Mit diesen Worten begann der Anfang vom Ende für das Geschlecht der Staufer. Keine mittelalterliche Dynastie fand ein Ende wie die Staufer, und keine andere polarisierte damals wie heute so stark. Von den einen als Höhepunkt des mittelalterlichen Kaisertums betrachtet, empfanden andere nur Verachtung für sie.
Unproblematisch war eine Betrachtung der Staufer noch nie. Im 19. Jahrhundert erblickte manche Historiker in Friedrich Barbarossa den größten aller Kaiser, in der Nazi-Zeit wurden sie instrumentalisiert ("Unternehmen Barbarossa"). Heinrich VI. errichtete ein dominium mundi, welches allerdings mit seinem Tod zerfiel, und Friedrich II. ist der wohl interessanteste aller europäischen mittelalterlichen Herrscher, ein wahres "stupor mundi".
Odilo Engels Standardwerk gibt den Leser einen knappen Überblick. Vom Aufstieg der Grafen von Büren, über die Sackgasse der Italienpoltik Barbarossas, bis zum "Endkamp" zwischen Sacerdotium und Imperium. Mit sicheren Blick betrachtet Engels auch die Staufer Rezeption und deren Idealisierung, die bis zum heutigen Tage weitergeht (teilweise bei Opll und Haverkamp). Kurz: sein Werk ist ein Klassiker. Allerdings sind seine Literaturangaben in der Zwischenzeit teilweise überholt. Und auch knapp 200 Seiten Darstellung kommt manches (notgedrungen) zu kurz.
Fazit: Eine gute Einführung. Jedoch sollte Jeder, der sich weiter mit dieser so zwiespältigen Dynastie beschäftigen will, auch auf andere Werke (teilweise aus der Bibliographie, die 40 Seiten stark ist) zurückgreifen. Beispiele sind die Biographien von Barbarossa, Heinrich VI. und Friedrich II. in der Reihe "Gestalten des MIttelalters und der Renaissance" der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft.