Womöglich ist "Die Steinzeit war ganz anders" eines von Erich von Dänikens unbekannteren Werken, doch meiner Meinung nach legt es Prägnanz und Scharfsinnigkeit an den Tag wie kaum ein anderes seiner Bücher.
Däniken schreibt offen, selbstbewusst, in dem sicheren Gefühl, seine Hausaufgaben gemacht zu haben - und das hat er!
Dabei hat er eine Eigenschaft, die ihn herausstechen lässt, nämlich Unparteilichkeit.
Wenn Von Däniken über fliegende Gerätschaften schreibt, dann saugt er sich das nicht aus den Fingern, dann zieht er massenhaft Texte heran, die nun einmal existieren.
Die mathematischen Entdeckungen und Verbindungen megalithischer Werke weltweit, die er hier an den Tag legt, sind mehr als erstaunlich. Und da diese steinernen Tatsachen existieren, muss es Konsequenzen geben, die Däniken konsequent zu Ende denkt, und am Ende seine persönliche Ansicht kundtut.
Dieses Buch auf die einigen wenigen Seiten, auf denen Däniken die Evolution des Menschen behandelt, zu reduzieren, ist schlicht nicht zulässig. Und es ist exemplarisch für die Scheuklappenmentalität des heutigen Zeitgeistes.
Zumal die Gedanken und Feststellungen Dänikens zu diesem Thema alles andere als weit hergeholt sind - im Gegenteil.
Man möge es mir nachsehen, wenn ich Rezensionen, in denen der Autor prahlt, er habe über Seite 44 nicht hinausgelesen, als weniger relevant einstufe; das ist schon ein seltenes Kabinettstück - mangelnde Recherche vorwerfen und dabei selbst das Buch nicht mal zu einem Drittel lesen.
Dieser Einstellung ist es zu verdanken, dass das Volk über so viele Jahrhunderte überhaupt dumm gehalten werden konnte.
In diesem Zusammenhang kann ich nur das Buch selbst zitieren: "Manche sind derart unbestechlich, dass sie nicht mal Vernunft annehmen."