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Die Stadt in der Wüste
 
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Die Stadt in der Wüste [Taschenbuch]

Antoine de Saint-Exupery
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Dieses Werk Antoine de Saint-Exuperys ist zugleich sein geistiges Vermächtnis - ein Versuch, die vielgestaltige Gesamtheit unseres modernen Lebens in einer gleichnishaften Darstellung zu erhellen und zu deuten.
Der Beherrscher der Citadelle, eines imaginären Reichs in der arabischen Wüste sinnt über das Gefüge des Lebens und die Bedeutung aller sichtbaren Vorgänge nach. Statt einer durchlaufenden Handlung entsteht ein Mosaik aus Meditationen, Reflektionen, Sentenzen, Bildern, Gesprächen und Gebeten.
Antoine de Saint-Exupery wurde am 26.6. 1900 in Lyon geboren. Er verlor früh den Vater und wurde von der Mutter auf dem Schloss de La Mole erzogen. Er war Schüler in einem Jesuitenkolleg, später Architekturstudent in Paris, Soldat bei der Luftwaffe, Handelsvertreter. In den zwanziger Jahren wurde er Flieger und flog die Strecke Toulouse-Casablanca-Dakar. 1927-29 war er Direktor des Flugplatzes Cap Juby/Rio de Oro, 1929 wurde er Direktor der Aeroposta Argentina in Buenos Aires. 1931 Heirat. 1934 Eintritt in die Air France. Längeres Krankenlager nach einem Flugzeugunfall. Im September 1939 wurde Saint-Exupery Pilot in einer Aufklärer-Staffel, im Dezember 1940 ging er nach Amerika, 1943 kam er nach Nordafrika. Seit 31.7. 1944 ist er vermisst. Wahrscheinlich haben ihn auf der Höhe von Korsika deutsche Jäger abgeschossen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Autorenporträt

Antoine de Saint-Exupery wurde am 26.6. 1900 in Lyon geboren. Er verlor früh den Vater und wurde von der Mutter auf dem Schloss de La Mole erzogen. Er war Schüler in einem Jesuitenkolleg, später Architekturstudent in Paris, Soldat bei der Luftwaffe, Handelsvertreter. In den zwanziger Jahren wurde er Flieger und flog die Strecke Toulouse-Casablanca-Dakar. 1927-29 war er Direktor des Flugplatzes Cap Juby/Rio de Oro, 1929 wurde er Direktor der Aeroposta Argentina in Buenos Aires. 1931 Heirat. 1934 Eintritt in die Air France. Längeres Krankenlager nach einem Flugzeugunfall. Im September 1939 wurde Saint-Exupery Pilot in einer Aufklärer-Staffel, im Dezember 1940 ging er nach Amerika, 1943 kam er nach Nordafrika. Seit 31.7. 1944 ist er vermisst. Wahrscheinlich haben ihn auf der Höhe von Korsika deutsche Jäger abgeschossen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Auszug

Allzuoft habe ich gesehen, wie das Mitleid irregeht. Doch wir, die wir über die Menschen herrschen, haben ihr Herz zu ergründen gelernt, damit sich unsere Fürsorge einem Gegenstand zuwende, der der Betrachtung würdig ist. So versage ich dieses Mitleid den eitel zur Schau getragenen Wunden, die den Frauen das Herz zerreißen, wie auch den Sterbenden und den Toten. Und ich weiß, warum.

In meiner Jugend gab es eine Zeit, da hatte ich Mitleid mit den Bettlern und ihren Geschwüren. Ich warb Heilkundige für sie an und kaufte Balsam. Die Karawanen brachten mir von einer Insel goldhaltige Salben, die die Haut über dem Fleisch wieder flicken. Also tat ich bis zu dem Tage, da ich einsah, daß sie auf ihren Gestank Wert legten wie auf einen seltenen Schatz, denn ich hatte sie dabei ertappt, wie sie ihre Wunden kratzten und mit Mist befeuchteten, so wie einer das Erdreich düngt, um ihm die purpurne Blume zu entreißen. Stolz zeigten sie einander ihre Fäulnis und brüsteten sich mit den empfangenen Almosen, denn wer am meisten von ihnen einnahm, kam sich im stillen vor wie der Oberpriester, der das schönste Götterbild zur Schau stellt. Wenn sie sich herbeiließen, meinen Arzt zu Rate zu ziehen, so geschah es in der Hoffnung, ihre Geschwüre würden ihn staunen machen durch ihren Pestgeruch und ihre Fülle. Und sie schwenkten ihre Stümpfe, um ihren Platz in der Welt zu behaupten. So nahmen sie die Pflege wie eine Huldigung entgegen und hielten ihre Glieder den Waschungen hin, die ihnen schmeichelten. Doch kaum war ihr Übel getilgt, da entdeckten sie ihre Unwichtigkeit, weil sie nun nichts mehr aus sich nährten; sie kamen sich wie überflüssig vor und widmeten sich fortan dem Wiedererwecken jenes Geschwürs, das von ihnen lebte. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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