"Die Spur des Seketi" ist das zweite Buch von Gesa Helm, das - genau wie der Vorgänger "Der Spiegel von Kajx" - in der Zeit eines großen Umbruchs spielt.
Zwar ist die Lektüre ihres ersten Bandes nicht zwingend notwendig, aber ohne diese wird man sich auf den ersten hundert Seiten mit den verschiedenen Namen, Personen, Orten und Vorstellungen sehr schwer tun. Wer den Spiegel von Kajx dagegen kennt, auf den wartet ein Wiedersehen mit bekannten Figuren, eine treffsichere Erzählweise und viele kleinere Kunstgriffe. Die Handlung geht dabei langsam, aber stetig voran. Es entsteht sehr selten nur Hektik, es gibt fast keine Cliffhanger, aber am Ende fragt man sich dch verwundert: Ist das wirklich alles passiert?
Wie in ihrem ersten Roman machen auch die Charaktere in "Die Spur des Seketi" Veränderungen durch und werden gleichermaßen von den Gegebenheiten mitgerissen wie sie diese auch selbst beeinflussen. Die Erzählperspektive wechselt zwischen der Historikerin, Stanis Memoiren und den Sichtweisen der einzelnen Charaktere. Den größten Anteil bekommen dabei Maijsa und Kajec, was durchaus in Ordnung geht, da die beiden "politisch" am Bedeutendsten sind.
Die Spur des Seketi ist ein Buch für Leser, die sich gerne in fremde Orte und Zeiten versetzen, wer auf Action oder "High Fantasy" steht, der ist hier eindeutig fehl am Platz.
Die Ausstattung ist ok, leider aber nicht so grandios wie bei "Der Spiegel von Kajx". Die Karte ist die Gleiche, das Glossar ist aber stark verkürzt, die bekannte "Pageo-Liste" fehlt. Zwar werden fast alle wichtigen Personen genannt, aber es mangelt an Nehri-Begriffen, die im ersten Band noch seitenweise aufgelistet waren. So werden beispielsweise weder die Monatsnamen, noch die Zahlwörter erklärt. Eine simple Kopie des Anhangs wäre hier besser gewesen als diese rabiate Kürzung.
Trotzdem gehört "Die Spur des Seketi" zu meinen Lieblingsbüchern und ich kann es allen Leuten mit Geduld und dem Willen, in eine einmalige Welt einzutauchen, nur wärmstens empfehlen.