiet verlassen. Wer wird wohl gewinnen? Sehr nette Geschichte und perfekt für den Zeitvertreib zwischendurch.
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