Hallo,
dieser Film gilt als Nachfolger von "Chinatown", dem brillanten Krimi von Roman Polanski, mit Jack Nicholson und Faye Dunaway.
Diesesmal hat jedoch Jack Nicholson neben der Hauptrolle auch den Regisseursplatz eingegnommen. - Und herausgekommen ist ein guter - sehenswerter - Krimi. Mehr aber auch nicht.
Wer in "Chinatown" das tragische Schicksal der Familie Mulwray / Cross verfolgt hat, wird sich daran erinnern, und seine Erinnerung schwach wiederbelebt sehen. - Wer den Vorgänger-Film vorher nicht gesehen hat, kann die Handlung von "Die Spur zurück" auch verstehen, denn das Thema aus "Chinatown" spielt für den eigentlichen Krimi - letztlich - nur eine Rolle bezüglich der Beweggründe, die ganz zum Schluß klar werden. - Allerdings wird vor dem Schluß - ohne den Vorgänger - die Bedeutung des Namens Mulwray natürlich nicht erfaßt werden, nur daß er eben in der Vergangenheit eine Rolle gespielt haben muß.
Man möchte sich fragen, warum Jack Nicholson kein eigenes Thema nahm, sondern den Film so stark an den Vorgänger anlehnte. - Wollte er eine "Serie" fortsetzen, oder einfach die tragische Geschichte des ersten fortführen, gar ein dort begonnenes Thema zu Ende bringen, die Vergangenheit aufwühlen, oder hat er sich schlicht den Vorgänger genommen, um seinen Nachfolger wirksamer vermarkten zu können?
Eigenartig an dem Film sind die dann doch schwachen Mordmotive: der Schutz einer geliebten Person und Rache / Eifersucht.
- Denn im Laufe von Jakes Ermittlungen kommen immer mehr Motive zum Vorschein, die letzlich aber keine rechte Rolle gespielt haben sollen. - Das ist schon schwach.
Wie so häufig, geht es auch in diesem Krimi um Geld, Macht, Sex, kurz: um Schmerz, den der eine dem anderen antut, um seines egoistischen Vorteils willen.
Zur Handlung an sich:
es beginnt zunächst harmlos: Jake Gittes findet - im Auftrag des Gatten - heraus, daß seine Frau ihn mit seinem Geschäftspartner betrügt.
Dann arrangieren er und der Ehemann eine - mit Aufnahmegerät aufzunehmende - "Entdeckung" der Liebenden in einem Hotelzimmer. - Leider hat der Gatte eine Waffe zur Hand und erschießt den Geliebten / seinen Geschäftspartner.
Daß hier etwas eigenartig ist, "pfeifen die Spatzen vom Dach".
Der Weg führt weiter über die Firma der Expartner, über das Geschäftvermögen, über Gas und Öl hin dazu, daß Jake von seiner "Chinatown-Vergangenheit" eingeholt wird, von der er sich nie richtig lösen konnte.
Die wirkliche Mordmotivation ist dann reichlich platt, erwartet man doch eine Lösung mit "Aha-Effekt", und muß dann erfahren, daß es schlicht überwiegend darum ging, eine Person zu schützen, s.o..
Auf jeden Fall kann Jake Gittes nun - nach wiedergekehrten Erinnerungen - doch ein Stück davon abarbeiten, und Abstand gewinnen.
Fazit:
Der Film "Die Spur führt zurück" ist ein schlichter Nachfolger von "Chinatown". - Ein guter Krimi mit "Erinnerungswert" für die "Chinatown-Fans".
Er bringt die Stimmung dieser Zeit gut herüber (wenn auch überwiegend auf die "High Society" beschränkt).
Sehenswert und unterhaltsam ist er auf jeden Fall, wenn auch die Lösung des Falles schwach ist, und eher den Charakter von "Vergangenheitsbewältigung" hat.