Was für eine angenehme Überraschung!
Entgegen so vieler anderer Veröffentlichungen im Grenzbereich zwischen Medizin, Spiritualität und Identitätsfindung lehnt sich "Die Sprache der Seele verstehen" an die Jahrtausende alte Selbsterfahrungmethode der Wüstenväter an - zu denen ja auch viele "Größen" unserer abendländischen Religion gehörten - ohne jemals ins Vage, Spekulative oder Okkulte zu schlingern.
Daniel Hell beleuchtet die Prinzipien der in Einsamkeit und Kontemplation Lebenssinn und Erkenntnis suchenden Mönche. Was wohl tut ist, wie sich seine Schilderungen und Überlegungen einerseits diszipliniert an historische Fakten und Überlieferungen halten, er dabei dem Weg der Wüstenväter stets eine tiefe Achtung und Respekt bezeugt, gleichzeitig aber einen kritischen, medizinisch-therapeutischen Blick für die körperliche und seelischen Prozesse behält. So gelingt es Daniel Hell m. E. wirklich, die Essenz des "In die Wüste gehens" der alten Wüstenväter für den modernen Menschen verständlich und nutzbar zu machen.
Mehr kann ich dazu nicht erklären.
Wer sich von diesem Buch angesprochen fühlt, sollte es selber lesen.