Die Geschichte von Marthe und ihrem Ritter Christian geht weiter. Die beiden haben endlich zueinander gefunden und sind glücklich verheiratet. Immer noch ist da Randolf, der aus dem Heiligen Krieg nach Hause zurückgekehrt ist und nach wie vor Christians Todfeind ist. Dann taucht eines Tages wie aus dem Nichts Marthes alter Beichtvater auf und beginnt sie wegen ihrer Heilkunst zu denunzieren. Christian weiß, dass er schnell handeln muss, wenn er seine Frau in Sicherheit bringen will.
Der zweite Teil von "Das Geheimnis der Hebamme".
Wie man auch hier bei den Bewertungen sieht, polarisieren die Meinungen zu diesem Buch sehr. Vielleicht sollte man eher berücksichtigen, WAS man lesen möchte, wenn man sich dieses Buch kauft. Wer einen TOP-Historischen-Roman von literarisch hochwertiger Sprache und Qualität sucht, ist mit diesem Buch nicht gut beraten.
Die Autorin berichtet aber sehr glaubwürdig die Entstehungsgeschichte der Stadt Freiberg. Marthe und Christian sind vielleicht ein ungewöhnliches Paar. Marthe, eine einfache Hebamme und dadurch im Rang sehr niedrige Frau, heiratet einen wesentlich höher gestellten Ritter, Christian. Ob dies je so sein hätte können, sei dahin gestellt. Die Protagonisten sind aber sehr empathisch und auch sympathisch dargestellt.
Man erfährt viel aus dem damaligen Leben um die Zeit Kaiser Barbarossas. Die harte Arbeit, das schwere Leben und auch die enormen Standesunterschiede werden anschaulich und plastisch erzählt. Man fühlt und leidet mit Marthe mit. Vielleicht mag einem vieles grausam erscheinen, so ist doch zu bedenken, dass diese Zeit auch brutal und rau war. Es wird nichts beschönigt und die Empfindungen und Handlungen der Menschen erscheinen nachvollziehbar.
Dass der eine oder andere Faux pas passiert ist, macht aber dem flüssigen und spannenden Erzählstil keinen Abbruch.
Wer einen unterhaltsamen und flüssig zu lesenden historischen Roman sucht, der im Grunde gut recherchiert ist, ist auch mit dem zweiten Band gut beraten.