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Die Stadt in der Wüste.
 
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Die Stadt in der Wüste. [Unbekannter Einband]


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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Bad Salzig, Karl Rauch Verlag, 1951. (1951)
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B004RG2W2W
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 488.585 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Eine Wüstenstadt als Parabel für die Existenz des Menschen - so würde ich dieses Werk Exuperys bezeichnen. Allerdings dürfen sich die LeserInnen keinen Roman oder ein zusammenhängede Geschichte erwarten. Eine Fülle, ja ein Überschwang von poetischen Bildern und Gleichnissen, ein einer ornamentalen, archaischen aber unglaublich farbigen Sprache steigt auf.
Nicht alles Bildern sind gut, manche sind grausam und man möchte widersprechen, aber das Leben in der Wüste, unser menschliches Dasein ist hart und unerliegt Naturgesetzen und Gewalten, die wir uns nicht aussuchen konnten. "Die Stadt in der Wüste" ist so gesehen verstörend, aber sprachlich unüberbietbar. Eine Art philosophische Meditation!
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26 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Elementar-Philosophie 4. Juni 2006
Format:Gebundene Ausgabe
Auf den ersten Blick findet man sich als Leser der "Stadt in der Wüste" in einer archaischen Wüstenwelt wieder, in der statt Handlung nur die Härte und das Elend der Natur, die Vergänglichkeit von Zivilisationen und die Anfälligkeit des Menschen für Verfehlungen beschrieben wird. Diese Kulisse dient dazu, eine in Übertreibung und Radikalität daherkommende Lebens- und Staatsphilosophie aufzubauen. Da wird den Ausgestoßenen und Kranken unterstellt, sie seien noch stolz auf ihr Elend. Da wird Ehebrecherinnen und Kleinkriminellen ein qualvoller Tod angedroht. "Ich habe eine große Wahrheit erkannt: dass der Mensch ein Heim habe", gemeint ist ein Anwesen, ein Garten, ein Haus. Und nur durch eine strenge, sinnerfüllte Einstellung des Besitzers wird dieses Heim Bestand haben, andernfalls verschwindet alles im Wind. Wenn man davon ausgeht, dass die Wahrheit immer in der Übertreibung liegt, dann wird man dieser Elementarphilosophie des Autors folgen, wenn nicht, wird man archaische, reaktionäre, womöglich diffus faschistoide Elemente darin erkennen. Offenbar will Saint-Exupéry sagen: Um einen geringeren Preis, als hier von mir beschrieben, ist ein sinnvolles Leben nicht zu haben. Leben heißt: Sich vollenden, die Vollendung ist der Tod, alles Vorherige ist im Hinblick auf das wirkliche Leben, jenes nach dem Tod, zu bewerten, im Hinblick auf Gott.

Saint-Exupéry setzt nach 2000 Jahren Christentum und 200 Jahren Aufklärung, 50 Jahre nach den Anfängen der Psychoanalyse, in der Wüste an, wo das Leben am härtesten ist, wo es keinen Luxus, keine Dekadenz geben kann, will der Mensch überleben; es gibt nur die vormodernen, jahrtausendealten Werte, die Strafrituale der Antike. Die Völker des Südens, schreibt er sinngemäß, schöpfen immer wieder Stärke aus ihrem Elend, eine Stärke, die der versklavte und dekadente Westen nie haben wird.

Hier wird der moderne Mensch in all seinen Facetten - seiner humanistischen, christlichen, postmodernen, sozialen oder tiefenpsychologischen Weiterentwicklung - nicht als Fortschritt wahrgenommen. Leben bedeutete demnach etwas grundsätzlich anderes als die moderne Welt glaubt, es wäre fast ausschließlich Bewährung unter widrigen Umständen im Hinblick auf soziale und transzendente Wahrheiten.
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19 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lesetip von Niklas Luhmann 7. September 1999
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Auf dieses Buch wurde ich durch einen Hinweis von Niklas Luhmann aufmerksam. In seinem 1964 erschienen Buch "Funktion und Folgen formaler Organisation", (Berlin 1964 4. Aufl. 1995, Mit einem Epilog 1994) verweist er am Endes des Schlußkapitels "Menschen und Maßstäbe" mit folgenden Bemerkungen auf Saint-Exupéry: (S. 396) In der Moderne "wird ein Rückgriff auf jenes "Ethos" fragwürdig, das vor der Erfindung der zweckgerichteten Tugendethik die griechische Sprache prägt: die Einheit von vertrauten Wohnstätten, gewohnter Denk- und Handlungsart, sittlichem Charakter und gelassen beherrschtem Auftreten... Ein kraftvolles Zeugnis für die Möglichkeit eines solchen Rückgriffs gibt de Saint-Exupéry 1948. (Citadelle) Eine Auseinandersetzung der Staatsleere mit diesem wesentlichen Werk des modernen Staatsdenkens und der öffentlichen Ethik sucht man vergeblich."

Den DDR-Bürgern ist dieses "ahistorische Machwerk" nicht zugemutet worden. Es paßte nicht in das fortschrittsoptimistische Weltbild der herrschenden Ideologie. Aber ich denke, es wird auch heute noch die Geister scheiden. Seine Leser findet das Buch mit Sicherheit; in Frankreich wird es alle 5 jahre wiederaufgelegt und auch in Deutschland hat die Auflage bereits 30.000 erreicht.

mfg M. Tiedtke

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