"Ein Berg - Un Monte
Eine Burg - Un Castello
Eine Dynastie - Una Dinastia
Ein Zeitalter - Un' Epocha
Ein Mythos - Un Mito"
Rechtzeitig zum Beginn der bis zum 20. Februar 2011 währenden Austellung "Die Staufer und Italien" in den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim erfolgte die Veröffentlichung der bereits dritten Auflage von Manfred Akermans Standardwerk "Die Staufer. Ein europäisches Herrschergeschlecht".....
....mit der, der am Fuße des Kaiserbergs Hohenstaufen aufgewachsene, langjährige Archivar der Stadt Göppingen, Leiter des Museums Schloss Hellenstein in Heidenheim und leitendes Mitglied der Staufergesellschaft einmal mehr einen - wenn nicht sogar - den Hohepunkt des Mittelalters dokumentiert.
Nach einem kurzen Vorwort blickt der Autor zunächst auf "Die Staufer im Bewusstsein unserer Zeit". Hiebei erinnert er an die 700 - 800jährige Wiederkehr bestimmter Daten, wie Geburtstage und Todestage der Herrscher und verschiedene Ausstellungen, die seit 1977 in Baden-Würtemberg
stattfanden. Hierz gibt es eine Karte "Das Reich der Staufer 1125 - 1254", sowie Abdrucke eines Plakates zur Ausstellung "Die Zeit der Staufer" (26. März bis 5. Juni 1977), einer weiteren Karte "Die Straße der Staufer" und einer Briefmarke zum 800. Geburtstag Friedrich II. (1994).
Das zweite Kapitel befasst sich mit der "Herkunft der Familie". Eine beim Ries- und Pfalzgrafen Friedrich beginnende und bei König Konradin endende "Stammtafel der Staufer" bietet hierzu einen Überblick. Durch Hildegard von Egisheim-Schlettstadt, der "Stammutter der Staufer" kam noch ein elsässisches Erbe hinzu. Mit der Erringung der herzoglichen Würde von Schwaben, durch ihren Sohn Friedrich I. begann der Aufstieg der Dynastie. Interessant ist eine Karte des Herzogtums Schwaben, zu dem u. a. die Städte Straßburg, Ulm, Augsburg und Zürich gehörten (S. 15). Ein Kupferstich zeigt die "treuen Weiber von Weinsberg", die ihre Männer nach verlorener Schlacht im Dezember 1140 auf ihren Rücken in die Freiheit trugen. Das Land um die namensgebende Burg Hohenstaufen, der Burgenkranz um diese Stammburg, Städte, Klöster und romanischen Sakralbauten werden beschrieben und anhand beeindruckender Fotos veranschaulicht.
In Kaptel drei werden die acht Herrscher aus dieser europäischen (!) Dynastie vorgestellt. Neben den Kaisern Friedrich I. (Barbarossa), seinem Sohn Heinrich VI. und Enkel Friedrich II. (stupor mundi), sind dies die deutschen Könige Konrad III., Philipp von Schwaben und Konrad IV., sowie die sizilianischen Könige Manfred und Konradin. Bemerkenswert ist vor allem, dass weder die Teilnahme Konrads II.und Herzog Friedrichs am zweiten, noch dessen Teilnahme am dritten Kreuzzug - nun als Kaiser Barbarossa - keinerlei Erfolg zeigte. Dem gegenüber der vom Papst exkommunizierte Friedrich II., ohne auch nur einen Tropfen Blut zu vergiessen, allein durch Verhandlungen, sich selbst im Jahre 1225 in Jerusalem zum König krönen konnte. Ein weiterer Stammbaum zeigt die normanischen Vorfahren Friedrich II. aus dem Königshaus der Familie Hauteville und die Nachfahren König Philipps von Schwaben, der bis zu Heinrich Raspe, dem Landgrafen von Thüringen und Gegenkönig Friedrichs II. reicht. Ein weiters Thema ist auch die Gefangennahme des englischen Königs Richard I. Zahlreiche Fotos und Abbildungen mittelalterlicher Miniaturen, wie aus dem Falkenbuch Friedrichs II. sorgenauch hier für eine Vuisualisierung.
Die beiden nächsten Kapitel präsentieren die steingewordenen Manifestationen staufischer Macht, den Pfalzen und Burgen im "Nordreich" und den Kastellen im "Südreich". Anhand von Fotos, Skizzen und Grundrisszeichnungen werden - 27 - Bollwerke vorgestellt; von der Pfalz in Gelnhausen bis zum Castel del Monte in Apulien. Neben Beispielen stauferzeitlichetr Baukunst wird auch die Bildhauerei, Malerei und besonders die Schatzkunst jener Epoche exponiert.
Ein Epilog hat das Nachleben der Staufer in Sage und Legende zum Gegenstand. Angefangen bei der Prophezeihung der Widerkehr de gerechten Friedenskaisers, der im Ätna (Friedrich II.) oder Kyffhäuer (Barbarossa) ruht, bis zur Errichtung des Kyffhäuserdenkmals (1896) und der achteckigen Stele auf dem Gipfel des Hohenstaufen (2002). Den Abschluss des lesens- und sehenswerten Sachbildbandes bilden ein ausführliche Literaturverzeichnis, ein Ortsregister und der Buchtipp "
Die Staufer und Italien: Objekte, Essays".
Auch als eine hervorragende Ergänzung zu "Die Staufer: Herrscher und Reich" von Knut Görich und dem ebenfalls von Manfred Akermann stammenden Ausflugsführer "
Burgen und Pfalzen der Staufer: Ein Ausflügsführer "sind auch "Die Staufer. Ein europäisches Herrschergeschlecht" mit 5 Amazonsternen zu bewerten.