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Die Standarte: Roman
 
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Die Standarte: Roman [Gebundene Ausgabe]

Alexander Lernet-Holenia
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 328 Seiten
  • Verlag: Paul Zsolnay Verlag Ges. m.b.H. (16. September 1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 0083231277
  • ISBN-13: 978-3552048089
  • ASIN: 3552048081
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 13,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 786.123 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Alexander Lernet-Holenia
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Fragwürdiger Fahneneid

Versuch, Alexander Lernet-Holenia zu lesen

Unverdrossen, eher sogar ermutigt durch den im Frühjahr 1996 erfolgten Verkauf an den deutschen Hanser-Verlag, verfolgt der traditionsreiche Wiener Zsolnay-Verlag weiterhin erklärtermassen das Ziel, insbesondere der landeseigenen Literatur zu dienen. Das betrifft – gut so – auch die Pflege des österreichischen Erzählerbes. Einer seiner bislang populärsten – obwohl dem jüngeren Lesepublikum kaum mehr vertrauten – Repräsentanten ist Alexander Lernet-Holenia. Ihm widmet Zsolnay nun mehrere Neuauflagen, beginnend mit dem 1934 zuerst bei Fischer in Berlin erschienenen Erfolgsroman «Die Standarte».

Offiziersroman

«Die Standarte» gehört zu der damals weit verbreiteten Gattung des «Militär-», genauer des «Offiziersromans»: Im Mittelpunkt steht der 1915 sechzehnjährig in den Ersten Weltkrieg beorderte Herbert Menis, Sohn eines streitsüchtigen Fregattenleutnants und Grossneffe eines angesehenen Generals der Kavallerie. Seine eigentliche Geschichte setzt im Herbst 1918 ein, als der junge Fähnrich, nach Ausheilung einer schweren Schussverletzung nach Belgrad abkommandiert, von dort umgehend ins nahegelegene Banat strafversetzt wird. Denn in der Belgrader Oper hatte er sich erdreistet, in die Loge einer Erzherzogin einzudringen, um deren «bezaubernder» Begleiterin, der bürgerlichen Resa, spontan Avancen zu machen. Zu ihr führen ihn auch zwei wagemutige Nachtritte, deren «Erfüllung» ihm für die dritte Nacht zugesagt wird. Doch schon zu diesem Zeitpunkt hat sich zwischen ihn und sie ein anderes und wahrhaft kurioses Liebesbegehren gedrängt, die Anziehungskraft der «Standarte», «die reiner als je ein Mädchen war».

Anstatt das dritte Mal nächtens zu Resa zu reiten, muss der junge Offizier unversehens mit seinen Leuten nach Belgrad zurück. Und auf den Donaubrücken nimmt das Unbegreifliche seinen Lauf: «Meuterei» in den Reihen der k. u. k. Armee und die Einnahme Belgrads durch die Alliierten. Dem Niedergang der Donaumonarchie, für ihn schlichtweg das «Ende der Welt», stemmt sich Menis entgegen, indem er sich auf seinen «Fahneneid» besinnt und die ihm mittlerweile zugefallene Standarte nach Wien zurückzubringen schwört. In Schönbrunn aber sitzt das Kaiserhaus bereits auf gepackten Koffern. Die Feldzeichen wandern ins Feuer.

Verklärung

Der Roman liest sich flüssig. In der Episode um den düsteren Rittmeister und Todesboten Hackenberg gewinnt er kleistsche Dimension, ansonsten schwingt ordentlich Abenteuerromantik mit, Flucht hinter Tapetentüren und durch rattenverseuchte Kanalgänge. Wo diese Erzählweise überhaupt (noch) Zuspruch findet, mag man auch das weitverbreitete Lob der Sprach- und Stileleganz Lernet-Holenias teilen, obwohl etwa die anthropomorphe Inszenierung der «Standarte» recht fragwürdig ist und ein mondbeschienenes Überqueren der Donau an Kitsch rührt, wenn «sich der Strom unter uns wie silberne Lava ergiesst».

Doch im Kern frappiert anderes. Denn Menis erzählt seine Geschichte im Jahr 1928, also nach dem «blutigen Freitag» im Juli 1927 (Erschiessung von über 80 vor dem Justizpalast demonstrierenden Arbeitern durch die Wiener Polizei), einem weiss Gott schwarzen Tag für die österreichische Demokratie, der viele Schriftsteller nachhaltig beschäftigt hat. Das alles kümmert den Exoffizier nicht, wie er (im Verbund mit seinem erzählenden Schöpfer) auf die ganze Erste Republik zu pfeifen scheint. Bedenkt man zudem, dass der Roman 1934 erschien, wird die Sache noch heikler. Bekanntlich setzte sich in diesem Jahr der sogenannte «Austrofaschismus» durch, eine auf Dauer ungeeignete Politik zur Abwehr des von der österreichischen Bevölkerung nicht gerade verschmähten Nationalsozialismus Hitlers.

Wie der Roman unter diesen Umständen, bewusst oder unbewusst, nach vielen Seiten hin offenbleibt, ist mehr als bemerkenswert. Zum einen hebt er die Mentalitätsunterschiede zwischen Österreichern und Deutschen deutlich hervor, zum anderen wird ein deutscher Austauschoffizier, der «verdammte Preusse» Bottenlauben, von Menis fast göttlich verehrt. Mehrfach artikuliert der irritierte Fähnrich den Wunsch, an ein «heiliges Reich» zurückzufallen. An das 1806 aufgelöste «deutscher Nation»? Das habsburgische, das sich auf die Integration seiner Kronländer so viel zugute hielt, kann ebenfalls kaum gemeint sein.

Geschichtsverklärung ist angesagt. Allerdings geht Lernet-Holenia nicht so weit, wie es zum Beispiel bei Literaten wie Bruno Brehm und anderen opportun wurde, das militärische Versagen allein den kronländischen Truppen Österreichs anzulasten. Das Drängen der Polen, Tschechen, Kroaten, Rumänen und Ruthenen nach nationaler Eigenständigkeit ist für ihn ein unwillkommener Tribut an die «neue Zeit», und dennoch schwingt der Vorwurf des Verrats mit, dessen ideologische Umdeutung dem zeitgenössischen Leser nicht schwerfallen durfte: Die Meuterer auf der Donaubrücke besitzen «ein wenig platte slawische Bauerngesichter», und der Rittmeister Charbinsky, ein «Pole, ursprünglich sogar Russe», der sich zum Vorsitzenden des «Soldatenrats» macht, lächelt verschmitzt unter einem «Mongolenbart». Alles und nichts erklärt eine Formulierung wie: «Durch den Soldaten brach der Prolet.»

Zwiespältig

Auch wenn «Die Standarte» kein kriegsverherrlichender Roman ist, rehabilitiert er dennoch den Glanz militärischer (Offiziers-)Ehre. Dies und anderes, wie etwa der latente Hass gegenüber einem schmarotzenden, sich aller Verantwortung entziehenden Grossbürgertum, wirft (zumindest aus heutiger Sicht) radikale Fragen auf. Möglicherweise lässt sich in Herbert Menis, der seine Resa zwar bekommen und schwängern, aber niemals wirklich «lieben» wird, sogar eine milde österreichische Variante jenes «soldatischen Mannes» erahnen, wie ihn Klaus Theweleit als genuines Erziehungsprodukt der Zeit in seinen «Männerphantasien» (1978) für Deutschland beschrieben hat. Daneben sollte zumindest erwähnt werden, dass der akribische Analytiker des «Habsburgischen Mythos in der österreichischen Literatur», Claudio Magris, «Die Standarte» 1966 ohne Zögern den «oberflächlichen», ja «unbedeutenden» Werken der Zeit zugerechnet hat.

Fazit: Das Buch war und ist zwiespältig wie sein Autor. Mit dem alten Gegensatzpaar: «ein Talent, doch kein Charakter» skizzierte ihn 1954 Hilde Spiel, die bei allen Bedenken doch immer in seinem Bann blieb, selbst während seiner problematischer Amtszeit als Präsident des Österreichischen PEN, von dem er sich 1972 mit spektakulärem Protest gegen die Verleihung des Nobelpreises an Heinrich Böll verabschiedete. Es bleiben die Fakten: Einerseits sollte Lernet-Holenia auf der am 16. Mai 1933 im «Börsenblatt» veröffentlichten «ersten amtlichen schwarzen Liste für Preussen» aus dem Kanon der «schönen Literatur» verbannt werden. Andererseits avancierte der 1939 im «Polenfeldzug» verwundete Autor und anschliessende Chefdramaturg der Berliner Heeresfilmstelle hinter Figuren wie Richard Billinger und Mirko Jelusich nach und nach zu einem der literarischen Spitzenverdiener des angeschlossenen Österreich. Infolge seiner – gelinde gesagt – politischen Unbekümmertheit wurde er als Nicht-NSDAP-Mitglied noch 1944 vom «totalen Kriegseinsatz der Kulturschaffenden» freigestellt.

Rund um seinen 20. Todestag am 3. Juli 1996 ist es verhältnismässig ruhig geblieben. Doch zeichnet sich ab, dass in seinem 100. Geburtsjahr 1997 das öffentliche Interesse reger sein wird. Und ebenso sicher scheint, dass schönfärberische Würdigungen eine kritische Diskussion dieses, um noch einmal ein Verdikt Hilde Spiels aufzugreifen, «vielschichtigen» und «paradoxen», «rebellischen Konservativen» nicht werden ersetzen können. Allein deshalb lohnt sich eine (neue) Lektüre der «Standarte». Der romaneske «Weltuntergang» im Takt des «Radetzkymarschs» von Joseph Roth ist freilich ein anderer.

Volker Kaukoreit

Kurzbeschreibung

Der junge Fähnrich Herbert Menis träumt davon, eines Tages selbst seiner Truppe die ruhmvolle Standarte vorantragen zu können, obwohl er mit Grauen die Monarchie immer schneller ihrem Untergang entgegentaumeln sieht. Im Glauben an die eigene Kaisertreue bemerkt er nicht, wie auch er selber dem Verfall der traditionellen Werte ausgesetzt ist: Nacht für Nacht verläßt er sein Regiment, um die junge Hofdame Resa Lang zu treffen, obwohl er damit gegen die soldatische Disziplin verstößt. Alexander Lernet-Holenias berühmter Roman aus dem Jahr 1934 verwebt diese romantische Liebesgeschichte und die dramatischen Kriegsereignisse zu einem grandisosen Panorama vom Untergang des alten Österreich.

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Meisterhafter Roman, anspruchsvoll und sehr lesbar zugleich, 8. Dezember 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Standarte: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein fesselnder Roman vor dem Hintergrund der zerfallenden Donaumonarchie. Die anschauliche Schilderung und der spannende Handlungsablauf lassen dem Leser keine Atempause - dieses Buch sollte eigentlich den Rang eines Bestsellers haben. Obwohl sich das Werk leicht liest, bleibt ein tieferer Eindruck zurück, und gerade darin sehe ich das Besondere an der "Standarte". Denn hinter der drängenden Handlung, die von der geordneten Welt der alten Monarchie auf das Chaos von Revolution und Umbruch zusteuert, erleben wir auf Schritt und Tritt den Zerfall der Werte. Der Leser der heutigen Zeit wird aber nachspüren können, dass das Thema der verlorenen Werte ein allgemeingültiges ist, dem sich jede Generation stellen muss. Gerade die rasante politische Entwicklung unserer Zeit laesst das Zeitlose hinter den Erlebnissen des k.u.k. Offiziers erkennen, das sich hier so gelungen "historisch" kostümiert hat. Ich kann angesichts dieses Romans und des reichen literarischen Oeuvres des Autors nicht verstehen, warum Alexander Lernet-Holenia heute so vernachlaessigt wird und die meisten seiner Romane dem Leser nicht mehr zugänglich sind. Es wäre an der Zeit, sich wieder an den grossen österreichischen Romancier zu erinnern.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Der fünfte Stern ist leicht umwölkt, 8. August 2005
Von 
Werner Fletcher (Delbrück Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
"Die Toten waren jetzt die Lebenden, und die Lebenden waren die Toten."

Alexander Lernet-Holenia, der als junger Offizier den ersten Weltkrieg miterlebt hat, verarbeitete seine Eindrücke und Erlebnisse aus diesem Krieg in dem hier vorliegenden Roman. Er schildert den Zersetzungsprozeß, dem das Vielvölkergemisch Österreich-Ungarns gegen Ende des Krieges unterworfen war, bis hin zu seiner Auflösung in Anarchie und Chaos.

Der Dualismus, die Doppelnatur alles Seienden, der aus dem oben angeführten Zitat spricht, ist bezeichnend für Lernet-Holenia. Seine Personen durchleben immer wieder die Unsicherheit einer Identitätskrise, der Fähnrich Menis als Hauptperson macht eine solche Krise durch, und ganz tief im Geheimnisvollen verborgen liegt die Identität des Rittmeisters Hackenberg, der etwas Gespenstisches an sich hat, er scheint gar nicht er selbst zu sein, sondern vielmehr von einem Dämon besessen, der auf unheimliche Weise ins Schicksal der Menschen einzugreifen vermag. Lernet-Holenia drückt es so aus: "Damals ist Ungeheures geschehen. Warum sollte, in so gewaltigen Momenten, das Unsichtbare nicht wirklich, und deutlicher als sonst, waltend in das Sichtbare herübergegriffen haben." Diesen symbolhaft wirkenden Gestalten, wie in diesem speziellen Fall dem Rittmeister Hackenberg, die scheinbar den Gang der Dinge beeinflussen können, begegnet man immer wieder in den Romanen Lernet-Holenias, der sich, bevor er zum Roman kam, vorwiegend mit Dramen und Lyrik befaßt hat.

Die mangelnde thematische Vielfalt, das immer wieder in neuen Varianten aufgegriffene zentrale Thema der gespaltenen Persönlichkeit, ist dem Autor von einigen Kritikern vorgehalten worden. Sie mögen damit Recht haben, trotzdem sind seine Romane durch die Bank lesenswert. Das gilt natürlich auch für dieses Buch, obwohl es sich nach meinem Dafürhalten dabei nicht um das beste Werk des Autors handelt.

In "Die Standarte" spielt logischerweise auch der Einfluß der Kriegserlebnisse auf die menschliche Psyche eine tragende Rolle. Aber ich möchte möglichst wenig von der eigentlichen Handlung verraten und nicht mehr dazu sagen. Leider haben Rezensenten vor mir viel zu ausgiebig (nach meinem Geschmack) den Inhalt des Buches einfach nacherzählt.

Zum Abschluß noch ein bezeichnendes Zitat Lernet-Holenias zum Krieg und zur Dialektik von Leben und Tod: "Sie selbst waren aus dem Felde nicht mehr zurückgekehrt. Was zurückgekehrt war, waren Schemen. Die Lebenden, die zurückgekehrt waren, waren selber die Toten."

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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Geschichte spannend verpackt, 15. Mai 2005
Eine Geschichte, die den Geist der damaligen Zeit und die Meinung der Leute gegenüber der Monarchie deutlich zum Ausdruck bringt.

Der Roman, „Die Standarte", handelt von den Erfahrungen des Fähnrichs und späteren Standartenträgers Herbert Menis. Anfangs wird die Geschichte von einem Unbekannten eingeleitet, aber bereits im zweiten Kapitel übernimmt Herbert Menis die Rolle des Erzählers.
Er schildert, wie er im Jahre 1918 an der Front verwundet wurde und anschließend als Ordonnanzoffizier einem anderen Armeekommando beitrat. Dieses Armeekommando war in Belgrad stationiert und gleich an seinem ersten Abend besuchte er dort die Oper. Doch das sollte ihm zum Verhängnis werden, denn dort sah er in der Ehrenloge das schönste Mädchen, welches er je gesehen hatte. Eigentlich klingt das ja ganz wie eine moderne Liebesgeschichte, der einzige Unterschied ist allerdings die Kriegszeit.
Menis meldete sich in der Loge und bat der jungen Dame vorgestellt zu werden - Resa war ihr Name. Die beiden, wie sollte es auch anders sein, verliebten sich ineinander. Doch leider wurde Herbert Menis gerade wegen dieser Vorstellungsaktion strafversetzt, aber lediglich zu einem Regiment das zufälligerweise ganz in der Nähe lagerte.
Menis fand sich noch in derselben Nacht dort ein, ritt allerdings schon in der darauffolgenden Nacht zu seiner Resa. Doch der Krieg macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Herbert Menis Regiment, dessen Standarte ihn in seinen Bann gezogen hatte, sollte über die Donau gegen die Front reiten, im Wissen, dass es ein heilloses Unterfangen war. Um das Übel noch zu vergrößern, weigertenn sich auch noch die Mitglieder der Kavallerie über die Donau zu gehen, da ihnen dort der Tod sicher war. Der Hauptmann ließ sie daraufhin alle unter Beschuss nehmen und viele verloren dabei ihr Leben. Menis allerdings bekam als dienstältester Fähnrich die Standarte zugesprochen und fühlte sich ihr nun voll und ganz unterlegen. Er wollte sie beschützen, koste es was es wolle, auch wenn es sein Leben sein sollte.
Die Truppe ritt in Belgrad ein, doch bald darauf kamen auch schon die Briten und nahmen alles in Besitz. Resa, Menis und einige andere Offiziere versteckten sich im Kornak, ermordeten einen englischen Offizier und flüchteten durch einen Geheimgang. Auf ihrem Weg in die Freiheit trug Menis die Standarte die ganze Zeit an seinem Körper, aus Angst ihr könne etwas zustoßen. Ganz genau wußte er zwar nicht, warum er dies alles auf sich nahm, doch er musste es einfach tun.
Als er schließlich über die österreichische Grenze kam, allerdings ohne seine Resa und seinen Diener, da er diese verlassen musste, sowie auch ohne zwei seiner Freunde, da sie den Tod fanden, ist er gerade zur rechten Zeit angekommen um den Kaiser und dessen Familie flüchten zu sehen und der Verbrennung all der Kriegsfahnen und Standarten beiwohnen zu müssen. Hierauf warf auch er die Standarte in die Flammen und kehrte zu Resa zurück.

Wenn man den Roman rein vom inhaltlichen betrachtet, wirkt er nicht wie ein Werk, welches sehr genau auf die Einstellung der Leute gegenüber dem Kaiser und dem Weltkrieg Bezug nimmt, doch täuscht dieser Eindruck. Lernet-Holenia schildert verpackt in einem spannenden Roman, der sich beinahe wie ein Krimi liest, wie sich die verschieden Völkergruppen innerhalb von Österreich mehr und mehr dem Nationalismus zusprachen und begannen, statt für das Ganze, lediglich für einen Teil zu kämpfen.

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