... der ist bei diesem Buch von Petra Schier genau richtig.
"Die Stadt der Heiligen" spielt 1411/12 in Aachen und handelt von Marysa Markwardt, Tochter eines Reliquienhändlers, dessen Tod sie dazu zwingt eine unglückliche Ehe mit dem Schreinbauer Reinold einzugehen.
Als Meister Markwardts Geselle Klas Tod im Dom zu Aachen aufgefunden wird, steht Reinold unter Verdacht, den jungen Mann getötet zu haben. Bei der Leiche des Sechzehnjährigen entdeckt man eine gefälschte Reliquie. Schnell wird Markwardt der Fälschung von Reliquien verdächtigt.
Zur selben Zeit erreicht der Dominikanermönch, Ablasskrämer und Inquisitor Christophorus die Stadt, um Marysa vom Tod ihres Bruders zu berichten und von seinem Versprechen, für Marysas Wohl zu sorgen. Jene ist jedoch alles andere als begeistert, denn der Fremde entpuppt sich als mehr als rästelhaft.
Christophorus lässt sich jedoch nicht so leicht abschütteln und als Marysa der Ketzerei angeklagt und verhaftet wird, ist es an ihm, die junge Frau zu retten.
"Die Stadt der Heiligen" ist unterhaltsam, aber nicht überragend. Die Geschichte ist mit vielen historischen Informationen gespickt, die häufig etwas unglücklich in die Handlung eingeflochten wurden. Wer Schiers Vorgängerromane um die Apothekerstochter Adelina kennt, wird mit den Protagonisten Marysa und Christophorus nicht ganz glücklich sein. Offenbar ist das Buch zu kurz, um wahre Sympathie und Begeisterung für die Charaktere zu entwickeln. Es fehlt das gewisse Etwas, dass den Leser vor allem in "Tod im Beginenhaus" gepackt und begeistert hat.
"Die Stadt der Heiligen" beginnt leider recht schleppend und hetzt schließlich nach rund 300 Seiten zur Auflösung der Mordfälle, die der Leser leider schon lange kennt.
Augenscheinlich plant Petra Schier aus diesem Stoff ein mehrbändiges Werk zu machen, denn das Ende ist mehr als offen und für mich persönlich unbefriedigend.
Trotz dieser Kritikpunkte habe ich das Buch für mehrere Stunden nicht aus der Hand legen können und freue mich auf einen zweiten Band.
Im Großen und Ganzen ist das Buch empfehlenswert, wenn man sich der Tatsache bewusst ist, dass es sich um kein Meisterwerk handelt.