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Die Spielmacher
 
 
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Die Spielmacher [Gebundene Ausgabe]

Thomas Kistner , Ludger Schulze , Martin Hägele
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Dva (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421055130
  • ISBN-13: 978-3421055132
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 14,2 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 306.055 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die Spielmacher, wer kennt sie nicht: Zinedine Zidane, Stefan Effenberg und Co. Durch ihre zentrale Position sind die Regisseure dominant und halten auf dem Platz die Fäden in der Hand. Meist im Verborgenen bleibt jedoch das Wirken der Strippenzieher jenseits des grünen Rasens. Genau hier setzen die Autoren des vorliegenden Buches an. Die Sport-Redakteure Thomas Kistner und Ludger Schulze beleuchten den politischen Aspekt im deutschen Fußball. Sie zeigen, wie der populäre Sport gemacht wird -- und inwiefern die Akteure im Trikot von Spielmachern in Nadelstreifen dirigiert werden.

Für wahr: Es ist ein desillusionierender Blick hinter die Kulissen des Spielerzirkus. Denn dort lauern Seilschaften, Intrigen und Korruption. Die Sportredakteure der Süddeutschen Zeitung decken mittels investigativem Journalismus auf, was der begeisterte Anhänger des runden Leders gar nicht gerne hört. Doch muss er erkennen, dass die Tagespresse zu unkritisch mit dem Geschehen hinter den Kulissen umgeht. Bisher unantastbare Strahlemänner wie Beckenbauer, Blatter und Co. erscheinen in Die Spielmacher in einem völlig neuen Licht: Illusionen werden zerstört.

Die Autoren wollen die düstere Seite des Profifußballs aufspüren. Das gelingt Ihnen. Dennoch ist die Vorstellung der Redakteure vom ehemals reinen Sport etwas blauäugig. Kistner und Schulze wollen nach eigenen Angaben zeigen, wie "der Fußball seine Unschuld verloren hat". Das impliziert, der Sport sei einmal unschuldig gewesen. Doch bereits die Antike kannte leistungsfördernde Stimulanzien, und der Fußball folgt nicht erst seit dem Bosman-Urteil den Gesetzen des Marktes und damit der Mark.

Sieht man von mancher klischeehaften Vereinfachung ab, hat sowohl der gemeine Fußballfan wie auch der kritische Zeitgeist seine Freude an diesem Buch. Die Spielmacher wagt einen ungewöhnlichen Blick hinter die Kulissen deutscher Fußballherrlichkeit -- und zeigt, dass Fußball mehr ist als nur ein Spiel. Und das dabei nicht nur die Kugel rollt, lehrt das vorliegende Buch auf spannende und unterhaltsame Weise. --Mirko Partschefeld

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 12.09.2001
Leicht polemisch und stets flüssig geschrieben, das liest man gerne, so auch Eric Eggers, der das Buch über die Machenschaften des deutschen Fußballs mit Interesse, Spannung und viel Zustimmung zur Kenntnis genommen hat. Die Autoren, so erfährt man von Eggers, gehören der "Süddeutschen Zeitung" an, und das einzige, was den Rezensenten an diesem Buch stört, ist, dass einer der Mitautoren bereits ein ähnliches Buch geschrieben hat, sodass bestimmte Sachverhalte als bereits bekannt vorausgesetzt werden könnten. Andererseits, das gibt Eggers zu, gebe es genügend neuen Stoff für Verschwörungstheorien und Hintergrundsberichte, so etwa das Kapitel über die Vergabe der WM 2006 an Deutschland, die wohl kaum mit rechten Dingen zugegangen ist. Auch die historischen Abschnitte, die den unlösbaren Konflikt zwischen Profis und Amateuren zum Thema haben, finden lobende Erwähnung. Das waren noch Zeiten, als wirklich noch der Ball und nicht das Geld den Fußball regierten, seufzt der Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Die Entdeckungen, die die beiden Autoren der Süddeutschen Zeitung über die sportpolitischen Hintergründe und Hintergrundgestalten des Fußballs präsentieren, müssten eigentlich Aufsehen erregen, auch über die nationalen Grenzen hinaus. Präzise wird beispielsweise dargelegt, auf welche Weise sich Deutschland die Zustimmung mancher FIFA-Mitglieder sichern konnte, die Weltmeisterschaften 2006 ausrichten zu dürfen. Es war keineswegs die "Golfschlägerdiplomatie" von Franz Beckenbauer, welche manch asiatischen Sportpolitiker zu überzeugen wusste. Vielmehr gaben massive, bisher der breiten Öffentlichkeit unbekannte, Finanzspritzen mächtiger deutscher Konzerne wie Daimler-Chrysler und Bayer den Ausschlag. Der Vorwurf der Korruption und der Bestechung liegt zwar auf der Hand, wird aber nicht ausgesprochen. Der überwältigenden Faktenlage und dem plausiblen Argumentationsgang zu Folge kann der Leser jedoch nur zu diesem Urteil kommen.
Überhaupt erscheint hinter den Kulissen des inszenierten Massenspektakels Fußball ein Ensemble an Figuren (Beckenbauer, Kirch, Mayer-Vorfelder, Blatter, Dassler, Calmund etc.), deren Bedeutung, Handlungsmotive und Vita nach dieser Lektüre uminterpretiert werden müssten. So werden Calmunds und Mayer-Vorfelders angeblich freundschaftliches Verhältnis zu Daum in der Kokain-Affäre jeweils als pharisäerhafte Haltung enttarnt, während Beckenbauers Ämter- und Funktionshäufung sich schlicht als Geldgier entpuppt. Zum eigenen Wohle und dem ihres Vereins scheint so mancher Funktionär sprichwörtlich über Leichen zu gehen. Ein flüssig zu lesendes Buch, dem man gar nicht genug Fußballfans als Leser wünschen kann.
Mindestens so interessant wie die Leküre ist jedoch das Echo der Öffentlichkeit. An der mangelnden Resonanz ist festzustellen, dass ein Großteil der fußballinteressierten Öffentlichkeit entweder keine Notiz von diesen skandalverdächtigen Analysen nimmt oder solche Aussagen schlicht für irrelevant hält. Offensichtlich scheint für die kritische Auseinandersetzung mit dem Geschehen rund um den Fußball - und vor allem hinter dessen Kulissen - lediglich der Nischenplatz der seriösen Tagespresse reserviert zu sein. Wenn ran und kicker die öffentliche Meinung prägen, zählen ausschließlich Titel, Tore, Trennungen und Tragödien.
Vermutlich trägt ebenfalls gegenüber erfolgreichen Fußballfunktionären loyales Verhalten seitens vieler Sportjournalisten zu dieser zahnlosen Behandlung bei. Mit einem Franz Beckenbauer oder einem Uli Hoeneß, welcher erstaunlicherweise milde Behandlung erfährt, mittlerweile auch mit Reiner Calmund, sollte man sich besser nicht anlegen, wenn man auch in Zukunft wichtige Informationen von ihnen und über ihre Vereinen beziehen sowie ihre Gunst nicht verlieren will. Außerdem lässt manche Berichterstattung in TV und Presse deutlich die Vereinsbrille erkennen. Für Kister & Schulze gilt diese Kritik keineswegs, da sie sich Neutralität und journalistischer Ethik verpflichtet fühlen. So bleibt zu hoffen, dass dieser investigative Journalismus rund um das gesellschaftliche Ereignis Fußball nicht weiter an Boden verliert. Viel Aussicht besteht allerdings nicht.
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