Die ersten Seiten haben mir einiges abverlangt; das Buch startet mit der Erzählung eines alten Jägers im Hinterland von Ghana, und mit seiner idiomatischen Sprechweise habe ich mich erst anfreunden müssen. Dennoch bin ich sehr froh, dass ich nicht gleich aufgegeben habe, denn als der Hauptteil des Buches nach wenigen Seiten beginnt, habe ich mich in der Welt des Protagonisten Kayo sehr gut wiederfinden können. Kayo ist eine einzigartige Identifikationsfigur und hat es mir als Leser ermöglicht, den Bogen zwischen westlicher Kultur und den Eigenheiten Ghanas zu spannen: Kayo hat Forensik in England studiert und wendet seine wissenschaftlichen Methoden jetzt in einem Dorf im Hinterland von Ghana an, um herauszufinden, was das gräßliche, verwesende Etwas ist, das in einer Hütten gefunden wurde. Dabei macht man zusammen mit Kayo Bekanntschaft mit der skrupellosen, gefährlichen Korruption der ghanaischen Polizei, aber man lernt auch die ländlichen Sitten und Gebräuche im Hinterland kennen.
Mir hat ganz besonders die poetische Sprache des Romans gefallen; dem Autor gelingt es, die Kultur der Dorfbewohner mit wunderschöner Sprache darzustellen; er lässt den alten Jäger Opanyin Poku immer wieder erzählen, und mit der Zeit werden Opanyin Pokus Erzählungen immer deutlicher, so dass ich gefangen genommen wurde von seiner Geschichte. Da bin ich auch gerne dem Fantastischen der afrikanischen Kultur gefolgt, in der es noch Geister der Ahnen gibt, die respektiert werden wollen. So wird dieser Krimi zu etwas Außergewöhnlichem; irgendwann geht es nicht mehr um die Frage "Wer war es?", sondern "Was war es?", und die Art und Weise, wie Kayo das Rätsel löst, fand ich fesselnd, und wie Kayo mit den Erkenntnissen umgeht, fand ich noch fesselnder!
Ein außergewöhnlicher Krimi! 5 Sterne.