"Die Spur auf dem Steg" ist der erste Kriminalroman von Lars Rombe und ist als Debüt des schwedischen Rechtsanwaltes gut gelungen. Zwei makabere Morde stehen im Mittelpunkt des Geschehens und während die Ermittler vor einem Wust von Ungereimtheiten stehen, sieht die Bevölkerung in dem psychisch kranken Göran den Mörder. Um die Geschichte in all ihren Facetten zu erzählen, lässt der Autor seine Handlungen nicht nur in verschiedenen Zeitebenen spielen, sondern berichtet darüber hinaus aus verschiedenen Perspektiven. Eine Herangehensweise, die eine unterschwellige Spannung erzeugt. Denn während die Einzelheiten erst allmählich zutage treten, wird der Hörer gezwungen, immer wieder neue Spekulationen anzustellen, die, wie die beiden Toten, letztendlich im Eis untergehen. Auch wenn der Plot gut konstruiert ist, weist er allerdings ein entscheidendes Manko auf. Zu viele Personen sind in die Ereignisse um den mysteriösen Mord an einer jungen Frau involviert und eine übermäßige Verwendung von Nebenhandlungen tut ihr Übriges, um die Geschichte aufzublähen. Eine Anhäufung von Fakten, die nicht nur bei den Bewohnern für einige Verwirrtheit sorgt. Auch der Hörer hat es schwer, den Ereignissen zu folgen und schafft es nur den Überblick zu behalten, wenn er die CDs des Hörbuchs möglichst rasch hintereinander konsumiert. Wen das allerdings nicht stört, erlebt in "Die Spur auf dem Steg" einen raffiniert konstruierten Kriminalfall, der von Michael Seeboth mit dem nötigen Einfühlungsvermögen und sprachlichen Können gelesen wird.
Fazit: "Die Spur auf dem Steg" ist ein gut erdachter Kriminalroman, der etwas zu überladen daherkommt, dafür aber sehr wendungsreich in Erscheinung tritt. Eine gute Empfehlung für alle Liebhaber skandinavischer Krimis, die subtile Spannung und lebensnahe Schilderungen mögen.
Hinweis: Das Hörbuch liegt in Form von 10 Audio-CDs und 2 DAISY-MP3-CDs vor.