Der/die in den Trainingsraum verbannte SchülerIn muss einen Laufzettel ausfüllen, auf dem er/sie die Regel benennt, gegen den/er sie verstoßen hat, dann muss er/sie sich dazu äußern, weshalb die Regel an sich doch gut sei etc. und schließlich (nach weiteren Fragen dieser Art) erklären, wie er/sie sich zukünftig an diese Regeln halten wird und untertänigst um Wiederaufnahme in die Klasse bitten. Tut er/sie das nicht, muss er/sie von den Eltern abgeholt werden und darf erst wieder via Trainingsrum (also wenn er/sie an einem Folgetag diesen Laufzettel wunschgemäß ausgefüllt hat) wieder in die Klasse. Das "selbstverantwortliche Denken", zu dem der Trainingsraum angeblich erziehen will, ist damit also nichts anderes als eine Erziehung zum Kuschen, zur Konformität und zum Lügen.
Es handelt sich hierbei um eine unterkomplexe (um nicht zu sagen dumme), simplifizierende Methode, die SchülerInnen so behandelt, wie man es sonst nur aus den Erziehungscamps totalitärer Staaten kennt.
Leider ist das Konzept nicht allein auf dem Markt, von der Art gibt es leider mehr, schauen Sie mal auf die Seite von JochenSautter oder den Blog von readtwice bei wordpress. Dort werden verwandte Ideen von Grüner und Hilt (Bei Stopp ist Schluss, Das mach ich wieder Gut) und deren Konzept (Konflikt-Kultur) kritisch beleuchtet. Vieles dortige lässt sich mutatis mutandis auch auf den Trainingsraum anwenden.