In Gert Ledigs „Stalinorgel" wird die blutige Schlacht um Leningrad während des zweiten Weltkriegs (an der der Autor selbst teilnahm) aus den Augen verschiedener Charaktere, sowohl Russen als auch Deutschen, geschildert.
Von der ersten bis zur letzten Zeile fesselt Ledig den Leser mit seinem unglaublichem Talent, das unvorstellbare Grauen in Worte zu fassen. Der Krieg wird als ein absurdes, letztendlich für keine Seite siegreiches, Horrorspektakel dargestellt. Die Soldaten sind dem Leser nicht namentlich, sondern meist nur mit dem Dienstgrad bekannt. Das schafft eine merkwürdige Distanz, die aber sich aber dramaturgisch perfekt dem Stile Ledigs anpasst.
Obgleich „Stalinorgel" zu den größten Antikriegsbücher der deutschen Literatur zählt, verzichtet Ledig bewusst auf politische Anklagen, wie sie z.B. des öfteren in „Im Westen nichts Neues" vorkommen. Der Tod bestimmt den Krieg, nicht die Ideologie.