7. Jahrhundert in Danzig: Die von der Liebe zu den Sternen beseelte Elisabeth und ihre Schwester haben es nicht leicht: unter dem strengen Regiment der herrischen Tante Hemma kommt kaum Freude im Haus der Familie Koopmann auf. Und das Schicksal von Elisabeth scheint besiegelt zu sein: als jüngste Tochter hat sie nach dem Tod der Mutter den Haushalt ihres Vaters zu führen, eine Heirat ist somit ausgeschlossen. Lil, ihre ältere und schöne Schwester, freut sich dagegen bereits auf ihre Hochzeit mit dem Offizier Marek. Elisabeth's größter Wunsch ist es Astronomin zu werden, dafür unternimmt sie alles, scheut keine Mühen, mutig und beharrlich verfolgt sie ihr Ziel. Als ihr der wesentlich ältere Stadtrad und Astronom Hevelius die Ehe anbietet, glaubt sie sich ihrem Ziel näher als je zuvor. Sie heiratet, gibt dafür ihre Zukunft mit ihrem Geliebten zunächst auf. Doch der Weg ist hart, unermüdlich kämpft sie gegen die Vorurteile an, denn auch ihr Mann hält sie für eine Schwärmerin, die es nicht ernst genug mit der Wissenschaft meint, sondern sich lediglich am Sternenhimmel erfreuen will. Doch durch ihren unermüdlichen Fleiß und Ehrgeiz gelingt es ihr, ihrem Mann ein Projekt vorzulegen, dass ihn überzeugt, zusammen arbeiten sie an einer Sternenkarte, die alles überragt, was die Welt bisher über den Sternenhimmel weiß...
Gleichzeitig muss sich Elisabeth jedoch in der Gesellschaft behaupten, als Frau des Stadtrates und Oberhaupt einer Brauerei obliegen ihr wichtige Aufgaben und es fällt ihr nicht immer leicht, auch diesen Aufgaben stets gerecht zu werden. Doch die Liebe zur Astronomie und ihre heimliche Beziehung zu einem anderen Mann geben ihr Kraft und Energie, nie aufzugeben, auch als das Schicksal wieder einmal hart zuschlägt...
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Ein historischer Roman über die Astronomin Elisabeth Hevelius, der es gelungen ist, sich in ihrer Zeit durch unermüdlichen Fleiß und Ehrgeiz einen Namen als "Sternjägerin" zu machen. In einer Zeit, in der es als Frau mehr als schwer war, sich in wissenschaftlichen Bereichen durchzusetzen. Sicherlich, der Großteil dieser Geschichte ist fiktiv, aber Erich Walz ist es gelungen, ein Bild von Elisabeth Hevelius zu erstellen, dass der damaligen Zeit mit all ihren Starrheiten und Vorurteilen entspricht und dass uns die Schwierigkeiten, mit denen Elisabeth Hevelius als weibliche, angehende Astronomin sicherlich zu kämpfen hatte, beeindruckend darstellt.
Eisern geht sie ihren Weg, bleibt dennoch menschlich und sympathisch. Ihre innere Zerrissenheit, die sie zwischen ihren Gefühlen zu ihrem Liebhaber, ihrem Mann zur Astronomie hin- und herreißt, mit viel Gefühl wird ihre heimliche Beziehung zum Offizier Marek beschrieben, mit dem sie Korrespondenz über verschlüsselte Briefe führt. "Nachtfalter" und "Zauberin" tauschen viele Briefe aus und ihre mehr als schwierige Beziehung zu ihrer Schwester Lil und Tante Hemma spiegeln die Konflikte zwischen Gesellschaft, Religion und Wissenschaft. Auch Stadtrad Hevelius, der große Astronom seiner Zeit, mit dem Elisabeth eine Ehe eingeht, ist ein Mensch, der zwischen den Stühlen steht: einerseits seine Leidenschaft zur Astronomie, andererseits die starren Verhaltensmuster, die er nur schwer lockern, aber nicht ganz aufgeben kann und die verhindern, dass er seine wahren Gefühle gegenüber seine Frau zeigen kann. Die Charaktere werden überzeugend und glaubhaft dargestellt, es fällt leicht, sich in die Situation von Elisabeth, aber auch von Hevelius und sogar dem Liebhaber Marek hineinzuversetzen. die Historischen Fakten wurden gekonnt in die fiktive Geschichte eingebunden. Für mich ein gelungener Roman über eine große Frau der Astronomie, die ihren Weg gefunden und gegangen ist!