Bereits in einem seiner ersten Romane beweist Ken Follett sein schriftstellerisches und dramaturgisches Können, das ihn letztendlich zu einem Bestsellerautor werden ließ.
Die Story:
Eine echte Hauptfigur, einen echten Helden, hat diese Geschichte nicht. Bei den Hauptprotagonisten handelt es sich um Felix Laskie, Vertreter der Hochfinanz, um Tony Cox, Synonym für mafiose Kriminalität und um Arthur Cole und Kevin Hart, die den Journalismus verkörpern. Die Handlung spielt in London. Felix Laskie ist Inhaber einer kleineren Bank und Intimkenner der Finanzwelt. Tony Cox hat sich durch kriminelle Machenschaften in höhere Gefilde der angesehenen Gesellschaft "hochgearbeitet". Arthur Cole ist Nachrichtenredakteur der Evening Post; Kevin Hart ein junger Nachwuchsreporter dieses Blattes. Laskie und Cox haben sich mehr zufällig in einer Nachtbar Cox' kennengelernt und seit dem ihre Beziehung behutsam aber konstant aufgebaut. Um sich gegenseitig von ihrem jeweiligen Einfluß zu überzeugen, gehen sie einen "Deal" ein. Cox verspricht Laskie die Information, wer die Bohrrechte für das letzte Erdölfeld der Nordsee zugesprochen bekommt, zukommen zu lassen, bevor dies noch der Öffentlichkeit verkündet wird. Im Gegenzug dazu soll Laskie Cox über die Fahrtroute eines Geldtransportes unterrichten. Um seinen Teil zu erfüllen, muß Laskie nur seine Beziehungen spielen lassen. Cox erfüllt seinen Teil der Abmachung mittels Erpressung eines Politikers. Wie eine Kettenreaktion passieren dann aber Dinge, die nicht so vorhersehbar waren. Fazit:
Dafür, daß es einer der ersten Romane Follett`s ist, ist man doch über dessen dramaturgische Dichte und Komplexität des Plots auf nur 288 Seiten erstaunt. Meines Erachtens kommt der recht knappe Erzählstil der Story nur zu Gute und unterstreicht damit eigentlich nur ihren jounalistischen Charakter. Gleichzeitig kommt er auch der Glaubwürdigkeit und Authentizität der Geschichte zu Gute. Alles in allem ein spannend, schnell und gut zu lesendes Buch mit einer interessant konstruierten Story (im positiven Sinne!).
Besonders wertvoll an der Taschenbuchausgabe von Bastei Lübbe (11. Auflage, 2004) ist das Vorwort des Autors. Ken Follett verrät darin, daß er das Buch 1976 unter dem Pseudonym "Zachary Stone" (wie auch "Der Modigliani-Skandal") geschrieben hat. Er hält das Buch für das beste seiner Ersten und zieht von den Formalien und der Entwicklung des Plots her deutliche Parallelen zu seinem etwas später erschienenen Bestseller "Die Nadel". Ein hochinteressantes und für Follett-Fans unentbehrliches Vorwort, weil sich der "Meister" einmal selbst zu seinen Büchern (insbesondere "Die Nadel") ausläßt! Nur Schade, daß der Verlag es versäumt hat, mitzuteilen, von wann dieses Vorwort datiert.
Viel Spaß beim Lesen!