Ich kaufte mir dieses Buch, um zu der Rollenspielwelt "Eberron" einen guten Zugang zu finden. Obwohl das Kampagnen-Set dafür sehr gut ist und über hervorragende Illustrationen verfügt, konnte ich mich von den vergessenen Reichen nur schwerlich trennen.
Was soll ich sagen? Dieses Buch hat mir genau diesen Zugang verschafft - zu Eberron, die Welt die durch Zauberei industrialisiert wurde.
Das Buch beschreibt die Geschichte von Daine und seinen Freunden, die eine neue Heimat suchen, da dass Land, für das sie gekämpft haben, durch ein machtvolles, rätselhaftes Ereignis zerstört worden ist. Die Gruppe begleitet die Magieschmiedin Lei zu ihrem Zuhause - Sharn die Stadt der Türme. Dort müssen sie feststellen, dass die Ereignisse gänzlich anders kommen, als vorgestellt.
Die Metropole Sharn, dessen Türme meilenweit in den Himmel ragen, wird sehr stylisch beschrieben. Die Schauplätze reichen von der unterirdischen Industrie, den Slums, bis zu den majestätischen oberen Reichenvierteltürmen und prunkvollen Ballsäälen, welche sich in durch Magie betriebenen Luftschiffen über der Stadt befinden.
Auch wenn das Buch fast nur in dieser Stadt spielt, empfindet man doch schnell jenes Große-Weite-Welt Gefühl, dass zum Versinken einlädt.
Allein die Bilder die einem dieses Buch in Vorstellung ruft, machen schon Spaß und das Eberronflair stellt sich schnell ein. Die vor Intrigen strotzende und unvorhersehbare Story verspricht auch eine Menge Spannung.
Für Leute die auch nur das winzigste Interesse an der Rollenspielwelt von Eberron hegen, würde ich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen.
Jene, die bloß ein spannendes Buch lesen wollen sind auch gut bedient - auf jeden Fall wenn man die Mischung aus moderner Technik und düsterer Fantasy mag. Da alles im Buch sehr ausführlich und stylisch beschrieben wird und es zur Not auch noch über einen umfangreichen Glossar verfügt, sind anfängliche Verständnisschwierigkeiten schnell überwunden (so schlimm wie Star Trek ist das hier lange nicht).
Was mich evtl. ganz leicht gestörrt hat, dass der Erzählstil 90% des Buches nur aus der Sicht der Protagonisten erzählt wird und nur selten zu den Fießlingen wechselt. Wahrscheinlich ein Grund dafür, dass ich das Buch nie lange am Stück lesen konnte. Natürlich ist dieser Stil für die Puzzlestory des Buches, an dessem Ende sich mehrere Teile zu einem Ganzen fügen auch ganz praktisch.
Obdenn man von Feder&Schwert bei Romanrezensionen ab und an was anderes ließt, ist diese Übersetzung (Daniel Schuhmacher) hier sehr gelungen.
Ich freue mich schon sehr auf die beiden Fortsetzungen und werde bis dahin noch fleißig im Kampagnenbuch von Eberron blättern und hoffentlich bald eine Rollenspielgruppe dafür finden :d