Traumfänger durchstreifen Phantásien und die Insomnier, die sie fangen, werden ausgelöscht durch das Vergessen. Nachdem dies ihren Eltern widerfahren ist, machen sich Kayún und Elea auf zur Stadt Separanza, der einzig sicheren Zuflucht vor dem Vergessen. Dort ist Saranya, die Tochter des Höchsten Herrn Asmus, einem Geheimnis auf der Spur: Warum wurde der Gelehrte Philonius Philippo Phantastus vor 12 Jahren aus der Stadt gejagt, und was hat ihr eigenes Leben mit diesem Ereignis zu tun?
Betrachtet man das Buch als reine Fantasy, ist es nicht schlecht; als Ergänzungsband zur Unendlichen Geschichte taugt es nur bedingt, denn die Erwähnung von Wesen aus Endes Phantásien und das ständige Zitieren von "aber das ist eine andere Geschichte ... usw." - das Zitat oft verfehlt und ohne Sinn eingesetzt - machen noch keine ebenbürtige Fortsetzung.
Das Buch wirkt in allen Bereichen ambivalent: Einerseits erfindet der Autor originelle Figuren wie in der Stadt der Wolkenweber, andererseits gibt es allein drei Wesen, die als leuchtende Kugel mit schemenhaftem Innenleben erscheinen und als Wegweiser dienen (können), das rasende Gerücht, das Irrlicht und der Tausendleuchter. Hier wäre mehr Vielfalt und Phantasie angebracht.
Auch die Sprache bewegt sich im Erzählteil zwischen Märchensprache über eine antiquierte, von Adjektiven bestimmte Kinderbuchsprache bis zur saloppen Sprechsprache.
Die Lösung selbst, die Entdeckung also, wegen der Phantastus Seperanza verlassen musste, fügt sich genau in Endes Vorlage, aber wie das Buch zu Ende geht, die kurze Happy-End-Sequenz - der letzte Kampf von einem Dracula-Motiv gekrönt - wird der Geschichte nicht gerecht.
Chronologisch lässt sich das Buch im letzten Drittel der Unendlichen Geschichte ansiedeln; mehrmals erwähnt wird Phantásiens Umgestaltung durch Bastian und dessen Versuch, den Weg in die reale Welt zu finden, aber auch hier greift wieder die Anfangskritik: Es ist zwar viel die Rede von Ereignissen und Figuren aus Endes Buch, aber es gibt keine Berührungspunkte.