Kurzbeschreibung
Im Zentrum der ästhetischen Theorien Adornos und Derridas steht der Anspruch der Kunst auf Souveränität: Die Kunst überschreitet das ausdifferenzierte Gefüge der modernen Vernunft, in dem sie gleichwohl ein Moment neben und unter anderen ist. Besonders die neueren hermeneutischen Ästhetiken haben deshalb in der Proklamation ästhetischer Souveränität eine Preisgabe der Autonomie der Kunst und ihre Gleichsetzung mit einer Einsicht in die Verfasstheit aller Vernunft gesehen. In einer Argumentation, in der sich Derridas Dekonstruktion und Adornos Negativitätsästhetik wechselseitig kritisieren und erhellen, wird ein Begriff ästhetischer Erfahrung entwickelt, der dem hermeneutischen Einwand begegnet. Kerngedanke dabei ist, dass die Kunst durch ihre Negativität eine vernünftig nicht bewältigbare Gefahr für unsere nichtästhetischen Diskurse darstellt.
Über den Autor
Christoph Menke ist Professor für Praktische Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt/M. sowie im Exzellenzcluster »Die Herausbildung normativer Ordnungen«. Im Suhrkamp Verlag erschien zuletzt: Kraft. Ein Grundbegriff ästhetischer Anthropologie (2008).