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Und es sind gerade diese liebevoll umgesetzten Ideen, die diesen Film meiner Meinung nach von allem bisher dagewesenen abheben. Dieser Film ist einfach anders, originell, märchenhaft - aber vor allem mit viel Herz! Geradezu unverständlich dagegen ist die bisher sehr stiefmütterliche Behandlung, die dieser Film bisher erfahren hat.
Naja, nicht ganz unverständlich: Menschen, die Jeunets erst durch seine späteren Werke "Die fabelhafte Welt der Amelie" und "Mathilde" kennengelernt haben, werden sich vielleicht mit den früheren Werken des Regisseurs nicht so anfreunden können. Während "Mathilde" - zumindestens für Jeunets Art und Weise - recht nüchtern und "Amelie" auf eine durchaus unkonventionelle Art erzählt ist - rückt in der "Stadt der verlorenen Kinder" das Surreale, das Seltsame - dieses düstere märchenhafte, in den absoluten Mittelpunkt. Was meiner Meinung nach zwar zur Einzigartigkeit und Schönheit dieses Films beiträgt. Allerdings habe ich die Erfahrung machen müssen, dass es durchaus viele Menschen gibt, die den Film "unrealistisch" (Autsch!) finden :-(.
Zum krönenden Abschluß, muß man noch sagen, dass dieser Film, der einzige Film in der Menschheitsgeschichte ist, der mit einem brachialischem Rölpser endet. Na, dann - Mahlzeit :-D!
Der alternde Wissenschaftler Krank (Daniel Emilfork) entführt zahllose Waisenkinder, auf seine einsame Plattform, mitten im Meer, um Ihre Träume zu stehlen. Da Krank selbst unfähig ist, zu träumen und dadurch rasend schnell altert, erhofft er sich, seinen Alterungsprozess, durch die Kinderträume, stoppen zu können. Als sich bei den entführten Kindern der „Kleine Bruder" Denree, des geistig zurück gebliebenen Riesen One (sehr sympathisch dargestellt durch Ron Perlman „Hellboy", „Der Name der Rose") befindet, macht er sich, mit Hilfe des Waisenmädchens Miette auf, den „Kleinen Bruder" zu retten. Dabei erleben die beiden Protagonisten, sowie die Zuschauer, ein sagenhaftes Abenteuer, welches bislang, in der Filmgeschichte, einzigartig ist.
Die beiden französischen Filmemacher, Jeunet und Caro, entführen den Zuschauer in eine dunkle, post-apokalyptische Welt, die von teilweise recht seltsamen Gestalten bewohnt ist. So wird das Waisenhaus von einem diebischen siamesischen Zwillingspärchen geleitet oder so schuf der Wissenschafter Krank Klone (alle Klone werden von Dominique Pinion gespielt, der in bisher allen Filmen von Jean Pierre Jeunet seinen Auftritt hatte), die alle körperlich erwachsen, aber geistig noch Kleinkinder sind und züchtete sich ein sprechendes Gehirn, welches in einem Aquarium wohnt und unter Migräne leidet. Für die Kostüme der schillernden Figuren konnte man Modeschöpfer Jean Paul Gaultier gewinnen.
Die DVD macht technisch einen recht ordentlichen Eindruck. Das Bild ist, wenn man mal vom Alter des Films absieht, recht sauber und rauschfrei und auch der digitale 5.1 Surround-Sound ist sehr räumlich. Die tolle Musik sorgt, passend zu den jeweiligen Situationen, für die perfekte Atmosphäre. Als Bonus gibt es, neben Cast- und Crew-Infos, nur ein Making-Off, dass allerdings sehr interessant ist.
Fazit: „Die Stadt der verlorenen Kinder" ist eine Perle des modernen Films. Das Meisterwerk von Jeunet und Caro wurde mit mehreren Cesars (französischer Oscar) ausgezeichnet. Die Fantasy Groteske wird ganz bestimmt nicht jedermanns Geschmack treffen, aber wer Lust hat, sich 2 Stunden lang in eine der ungewöhnlichsten Filmwelten entführen zu lassen, der sollte Miette und One auf ihrer Suche nach dem „Kleinen Bruder" begleiten. Eine Anschaffung lohnt sich auf jeden Fall. Diesen Film sieht man sich mehr, als nur einmal an. Garantiert!!!
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