Natürlich ist ein Werk wie dieses, das eine besten Sinne regionale Eisenbahnverbindung im Westerzgebirge zum Thema hat, nur für einen sehr begrenzten Personenkreis so richtig interessant.
Nämlich für diejenigen Menschen die, teils noch aus eigener Erfahrung mit dieser einzigartigen Bahnlinie, oder, wie ich, durch Interesse an der Verkehrsgeschichte des Erzgebirges, eine gewisse Verbundenheit besteht.
Ein Rhein- oder Saarländer, so "eisenbahnverrückt" er auch sein mag, würde dieses kleine Büchlein sicher ganz interessant finden, aber so richtig was damit anfangen könnte er sicherlich nicht. Denn hierbei handelt es sich keinesfalls um ein Eisenbahn-Fachbuch.
Günter Schramm schreibt nämlich eindeutig für die erstgenannte Zielgruppe. Das unterstreichen die kleinen, teilweise im Erzgebirgsjargon erzählten Anekdoten rund um die kleine Bahn sowie das offenbar vom Leser vorrausgesetzte Grundwissen um das Eisenbahnstreckennetz im Erzgebirge.
Die Geschichte um die Steilstrecke wird kurz und knapp erzählt, manchmal vielleicht etwas zu knapp. Andererseits wird das Lesen niemals langweilig, weil Schramm nicht weiter ins Detail geht als notwendig, was das Werk auch für alle Nichteisenbahner verständlich und dadurch interessant macht.
Auf jeden Fall braucht der Leser beim Studieren des Buches kein Eisenbahngrundwissen.
Aber das allerbeste an diesem Werk sind die vielen historischen Farb- und Schwarzweißbilder in Fotoqualität. Da bleibt das Auge immer wieder haften und manchmal glaubt man beim Betrachten der Fotos, den Geruch der Provinzbahnhöfe zur Dampflokzeit wahrnehmen zu können.
Alles in allem handelt es sich bei dem 94-Seiten-Büchlein um ein kurzweiliges Lesevergnügen zum Thema Bahngeschichten...