Ionescos „Die Stühle" ist ein Musterbeispiel des „Absurden Theaters". Diese Form des Theaters wurde stark von Albert Camus beeinflusst, der in seinem philosophischen Werk „Der Mythos von Sisyphos" die Welt als Absurdes darstellt. Er fordert den Leser dazu auf, das Absurde zu erkennen und zu überwinden. Camus, meinte, man dürfte sich Sisyphos nicht als unglücklichen Menschen vorstellen, ganz im Gegenteil. Sisyphos war glücklich, weil er die Absurdität seines Lebens erkannte und sie dadurch überwinden konnte.
Findet man den Sinn nicht im Immanenten, so ist es nach Meinung der Existentialisten, keine Grund den Sinn im Transzendenten zu suchen. Als Nihilisten und Atheisten lehnen sie sowohl Gott als auch andere Moralvorstellungen als Lebensgrundlage ab.
Das Stück spielt in einem Haus mit zwei Fenstern und acht Türen. Das Haus steht auf einer einsamen Insel - vollkommen von der Umwelt abgeschottet. Das isolierte Leben des alten Ehepaares steht symbolisch für die Isolation des Menschen. Doch ist diese Insel nur ein unterstützendes Symbol, die wahre Isolation findet man in den Köpfen der beiden Hauptfiguren, weshalb diese Geschichte genauso an einem belebten Ort stattfinden könnte.
Vielleicht steckt im Stück selbst eine Rechtfertigung für die Wahl des „Absurden Theaters" als Mittel die eigenen Ansichten zu vermitteln. Die beiden Alten versuchen mit traditionellen Mitteln, einer Rede an die „opinion leader" (unter den Gästen sind nur hochrangige Personen), die Welt, die man glaubt verstanden zu haben, zu erklären - und scheitern daran.
Die Welt in all ihrer Absurdität kann daher nach Meinung Ionescos nur mehr mit absurden Mitteln dargestellt werden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)